Münch, Werner

Ministerpräsident, Professor, Dr. phil., * 25.09.1940 Kirchhellen/Westfalen, römisch-katholisch

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1961 Abitur in Salzgitter; 1961–1967 Bundeswehr, Oberstleutnant d. R.; Studium der Politischen Wissenschaften, Soziologie und Geschichte an der Universität Freiburg; 1970–1972 wissenschaftlicher Assistent Universität Osnabrück; 1972 Hochschullehrer für Politikwissenschaft und Soziologie an der Katholischen Fachhochschule für Sozialwesen in Vechta und Osnabrück, 1973–1978 deren Rektor und vier Jahre Präsident der kirchlichen Fachhochschulen in der Bundesrepublik; 1974 Promotion; stellvertretender Vorsitzender des CDU-Landesverbands Oldenburg, Vorstandsmitglied der CDU in Niedersachsen; 1984–1990 Mitglied des Europäischen Parlaments; 1991–1993 Landesvorsitzender der CDU Sachsen-Anhalt und Ministerpräsident; 23.02.2009 Parteiaustritt.

Nach der Landtagswahl am 14. Oktober 1990 kam es in Sachsen-Anhalt zu einer Koalitionsregierung aus CDU und FDP. Ministerpräsident Gerd Gies (CDU) berief Münch im November 1990 zum Finanzminister. Nach dem Rücktritt von Gies, der den Rückhalt in seiner Fraktion verloren hatte, wurde Münch am 4. Juli 1991 zu dessen Nachfolger gewählt. In seiner Regierungserklärung betonte er, die bisherige Politik im Wesentlichen fortsetzen zu wollen. Wegen des Zusammenbruchs einstiger Schlüsselindustrien stand die Regierung vor schweren Problemen. Ein Bericht des „Spiegel“ (47/1993) über zu hohe Ministerbezüge löste im November 1993 eine Regierungskrise aus. Unter dem Druck der öffentlichen Meinung trat Münch mit seinem gesamten Kabinett am 28. November 1993 zurück. Mehrere Gerichtsverfahren erwiesen die Vorwürfe als unbegründet zurück und Münch wurde rehabilitiert.

Literatur
Land Sachsen-Anhalt (Hg.): Von der staatlichen zur inneren Einheit - Reden und Aufsätze 1991–1992 (1993). – Bestand: ACDP.

Ralf Baus