Konrad-Adenauer-Stiftung (Logo)Geschichte der CDU

Deutschland-Stiftung

Die Deutschland-Stiftung, mit Sitz in Breitbrunn am Chiemsee, wurde am 15. Februar 1966 von Kurt Ziesel in München gegründet. Erster Vorsitzender wurde Georg Stadtmüller, Konrad Adenauer konnte als Ehrenpräsident gewonnen werden. Laut Stiftungszweck verfolgte die Deutschland-Stiftung die Förderung von Wissenschaft, Literatur und Publizistik, des Europagedankens und eines besseren Staatsbewusstseins im Sinne Adenauers. Sie war als Bindeglied zwischen CDU, CSU und Konservativen außerhalb der Union anzusehen. Innerhalb und außerhalb der Deutschland-Stiftung kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen um die politische Richtung und auch die Person Ziesels. Organ der Deutschland-Stiftung war das von 1969 bis 2002 erscheinende „Deutschland-Magazin“. Von 1967 bis 2001 wurde der Konrad-Adenauer-Preis in den Sparten Publizistik, Literatur und Wissenschaft verliehen (bis 1973 jährlich, seit 1975 alle zwei Jahre). 1979 kam der Konrad-Adenauer-Freiheitspreis hinzu, der letztmalig 2001 verliehen wurde. Nach dem Tod des Stiftungsgründers Ziesel im Jahr 2001 wurde der Mitgliederversammlung vom damaligen Vorsitzenden Dieter Weirich die Auflösung aufgrund mangelnden Stiftungskapitals vorgeschlagen. Über das Vermögen des Vereins wurde durch Beschluss des Amtsgerichts Rosenheim vom 11. August 2003 das Insolvenzverfahren eröffnet. Dieses wurde durch Beschluss vom 7. August 2007 mangels Masse eingestellt. Der Verein wurde dann infolge Wegfalls sämtlicher Mitglieder am 16. Oktober 2007 aus dem Vereinsregister gelöscht.

Literatur
Ein Vermächtnis Konrad Adenauers. Die Deutschland-Stiftung (1967). – H.-D. Bamberg: Die Deutschland-Stiftung e. V. Studien über Kräfte der „demokratischen Mitte“ und des Konservatismus in der Bundesrepublik Deutschland (1978); C. von Schrenck-Notzing, in: Ders. (Hg.), Lexikon des Konservatismus (1996).

Michael Hansmann/Denise Lindsay