Geschichte der CDU

Simpfendörfer, Wilhelm

Lehrer, Schriftleiter, Landtagspräsident, Minister, Dr. h. c., * 25.05.1888 Neustadt/Haardt, † 04.05.1973 Heilbronn, evangelisch

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1905–1910 Lehrerseminar; seit 1910 Höhere Knabenschule in Korntal/Württemberg, nach 1945 Titel Oberstudiendirektor, 1916–1918 Kriegsdienst, 1924 Mitgründer des Christlichen bzw. Christlich-Sozialen Volksdienstes (CSVD), seit 1929 Reichsvorsitzender; seit 1924 Schriftleiter der „Christlich-sozialen Blätter“ bzw. des „Christlichen Volksdienstes“, 1933–1941 des „Evangelischen Wegs“; 1930–1933 Mitglied des Reichstages (Fraktionsvorsitzender des CSVD); 1946 Mitglied der Vorläufigen Volksvertretung und Präsident der Verfassunggebenden Landesversammlung Württemberg-Baden, 1946–1952 MdL (CDU), 1949–1958 Vorsitzender des Landesverbands Nordwürttemberg, 1952 Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung Baden-Württemberg, 1952–1960 MdL Baden-Württemberg, 1953–1958 Kultusminister.

1945 war Simpfendörfer mit Paul Bausch und Hermann Kling einer der führenden evangelischen Gründer der „Christlich-Sozialen Volkspartei“ (später CDU) in Nordwürttemberg. 1946–1956 war er Mitglied des Landesvorstands, 1945, 1947 und 1948–1956 Landesvorsitzender. 1946-47 war Simpfendörfer Kultusminister, trat jedoch aufgrund der öffentlichen Diskussion über seine Rolle im Jahr 1933, die u. a. zur Einsetzung eines Untersuchungsausschusses des Landtags führte, zurück und ließ sein Landtagsmandat ruhen. Nach Rehabilitierung im Entnazifizierungsverfahren kehrte er in die Politik zurück und war seit 1950 Mitglied des CDU-Bundesvorstands. Gegen Ende seines Lebens distanzierte sich Simpfendörfer zunehmend von seiner Partei.

Literatur
H. G. Wieck: Christliche und Freie Demokraten in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden und Württemberg 1945–1946 (1958); P. Sauer: Demokratischer Neubeginn in Not und Elend (1978); P. L. Weinacht: Die CDU in Baden-Württemberg und ihre Geschichte (1978).

Frank Raberg