Geschichte der CDU

Süsterhenn, Adolf

Verfassungsjurist, Minister, Dr. jur., Honorarprofessor, * 31.05.1905 Köln, † 24.11.1974 Koblenz, römisch-katholisch

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Studium der Staats-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Freiburg und Köln, 1927 1. Staatsexamen, 1928 Promotion, 1931-32 Richter in Trier und Köln; Mitglied des Zentrums; seit 1932 Rechtsanwalt in Köln; 1946 Vorsitzender der Vorbereitenden Verfassungskommission Rheinland-Pfalz; 1947–1965 Mitglied des Landesvorstands der CDU Rheinland-Pfalz, 1946–1951 Justizminister und 1947–1951 Kultusminister; 1948-49 Mitglied des Parlamentarischen Rats; ab 1951 Honorarprofessor an der Verwaltungshochschule Speyer; 1951–1961 Präsident des Oberverwaltungsgerichtes und des Verfassungsgerichtshofes von Rheinland-Pfalz, 1952–1955 stellvertretender Vorsitzender des Luther-Ausschusses (Neugliederungsfrage); 1961–1969 MdB.

Nach 1933 verteidigte Süsterhenn als Rechtsanwalt Geistliche und Ordensangehörige sowie NS-Gegner und unterhielt Kontakte zu Widerstandskreisen. Nach 1945 beteiligte er sich aktiv am politisch-ideologischen Neubeginn („Rheinischer Merkur"). Er war Gründer der CDU Honnef und lehnte eine Neugründung des Zentrums ab. Als Verfassungspolitiker vertrat er Rheinland-Pfalz auf dem Verfassungskonvent von Herrenchiemsee. Geprägt vom Naturrechtsdenken Benedikt Schmittmanns, nahm er wesentlichen Einfluss auf Formulierungen der Verfassung von Rheinland-Pfalz und des Grundgesetzes, namentlich bei der naturrechtlichen Begründung der Grundrechte, der Subsidiarität und der föderalen Struktur eines deutschen Gesamtstaates. Sein Bemühen, politische Kompromisse zu schließen, verwickelte ihn mitunter in Widersprüche.


Literatur

  • Schriften zum Natur-, Staats- und Verfassungsrecht (1991). – W. Baumgart, in: ZGiLB 6 (1984).
  • Christoph von Hehl, Adolf Süsterhenn: (1905-1974): Verfassungsvater, Weltanschauungspolitiker, Föderalist. Foschungen und Quellen zur Zeitgeschichte; Band 62. Düsseldorf 2012.

Bestand: ACDP; Landeshauptarchiv Koblenz.

Franz-Josef Heyen