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Wettbewerb, Wettbewerbspolitik

In der Marktwirtschaft werden die Wirtschaftsabläufe durch Wettbewerb gesteuert. Im Gegensatz dazu sprechen wir von Zentralverwaltungswirtschaft, wenn Staat und Verbände die Wirtschaft lenken. In Deutschland wie überhaupt in Europa haben wir ein Mischsystem. Die USA stehen in dem Ruf, „Kapitalismus pur“ zu betreiben. Dem gegenüber hat sich in Deutschland und Europa die Soziale Marktwirtschaft durchgesetzt. Unsere Wirtschaftsdaten sind weniger spektakulär, weil es in der Sozialen Marktwirtschaft nicht ausschließlich auf ein Höchstmaß an wirtschaftlicher Effizienz und Wachstum ankommt. Wichtiger ist für uns „Wohlstand für alle“ (Ludwig Erhard), eine ausgeglichene Einkommens- und Vermögensverteilung und wirtschaftliche Sicherheit für die breite Masse der Bevölkerung. Wettbewerb setzt voraus, dass auf den verschiedenen Märkten sich jeweils mehrere Unternehmen um die Gunst der Kunden bewerben. Hingegen ist beim Monopol Wettbewerb nicht denkbar, und auch wenn auf der Seite der Anbieter nur einige Großunternehmen stehen (Oligopol), ist erfahrungsgemäß der Wettbewerb eingeschränkt.

Gegenstand des wirtschaftlichen Wettbewerbs sind in erster Linie Preis, Qualität des Angebots sowie Kundendienst. Je größer der Wohlstand ist, desto vielfältiger sind die Wünsche der Kunden. Dann geht es auch um „höhere“ Werte wie modische Aktualität, Präsentation, Werbung und Geltungsnutzen. Aufgabe der Wettbewerbspolitik im engeren Sinne ist die Bekämpfung von privaten und staatlichen Wettbewerbsbeschränkungen durch eine wirksame Antikartell- und Antimonopolgesetzgebung. Insofern lassen unser Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen vom 27. Juli 1957 (das „GG“ der Sozialen Marktwirtschaft) und die entsprechenden Bestimmungen des EWG-Vertrags gegenwärtig keine Wünsche offen. Die fortschreitende weltweite Vernetzung der Großunternehmen zwingt indessen dazu, über Möglichkeiten einer verbesserten weltweiten Monopolkontrolle nachzudenken.

Literatur
A. Jacquemin/L. Pench (Hg.): Europa im globalen Wettbewerb. Berichte des Rats für Wettbewerbsfähigkeit (1999); V. Vanberg (Hg.): Freiheit, Wettbewerb und Wirtschaftsordnung (1999); H.-J. Axt: Solidarität und Wettbewerb – die Reform der EU-Strukturpolitik (2000).

Wolfgang Kartte