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Staatssymbole

Staatssymbole sind nicht-verbale Formen politischer Kommunikation. Sie verweisen auf die Wertfülle des Gemeinwesens, auf eine grundlegende Ordnung, auf die gemeinsame Geschichte, auf die staatliche Einheit, aber auch auf Werte wie Eintracht, Harmonie und Würde. Die Funktion der Staatssymbole erschöpft sich in dem Angebot an die Bürger, sich mit dem Gemeinwesen zu identifizieren, um auf diese Weise die für jeden Staat existentielle Integration zu bewirken. Sie genießen völker- und strafrechtlichen Schutz. Vergleichbare Funktionen erfüllt das Staatszeremoniell, das Staatssymbole umgibt (Flaggen-Zeremoniell) oder feierlich präsentiert (Staatsakt). Schwarz-Rot-Gold und Bundesflagge (Art. 22 GG) entstammen den Freiheitskriegen und der demokratischen Bewegung des 19. Jahrhunderts. Die Ereignisse, die 1989/90 zur deutschen Einheit führten, haben ihren Symbolcharakter gefestigt. Die gleichen Ereignisse haben Diskussionen um die Nationalhymne (Nation) ausgelöst. Ein Schriftwechsel zwischen Richard von Weizsäcker und Helmut Kohl vom 19. August 1991 bestätigte schließlich die 3. Strophe des „Liedes der Deutschen“ von Hoffmann von Fallersleben mit der Weise von Joseph Haydn. Der auf uralte Herrschaftssymbolik zurückgehende Bundesadler, der in unterschiedlichen Ausformungen auftritt, erfreut sich als Bundeswappen ungeteilter Zustimmung. Dies gilt mit Einschränkungen auch für den 3. Oktober, der als Nationalfeiertag aber offenbar noch einer gewissen Verklärung und einer stärker integrierenden Ausgestaltung bedarf. Weitere Staatssymbole sind das Bundesverdienstkreuz sowie die Bundeshauptstadt. Dazu kommen die Staatssymbole der Länder, vor allem deren Farben, Flaggen, Wappen und Orden, und die Staatssymbole der EU mit Flagge, Hymne und Hauptstadt. Reichstagsgebäude und Schinkelsche Wache in Berlin werden ebenso wie Amtstrachten und Uniformen gelegentlich als Staatssymbole genannt, richtigerweise handelt es sich jedoch bei den einen um Orte eines staatlichen Zeremoniells, bei den anderen um zeremonielle Kleidungsstücke.

Literatur
J.-D. Gauger/J. Stagl (Hg.): Staatsrepräsentation (1992); J. Hartmann: Staatszeremoniell (2007).

Jürgen Hartmann