Christliche Demokratie in Europa und der Welt

Die Verankerung der CDU auf europäischer Ebene und weltweit: Einen Einblick in christdemokratische Vorgänger- und Schwesterparteien liefern die nebenstehenden Stichworte.

Plakat zur Europawahl 1984.
Plakat zur Europawahl 1984.

Schon nach dem Ersten Weltkrieg trafen sich Vertreter europäischer katholischer Parteien aus Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien und anderen Ländern zu gemeinsamen Tagungen, die von einem „Internationalen Sekretariat“ (SIPDIC) in Paris vorbereitet wurden. Heute ist die Christlich-Demokratische Internationale (CDI) der weltweite Dachverband aller CD-Parteien. In Europa findet diese Zusammenarbeit auf zwei Ebenen statt: in der CD- bzw. EVP-Fraktion im Europäischen Parlament und in der Europäischen Volkspartei (EVP). Erste Kontakte nach 1945 wurden im sog. „Genfer Kreis“, der aber nicht an die Öffentlichkeit trat, geknüpft. Fast zeitgleich entstanden 1947 die Nouvelles Equipes Internationales (NEI), die den ersten institutionellen Rahmen für die Zusammenarbeit bildeten. Die Umwandlung der NEI 1965 in Europäische Union Christlicher Demokraten (EUCD) markierte den Übergang von einer Phase der Konsultationen zu einer echten gemeinsamen Politik. Die EUCD und die CD-Fraktion im Europäischen Parlament bereiteten die Gründung der Europäischen Volkspartei 1976 vor. Allerdings blieb den Mitgliedsländern der EUCD, die nicht zur EG gehörten, die Mitgliedschaft in der EVP verwehrt; die EUCD existierte also weiterhin. Außerdem führte der Streit über die Öffnung für konservative und liberale Kräfte 1978 zur Gründung der Europäischen Demokratischen Union (EDU), die sich als „Arbeitsgemeinschaft der christlich-demokratischen und anderen nicht-kollektivistischen Parteien“ verstand. Somit arbeiteten nach der Gründung der EVP drei europäische CD-Organisationen (EVP, EUCD und EDU) nebeneinander; die CDU/CSU war in allen dreien Mitglied. Erst 1999 ging die EUCD in der EVP auf, die EDU folgte ihr 2002.