Kauder, Volker

Politiker, Fraktionsvorsitzender, Jurist, *03.09.1949 Hoffenheim (heute Sinsheim)/Heidelberg, evangelisch

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1966 JU, 1969 Abitur, 1969–1971 Wehrdienst, 1969–1973 Vorsitzender des JU-Kreisverbands Konstanz, 1971–1975 Studium der Rechts- und Staatswissenschaften in Freiburg/Breisgau, 1973–1976 Geschäftsführer der JU Südbaden, 1975 1. juristisches Staatsexamen, 1975–1991 Pressesprecher und Mitglied des Vorstandes CDU-Südbaden, 1977 2. juristisches Staatsexamen, 1978–1980 Tätigkeit in der Landesverwaltung Baden-Württemberg, 1980–1990 stellvertretender Landrat des Landkreises Tuttlingen, 1984–1986 Vorsitzender des CDU-Stadtverbands Tuttlingen, 1985–1999 Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Tuttlingen, seit 1990 MdB, 1991–2005 Generalsekretär der CDU Baden-Württemberg, 2002–2005 1. Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, 2005 Generalsekretär der CDU, seit 2005 Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Volker Kauders Weg in die Politik beginnt in Abgrenzung zur 68er Bewegung und deren weit verbreiteter Sympathie für die DDR. Geprägt durch seine Eltern, die 1945 als Jugoslawiendeutsche aus der Batschka fliehen müssen, bewegt ihn die Deutschlandpolitik sehr. Mit seinem Bruder Siegfried, der später ebenfalls in den Deutschen Bundestag gewählt wird, gründet er ein Jugendkuratorium „Unteilbares Deutschland“ an seinem Gymnasium. Zusammen treten sie der Jungen Union bei und überreden auch den Vater, einen Hauptschulrektor, sich der CDU anzuschließen. Zum beruflichen Aufstieg der beiden ehrgeizigen Juraabsolventen gesellt sich bei Volker Kauder ein kontinuierlicher parteipolitischer Aufstieg. Nach mehreren Funktionen in der JU wird er Pressesprecher der südbadischen CDU und 1990 erstmals in den Deutschen Bundestag gewählt. Neben diesem Mandat übt er von 1991 bis 2004 das Ehrenamt des Landesgeneralsekretärs der baden-württembergischen CDU unter seinem Freund Erwin Teufel aus. In dieser Funktion ist er es auch, der Angela Merkel 2001 die Nachricht überbringt, dass der Landesverband ihren Konkurrenten Edmund Stoiber im Rennen um die Kanzlerkandidatur der Union unterstützen werde. Das offene und ehrliche Wort Kauders hinterlässt Eindruck. 2004 überträgt Merkel dem ausgesprochen loyal und geradlinig agierenden Kauder das Amt des CDU-Generalsekretärs als Nachfolger des zurückgetretenen Laurenz Meyer. Kauder gehört seitdem zum engsten Vertrautenkreis um die Parteivorsitzende. Zuvor ist der arbeitsame Verwaltungsjurist bereits als 1. Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion in Erscheinung getreten und hat hier sein umfassendes Organisationstalent erfolgreich unter Beweis stellen können. Seine Managerqualitäten ermöglichen ihm 2005 schließlich den Sprung an die Fraktionsspitze der Union, die er seitdem effizient in der Regierungsverantwortung führt. Während der Zeit der großen Koalition arbeitet der als konservativ, aber auch konsensorientiert geltende Kauder eng mit dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Peter Struck zusammen und gilt auch bei den politischen Gegnern als verlässlicher Partner. Privat engagiert sich Kauder zusammen mit seiner Frau, die weltweit als Ärztin tätig ist, seit langem für psychisch Kranke.

Tim B. Peters