Lieberknecht, Christine (geb. Determann)
Theologin, Ministerin, Landtagspräsidentin, Ministerpräsidentin, * 07.05.1958 Leutenthal/Weimar, evangelisch
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Christine Lieberknecht wurde durch die Herkunft aus einem evangelischen Pfarrhaus nachhaltig geprägt, wie die neben den politischen Ämtern fortbestehende Intensität des theologisch-kirchlichen Engagements erkennen lässt. Als Pastorin widmete sie sich vor allem der kirchlichen Jugendarbeit. In der Auf- und Umbruchphase der DDR gehörte sie als Mitverfasserin des systemkritischen „Briefes aus Weimar“ zu den Reformkräften ihrer Partei. Als Kultusministerin im Kabinett Duchač setzte sie bis zum Herbst 1991 eine völlige Neugliederung des Thüringer Schulwesens durch (das Abitur nach 12 Jahren hat Modellcharakter für andere deutsche Länder). In der Abtreibungsdebatte zeigte sie sich als Gegnerin der Fristenlösung. Ihr Ausscheiden aus dem Kabinett beförderte 1992 den Rücktritt des aufgrund von Stasi-Vorwürfen in die Kritik geratenen Duchač, doch berief sie auch der neue Ministerpräsident Vogel mehrfach als Ministerin für Bundesangelegenheiten. Neben ihrer starken europapolitischen Orientierung förderte sie 1993–1999 mit der von ihr begründeten Reihe „Hauptstadtzeichen“ den Dialog Thüringens mit Berlin. In ihrem Amt als Landtagspräsidentin wirkte Lieberknecht ausgleichend. 2004 übernahm sie den Vorsitz der CDU-Fraktion. Nach einem neuerlichen Wechsel in die Regierung als Thüringer Sozialministerin wurde sie schließlich im Oktober 2009 Nachfolgerin von Dieter Althaus und damit die erste CDU-Regierungschefin auf Länderebene.
Literatur
Orientierung im Umbruch. Analysen zur Lage Deutschlands seit 1990 (1999).
Manfred Agethen

