50 Jahre Mauerbau

50 Jahre Mauerbau

Eine Zäsur von weltpolitischer Bedeutung

Der 13. August 1961 ist eine Zäsur von weltpolitischer Bedeutung in der Nachkriegsgeschichte. Mit dem Mauerbau und dem Ausbau der innerdeutschen Grenze wurde nicht nur die Teilung Berlins und Deutschlands, sondern auch Europas besiegelt und die Blockbildung zementiert. Eine 168 km lange Grenze um West-Berlin teilte die Stadt, zerstörte die politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Verbindungen, indem sie Familien, Freunde und Bekannte trennte und zahlreiche Straßenzüge, Wasserläufe und Nahverkehrsverbindungen auf Dauer unterbrach. Sie ergänzte die 1378 km lange innerdeutsche Grenze. Die Grenzanlagen wurden in den folgenden Jahren immer perfider ausgebaut und verschärft. Zahlreiche Menschen verloren beim Versuch die Grenze zu überwinden ihr Leben, wurden verletzt oder mussten unter dem Vorwurf der Republikflucht langjährige Haftstrafen verbüßen. Erst die Friedliche Revolution und der Fall der Mauer am 9. November 1989 läuteten das Ende des furchtbaren SED-Regimes und seiner menschenverachtenden Grenze ein.

Konrad Adenauer sagte am 19. August 1961 im Rahmen einer Ansprache über das deutsche Fernesehen: „Was das Ulbricht- Regime mit Billigung der Warschauer Pakt-Staaten am 13. August durchführte, das war ein Bruch von Vereinbarungen und Abkommen, eine Verletzung des Viermächte-Status. Ein brutaler Akt gegen unsere Brüder und Schwestern in der Zone und im Ostsektor, ein Angriff auf die Freiheit schlechthin. Es war aber auch – und das ist ja schon von mehreren Seiten gesagt worden – eine Bankrotterklärung ersten Ranges für die Machthaber der Zone.“

Im Rahmen unserer vielfältigen Projekte wollen wir auf die Vorgeschichte und die Ursachen, die zum Mauerbau führten, auf dessen Folgen, auf zentrale politische Akteure, auf die Politik der SED-Diktatur und das barbarische Grenzregime sowie auf die zahllosen Grenzopfer und Flüchtlinge eingehen. Bei der Auseinandersetzung mit dem Thema soll das Augenmerk allerdings nicht nur auf die innerdeutsche Grenze, sondern auch auf vergleichbare internationale Grenzprobleme (z.B. Nord- und Südkorea) gerichtet werden.

Akademie der KAS