Analysen und Argumente

Ein neues strategisches Konzept für die NATO?

von Patrick Keller
Das Strategische Konzept der NATO, das maßgebliche Dokument zur Bestimmung der politischen und militärischen Prioritäten der Allianz, stammt aus dem Jahr 2010. Aufgrund der seither drastisch veränderten Sicherheitslage – vor allem aufgrund der russischen Aggression gegenüber der Ukraine – mehren sich die Rufe nach einer Überarbeitung. Andere warnen, dass jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für eine Grundsatzdebatte sei. Die Analyse wiegt die Argumente für und wider ein neues Strategisches Konzept ab und empfiehlt der nächsten Bundesregierung, den Prozess der Strategiefindung anzustoßen.

Zum Mitnehmen

  • Das Strategische Konzept von 2010 ist das maßgebliche Dokument der NATO, da es die Prinzipien des Gründungsvertrags (1949) zeitgemäß interpretiert und Ziele, Herausforderungen und Mittel der Allianz beschreibt.
  • Angesichts der veränderten Sicherheitslage – insbesondere durch die russische Annexion der Krim 2014 – sehen sich die Mitgliedstaaten der NATO gedrängt, das Strategische Konzept zu aktualisieren.
  • Zahlreiche Spannungen im Bündnis lassen den Zeitpunkt für eine strategische Grundsatzdebatte jedoch ungünstig erscheinen. Letztlich ist es aber für die NATO besser, ihre inneren Konflikte durch einen Strategieprozess zu adressieren als ihre Angst vor mangelnder Konsensfähigkeit mit einem veralteten Strategischen Konzept auszustellen.

Über diese Reihe

Die Reihe informiert in konzentrierter Form über wichtige Positionen der Konrad-Adenauer-Stiftung zu aktuellen Themen. Die einzelnen Ausgaben stellen zentrale Ergebnisse und Empfehlungen vor, bieten Kurzanalysen, erläutern die weiteren Pläne der Stiftung und nennen KAS-Ansprechpartner.

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Herausgeber

Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

erscheinungsort

Sankt Augustin Deutschland