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Konrad Adenauer Programm für jüdisch – arabische Zusammenarbeit in Israel feierlich eröffnet

Der israelische Staatspräsident Katzav erklärte vor Hunderten Juden und Arabern in Israel, dass es den Bericht der Or-Kommission zu unterstützen gälte, um die Folgen für die Leidtragenden der Ereignisse vom Oktober 2000 wieder gut zu machen. Die Or-Kommission hatte die Unruhen bei Ausbruch der Intifada und die Tötung von 13 israelischen Arabern durch die israelischen Sicherheitskräfte untersucht und Fehlentscheidungen der Sicherheitskräfte gerügt.

Er sprach zur Eröffnung des neuen Programms der Konrad-Adenauer-Stiftung für jüdisch-arabische Zusammenarbeit, welches an der Universität Tel Aviv seine Arbeit nun aufnehmen wird.

Katzav betonte weiter, dass die Beziehungen zwischen Juden und Arabern in den letzten vier Jahren schweren Schwankungen unterworfen waren. Der Schatten der Ereignisse von Oktober 2000 sei nicht verschwunden. Beide Volksgruppen, Juden wie Araber hätten sich mehr und mehr entfremdet und sich gegenseitig abgegrenzt. Die Zeit sei gekommen, tiefliegenden Hass und Feindschaft abzubauen.

Er sagte, er sei über die bestehende Not, Armut und Arbeitslosigkeit im arabischen Sektor besorgt. Es gälte nun, daran zu arbeiten, die gesellschaftliche und wirtschaftliche Kluft durch eine Politik zur Chancenverbesserung für die arabische Bevölkerung zu überwinden. Das Einräumen von vollen Bürgerrechten führe nicht automatisch zur Einhaltung von Pflichten, und das Nicht-Zugestehen von Rechten befreie nicht von Pflichten. Rechte und Pflichten seien die beiden Seiten einer Medaille.

Katzav dankte ausdrücklich der Konrad-Adenauer-Stiftung für das nun startende Konrad Adenauer Programm an der Universität Tel Aviv.

Dr. Johannes Gerster, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Israel sagte, dass er in einer Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern in Israel einen Schlüssel zur Entspannung der Lage in Nahost sieht. Denn der israelisch-palästinensische Konflikt könne dadurch an Schärfe verlieren.

Adenauer und Ben Gurion hätten nach der Shoah Unmögliches möglich gemacht: Deutsche und Juden fanden zusammen. So arbeite auch die Konrad-Adenauer-Stiftung an der weiteren Entwicklung der jüdisch-arabischen Zusammenarbeit in Kooperation mit der Universität Tel Aviv.

Dr. Elie Rekhess, Direktor des neuen Programms, sagte bei der Zeremonie, dass das ständige und weitere Ignorieren der Not im arabischen Sektor nur noch zu einer weiteren Vertiefung der Kluft zwischen Juden und Arabern in Israel führt.

Rekhess: Die fehlende Auseinandersetzung mit den Problemen, die die arabische Bevölkerung belasten, schaffe Gefühle von Vernachlässigung, Geringschätzung und Verachtung, die zur Unruhe im Innern der arabischen Bevölkerung in Israel führten. Vor allem seien dies Probleme auf dem Gebiet der Erziehung, Wohnungsbeschaffung, Beschäftigung und Wirtschaftsentwicklung.

Die bestehenden, besorgniserregenden Entwicklungen der jüdisch-arabischen Beziehungen und besonders die Ereignisse von Oktober 2000, die zur Entfremdung in der Beziehung zwischen Juden und Arabern führten, trugen zur Entscheidung bei, neue Programme einzuführen, die vorsehen, die jüdisch-arabischen Beziehungen in Israel zu fördern.

Die Ausführung der Programme solle mittels intensiverer Forschung, akademischer Projekte und Weiterentwicklung auf dem Gebiet der Initiierung von Workshops und gemeinsamer Arbeit durchgeführt werden. Außerdem sollen Aktivitäten der Regierung für den arabischen Sektor vorangetrieben werden. Er betonte, dass das Programm die Gleichberechtigung der arabischen Bürger im Staat Israel fördere und das bestehende, akademische Wissen die Zusammenarbeit zwischen Juden und Arabern bereichern solle. Ein besonderer Schwerpunkt sei auch auf derlei Tätigkeiten zu legen, die Gründe von Blockaden in der Regierungspolitik prüften und zur Überwindung von Verwaltungshindernissen führen.

Der Eröffnung des Konrad Adenauer Programms folgte eine große Konferenz, auf welcher jüdische und arabische Experten Mängel in der rechtlichen Gleichstellung der arabischen Minderheit untersuchten und Vorschläge für eine Verbesserung der Lage der Araber unterbreiteten.

Für zusätzliche Informationen:

Dani Litani: 00972-55-824666;

Chagit Cohen: 00972-65-235555

(Sprecher des Präsidenten);

KAS-Jerusalem: 00972-2-5671830

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