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"Gesicht zur Wand"

Filmvorführung und Gespräch

Am Abend des 09.10.2013 fand in Eisenach eine Filmvorführung und Gespräch mit dem Regisseur und Schauspieler Stefan Weinert sowie dem Zeitzeugen Mario Röllig statt. Der 84minütige Dokumentarfilm, welcher 2009 vielfach prämiert wurde, betrachtet 5 Schicksale ehemaliger DDR-Bürger, die aufgrund DDR-kritischer Einstellung und versuchter Republikflucht in das Visier der Staatssicherheit gerieten und inhaftiert wurden.

Die Einzelschicksale beschreiben Personen mit verschiedenen sozialen Hintergründen, die als Lehrer, Filmschaffende, homosexuelle Restaurantfachleute und Landwirte arbeiteten oder über den Lebenspartner den Weg in die Kritik am DDR-System fanden. Die persönlichen Schilderungen der Zeitzeugen weckten bei den Zuhörern viele Assoziationen zum eigenen Werdegang, wodurch die Bilder aus dem Stasi-Haftanstalten mit den Erfahrungsbereichten zur psychischen Folter noch fühlbarer erscheinen als im prämierten Film „Das Leben der Anderen“. Die subjektiven Eindrücke der dargestellten Personen, die die DDR schließlich als durch die Bundesrepublik freigekaufte Häftlinge verlassen durften ergeben ein Gesamtbild, dass eine nachträgliche Weichzeichnung oder Verklärung der DDR nicht zulässt.

Im Anschluss diskutierten Mario Röllig und Stefan Weinert moderiert vom Schirmherren des Eisenacher Gesprächs Christian Hirte MdB zum Film. Stefan Weinert seine Motive und Arbeit zum Filmprojekt, bei der er ausführte, dass gerade seine West-Sozialisation in Köln, die Paris oder Amsterdam näher sieht als Ostdeutschland ihn und vielen seiner Generation mit viel Unkenntnis über den Vereinigungsprozess zurückließ. Darüber hinaus konstatierte er auch einen unkritischen Umgang vieler Westmedien vor und nach der Wiedervereinigung mit der Diktatur in der DDR, was er auch bei der mangelnden Resonanz bei Förderanfragen für sein Projekt verspürte und daher selbst finanziert ist. Den Kontakt zu den Opfern stellte er über die Birthler-Behörde her, wobei in dezenter Zusammenarbeit über mehr als ein Jahr die Interviews entstanden, welche das Gesamtbild des Filmes erschaffen. Bedrückend blieb für ihn die offensichtliche Spätschädigung der ehemaligen Verfolgten, welche bis hin zur vollständigen Berufsunfähigkeit von dieser Zeit gezeichnet sind.

Das Publikum begrüßte einhellig die Arbeit des Regisseurs, da er endlich den Opfern der DDR eine Stimme verleiht, während die Täter häufig durch Sonderversorgungs-Renten bzw. Integration in SED-Nachfolgeorganisationen besser gestellt sind und öffentlichkeitswirksam das DDR-Unrecht relativieren zu versuchen. Mario Röllig nahm insbesondere über die persönlichen Erlebnisse und Schilderungen die Zuhörer für sich ein. Er forderte von Beifall begleitet das Verbot der Symbole der DDR-Repressionsapparate und regte eine stärkere Beschäftigung mit dem Thema gerade in Schulen an. Mario Röllig arbeitet heute als Gedenkstättenführer in der ehemaligen Staatssicherheit-Haftanstalt Hohenschönhausen, was ihm bei der Verarbeitung seiner Erlebnisse sehr helfe. Er gab jedoch zu bedenken, dass viele Opfer dazu nicht in der Lage sind und machte sich für verbesserte Entschädigungsmöglichkeiten für SED stark.

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المقدمة من قبل

Politisches Bildungsforum Thüringen

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ترتيب المعلومات

erscheinungsort

Erfurt Deutschland