Basel II

Kurzbezeichnung für den Baseler Akkord, der vom Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht verabschiedet wurde. Ziel des Akkords war es, das nationale und internationale Bankensystem zu stabilisieren und Wettbewerbsverzerrungen durch Harmonisierung der Bankenregulierung zu vermeiden. Die erste Eigenkapitalvereinbarung (Basel I) trat 1992 in Kraft. Seit der Umsetzung ihrer Bestimmungen haben sich die Bankprodukte und die Bankenlandschaft stark verändert. Die bestehenden Eigenkapitalvorschriften konnten die Risiken der Kreditinstitute nicht mehr genau abbilden. Der Baseler Ausschuss begann daher 1998, die neuen Standards zu entwickeln. Sie traten Ende 2006 in Kraft. Der neue Baseler Eigenkapitalakkord „Basel II“ bestand aus drei Säulen: den Eigenkapitalanforderungen, dem bankenaufsichtlichen Überprüfungsprozess und der erweiterten Offenlegung. Basel II hielt an der bisherigen Eigenkapitaldefinition und der Mindesteigenkapitalquote von 8 % fest. Neben den Markt- und Kreditrisiken wurde nun auch das operationelle Risiko berücksichtigt. Die Bonität des Kreditnehmers rückte verstärkt in den Mittelpunkt der Risikoberechnung: Statt pauschaler Vergabe der Risikogewichtungssätze wurde die Bonität jedes Schuldners anhand externer Ratings oder bankinterner Einschätzungen beurteilt. Die zweite Säule regelte die Überprüfungsverfahren der nationalen Aufsichtsbehörden und stärkte ihre qualitative Ausrichtung. Die dritte Säule erweiterte die Offenlegungspflichten der Banken, um so eine stärkere Disziplinierung der Finanzinstitute zu erreichen.

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