Umbrüche im Nahen Osten und in Nordafrika

10 Jahre Arabischer Frühling

Perspektiven für Demokratie im Nahen Osten und Nordafrika

Veranstaltungen

Dez

2020

10 Jahre Arabischer Frühling
Perspektiven für Demokratie und Entwicklung im Nahen Osten und Nordafrika

Dez

2020

10 Jahre Arabischer Frühling
Perspektiven für Demokratie und Entwicklung im Nahen Osten und Nordafrika
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Im Dezember 2010 begann mit Demonstrationen im tunesischen Hinterland eine Protestwelle, die den Nahen Osten und Nordafrika erschütterte. Die Forderungen der vorwiegend jungen Demonstranten nach „Brot, Freiheit, Würde“ auf der Avenue Bourguiba in Tunis und dem Tahrir-Platz in Kairo fanden Widerhall in weiten Teilen der arabischen Welt und waren zugleich eingebettet in einen jeweils länderspezifischen Kontext. Innerhalb eines Jahres wurden die autoritären Herrscher in Tunesien, Ägypten, Libyen und im Jemen, die ihre Länder jahrzehntelang regiert hatten, gestürzt. Für diese Phase, in der vielerorts die Menschen in der arabischen Welt auf die Straße gingen und mehr sozioökonomische Teilhabe und politische Rechte einforderten, hat sich der Begriff „Arabischer Frühling“ eingebürgert.

Doch eine rasche Demokratisierung und ein frühlingshaftes Aufblühen der Region folgte nicht. Stattdessen brachen vielerorts geopolitische und identitäre Konfliktlinien auf, Proteste wurden gewaltsam unterdrückt, Frustration führte zu Radikalisierung und terroristische Gruppierungen konnten sich die Instabilität vieler Staaten zu Nutze machen. Das vergangene Jahrzehnt hat gezeigt: Die alte Ordnung der arabischen Welt, wie sie nach dem Zerfall des Osmanischen Reiches und im Zuge der Dekolonialisierung entstanden war, ist zerbrochen und noch konnte sich kein neues Herrschaftsmodell durchsetzen. Das Ringen um neue Ordnungsstrukturen innerhalb der Gesellschaften und zwischen den Ländern der Region – und den darin involvierten externen Akteuren – dauert an. Nicht zuletzt die Bürgerproteste des Jahres 2019 im Irak, in Algerien und im Libanon, haben erneut in Erinnerung gerufen, dass eine Antwort auf die Forderungen des „Arabischen Frühlings“ weiterhin nicht gefunden ist.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung nimmt das zehnjährige Jubiläum des „Arabischen Frühlings“ zum Anlass für eine Bestandsaufnahme der mannigfaltigen und langwierigen Transformationsprozesse im Nahen Osten und Nordafrika. Warum ist der „Arabische Frühling“ in so vielen Ländern gescheitert? Wo gibt es dennoch Anzeichen für einen demokratischen Wandel? Welche Zukunft wünschen sich die jungen Menschen heute in der Region? Wie können Partizipation und Repräsentation in den Gesellschaften der Region organisiert werden? Gibt es dabei auch eine Rolle für Deutschland und Europa?

Auf der folgenden Themenseite finden Sie eine Aufführung von Veranstaltungen der Konrad-Adenauer-Stiftung zum „Arabischen Frühling“ in Deutschland und der Region sowie Hinweise zu relevanten politischen Berichten, Studien, Umfragen, Interviews und Video-Statements.