Einzeltitel

Religion in multikonfessionellen Gesellschaften

von Vladimir Bozinovski, Marjan Nikolovski

Werte und Überzeugungen

Wir stellen Ihnen den zweiten Sammelband mit Analysen der fünf Meinungsumfragen vor, die während der letzten Jahre durch das Institut für Politische Studien Skopje und das Internet-Portal Religija.mk, das erste informative Gebetsbuch, in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung durchgeführt wurden.

Um den Informationsbedarf über die Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger zu Glaubensangelegenheiten, Religiosität, Glaubenszugehörigkeit und zur Beziehungen zwischen Staat und Glaubensgemeinschaften besser zu decken, wurde im Jahr 2016 das Projekt "Mazedonien als multikonfessionelle Gesellschaft", heute "Die Republik Nordmazedonien als multikonfessionelle Gesellschaft", initiiert. Ziel des Projekts ist es, ein Gesamtbild der Gesellschaft und der öffentlichen Meinung zu den genannten Themen zu erhalten, insbesondere im Hinblick auf interreligiöse Toleranz und Zusammenleben. Mit dem Projekt wuchs das Interesse, wie auch der Bedarf an sporadischen Umfragen, in denen es in der einen oder anderen Weise um die Themen Religion, Glaubenseinrichtungen, Gläubige, Gesellschaft und Staat sowie ihre Wechselwirkungen geht.

Allen Umfragen ist gemein, dass sie mit dem Konzept des multikonfessionellen Staates verbunden sind. Dieses Konzept entspricht in vieler Hinsicht der mazedonischen Wirklichkeit, denn das Nebeneinander vieler Religionen ist historisch genauso wie auch heutzutage ein wichtiges Merkmal der mazedonischen Gesellschaft, das sich auf innerstaatliche Prozesse auswirkt und die Entwicklung des Staates beeinflusst. Richtig umgesetzt, kann das Konzept des multikonfessionellen Staates eine bedeutende Kohäsionskraft zwischen den Bürgerinnen und Bürgern verschiedener Religionen darstellen. Wenn die Umsetzung jedoch falsch angegangen oder das Konzept zur Spaltung der Gesellschaft missbraucht wird, kann Multikonfessionalität sogar in Gesellschaften wie derjenigen Nordmazedoniens, dessen Tradition des religiösen Nebeneinanders jahrhundertealt ist, zur Ursache von Konflikten werden.

Der vorliegende Sammelband enthält fünf neue Untersuchungen und kann, zusammen mit dem ersten Band, als grundlegende Datensammlung betrachtet werden. Die Angaben können als Informationsbasis und Orientierung für wissenschaftliche Studien und Analysen genutzt werden, aber auch die Glaubensgemeinschaften selbst können sie als eine Art Wegweiser für die Gestaltung und Umsetzung ihrer Beziehungen zu ihren Mitgliedern und zur Öffentlichkeit nutzen.

In den fünf Umfragen dieses Bandes geht es um die öffentliche Wahrnehmung hinsichtlich der Wechselbeziehungen zwischen Religion, Gläubigen, Glaubensgemeinschaften und Politik vor dem Hintergrund des Wahlkampfes, wie auch um die Wahrnehmung jüngerer Menschen im Hinblick auf den EU-Integrationsprozess der Republik Nordmazedonien und europäische Werte. Die religiöse Moral junger Menschen ist ebenso Thema wie die im Jahr 2020/21 unumgängliche Frage, welche Rolle Religion und Glaube während der Pandemie spielen. In dieser einzigartigen Umfrage wurde die öffentliche Wahrnehmung auf dem Höhepunkt der Pandemie untersucht.

Da die Rolle der einzelnen Glaubensgemeinschaften, insbesondere der Mazedonischen Orthodoxen Kirche (Erzbistum Ohrid) für die mazedonische Gesellschaft von herausragender Bedeutung ist, und da diese Glaubensgemeinschaft in der orthodoxen Welt besonderen Herausforderungen gegenübersteht, wurde 2020 die erste gezielte Umfrage zur öffentlichen Wahrnehmung dieser Herausforderungen durchgeführt, deren Ergebnisse für weitergehende Analysen von Interesse sein werden.

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erscheinungsort

Skopje