Länderberichte

Der Blick zurück verstellt die Sicht auf die Vision der Zukunft

Südkoreas Beziehungen zu Japan

Die Titelbilder koreanischer Zeitungen vom 3. November 2015 sagten mehr als tausend Worte: kein Lächeln, sondern nur ernste Gesichter auf beiden Seiten. Das durchaus epochale Gipfeltreffen zwischen der südkoreanischen Staatspräsidentin Park Geun-hye und dem japanischen Premierminister Shinzo Abe am Tag zuvor in Seoul, eingebettet in den als Anlass und Rahmen kreierten Dreiergipfel mit China, war ein Erfolg mit bitterem Beigeschmack.

Dass es überhaupt dazu kam, noch dazu auf südkoreanischem Territorium, werteten diplomatische Beobachter zwar als Erfolg für Südkorea, um jedoch gleichzeitig einschränkend zu bemerken, dies sei nur möglich gewesen, weil Präsidentin Park ihre seit Amtsantritt gegenüber Japan fast schon als Blockadepolitik anzusehende Haltung „revidiert“ habe. Und selbst diese Beobachter sahen die Ergebnisse der Gespräche als „begrenzt“ an.

Das Jahr 2015 ist ein wichtiges Jahr für die südkoreanisch-japanischen Beziehungen. Vor 50 Jahren nahmen beide Länder ihre diplomatischen Beziehungen auf, und vor 70 Jahren wurde Südkorea von der japanischen Herrschaft befreit. Doch bilaterale Gipfeltreffen von Premierminister Abe und Präsidentin Park nach deren jeweiligen Amtsübernahmen 2012 und 2013 fanden nicht statt. Die Beziehungen der beiden Länder sind angespannt. Ihre Gemeinsamkeiten sind demokratische Systeme, beachtliche Wirtschaftsleistungen und eine jeweilige Allianz mit den USA. Doch das Geschichtsproblem stellt eine große Hürde dar. Anders als Deutschland und Frankreich, die durch eine konsequente Aussöhnungspolitik politischer Größen wie Konrad Adenauer und Charles de Gaulle ihre historischen Streitigkeiten beigelegt haben, können Japan und Korea noch immer keine enge oder gar freundschaftliche Beziehung führen. In den letzten 15 Jahren haben sich die Beziehungen sogar abgekühlt.

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Korea Korea