Länderberichte

Politische Kurzberichte der KAS-Auslandsbüros

2001

Stabilität durch neue Allianzen? Währungskorb mit Euro?

von Frank Priess

Mit seinem Paket von "Gesetzen zur Wettbewerbsfähigkeit" hat sich Argentiniens neuer Wirtschaftsminister Domingo Cavallo erst einmal Luft und Handlungsspielraum verschafft. Gleichzeitig erhielt die Exekutive für ein Jahr gesetzgeberische Vollmachten, um die staatliche Verwaltung zu reformieren, die Deregulierung der Wirtschaft voranzutreiben und das Steuergesetz zu modernisieren.

2001

Auf dem Weg zu einem modernen Prozessrecht

von Reinhard Junghanns

Zur Eröffnung des Juristischen Jahres am 16. März 2001 stellte die "Mündlichkeitskommission" der Corte Suprema de Justicia de Costa Rica der Öffentlichkeit ihren Entwurf eines einheitlichen konsolidierten Prozessrechts vor.

2001

Wachsende Rolle der IT-Industrie

von Gert W. Kück

Seit Mitte der 90er Jahre ist Indien zu einem Konkurrenten von Weltgeltung auf den Gebieten der Entwicklung, Modifizierung und Wartung von Software geworden. Dabei geben nicht mehr nur das günstige Preisniveau, sondern auch Qualität und Termintreue den Ausschlag. Seit 1995 wuchs die indische IT-Industrie jährlich zwischen 33 und 56 Prozent. Für das Geschäftsjahr 1. April 1999 bis 31. März 2000 wird eine Wachstumsrate von 46 Prozent berichtet. Mittlerweile hat sich die indische IT-Industrie von der Softwareverarbeitung und bloßer personeller Unterstützung fremder Software-Ent-wicklung zu einem professionellen Partner im IT-Geschäft entwickelt.

2001

Macht und Misstrauen

von Wolfgang Möllers

Mit diplomatischen Schmeicheleien einerseits und massiver Einschüchterung andererseits ist China dabei, seine Vormachtstellung in der Region auszubauen. Ein Jahr nach den Präsidentschaftswahlen in Taiwan schlägt Peking dem kleinen Nachbarn gegenüber versöhnlichere Töne an. Die anfangs aggressiven Gebärden sind intensiveren Kontakten und wirtschaftlichen Fortschritten gewichen. Auch Südostasiens Staaten versuchen, sich mit dem mächtigen Anrainer im Norden zu arrangieren. Die Politik Chinas im südchinesischen Meer und die außenpolitische Geschichte des Landes seit Anfang der 60er Jahre lässt die Länder der Region jedoch mit Vorsicht und voller Zweifel auf die Absichten Pekings blicken.

2001

Ein Jahr Regierung Ricardo Lagos

von Hans-Hartwig Blomeier

Schicksal der politischen Reformen in Chile
Gut ein Jahr nach der Amtsübernahme durch Staatspräsident Lagos mit der Koalition der "Concertación" stellt sich die Frage nach dem bisher Erreichten, insbesondere vor dem Hintergrund der Ankündigungen seiner ersten Regierungserklärung vom 21. Mai 2000 (weniger vor dem Hintergrund der vollmundigen Wahlversprechungen) und der nachfolgenden Bilanz ein Jahr später. Von punktuellen Maßnahmen einmal abgesehen fiel es noch vor einigen Wochen schwer, konkrete Ergebnisse dieser Ankündigungen zu identifizieren.

2001

König Simeon II. kündigt seine Rückkehr in die bulgarische Politik an

von Josef Gruber

Am 6.April 2001, kündigte der bislang in Spanien lebende bulgarische Monarch Simeon II offiziell seine aktive Teilnahme an der bulgarischen Politik und insbesondere an den am 17. Juni bevorstehenden Parlamentswahlen an. Seine Erklärung war seit längerem erwartet worden, nachdem er bereits zu Jahresbeginn seine Absicht bekundet hatte, bald unmittelbar in die politischen Geschehnisse im Lande eingreifen zu wollen. Die in der Residenz Vranja bei Sofia verlesene Ansprache war in recht allgemeinem Ton gehalten, nichtsdestoweniger ermöglichen ein aufmerksames Studium und Analyse des Textes gewisse Rückschlüsse über seine Absichten, die vorerst dennoch in manchen Punkten vage und spekulativ bleiben müssen.

2001

Nach der Ermordung von Laurent-Desiré Kabila

von Volker Mönikes

Ohne Frieden keine Demokratie
Seit der Ermordung des kongolesischen Staatschefs Laurent Kabila am 16.01.2001 und nach der Übernahme der Staatsgeschäfte durch seinen Sohn Joseph ist Bewegung in die verfahrene Situation in Kongo-Kinshasa gekommen. Mit dem Begriff "vorsichtige Hoffnung" ist die Gemütslage von Bewohnern und Beobachtern des von Krieg, Aggression, wirtschaftlichem Niedergang und Armut geschundenen Landes zur Zeit am besten beschrieben - Hoffnung auf einen Neubeginn des Demokratisierungsprozesses, aber vor allem Hoffnung darauf, dass ein Krieg zu Ende gehen möge, der nach vorsichtigen Schätzungen in den letzten drei Jahren bereits mindestens zwei Millionen Tote und ungezählte Verwundungen durch Folter, Vergewaltigung und Vertreibung hervorgebracht hat. Es ist sicher: ohne das Erreichen eines stabilen Friedens und einer dauerhaften Einstellung aller Kampfhandlungen ist auch die Demokratisierung des Landes nicht erreichbar. Ob der Friedensprozess gelingt, hängt allerdings nicht allein von den Kongolesen selber ab, vielmehr muss das internationale Krisenmanagement und die Bereit-schaft aller Kriegsparteien in eindeutigen Schritten zum Frieden sichtbar werden.

2001

Nicht alles anders, aber vieles besser?

von Roland Freudenstein, Henning Tewes

Ende September 2001 finden in Polen Parlamentswahlen statt. Meinungsumfragen zeigen seit etwa zwei Jahren einen klaren Vorsprung für das Bündnis der demokratischen Linken (SLD). Ein Wahlsieg dieser Formation ist deswegen zwar noch keine ausgemachte Sache, wird aber unter den Beobachtern der politischen Szene als an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit beschrieben. Was würde sich in Polen ändern, wenn die SLD in der Tat die 1997 verlorene Regierungsmacht zurückeroberte?

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist in rund 80 Ländern auf fünf Kontinenten mit einem eigenen Büro vertreten. Die Auslandsmitarbeiter vor Ort können aus erster Hand über aktuelle Ereignisse und langfristige Entwicklungen in ihrem Einsatzland berichten. In den „Länderberichten“ bieten sie den Nutzern der Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung exklusiv Analysen, Hintergrundinformationen und Einschätzungen.

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Herausgeber

Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.