Mauerbau und Unfreiheit

Aus der Seminarreihe: „Unfreiheit und Kommunistische Diktaturen“

Anlässlich des fünfzigsten Jahrestages des Mauerbaues in Berlin (13. August 1961), wurde in Tirana am 30. September 2011, das Seminar „Mauerbau und Unfreiheit“ von der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Universität Tirana durchgeführt. Das Seminar steht in einer Reihe von Seminaren der Konrad-Adenauer-Stiftung, die sich alle um das Thema: „Unfreiheit und kommunistische Diktaturen“ drehen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung hält solche Seminare für fundamental wichtig, um wichtige Schritte der Vergangenheitsbewältigung in Albanien zu leisten.

Neben Gruppen der Zivilgesellschaft, Studenten, Wissenschaftlern und ehemaligen politischen Häftlingen aus Albanien, nahmen auch folgende deutsche Experten teil:

● Herr Rainer Eppelmann, Bürgerrechtler in der DDR, Minister für Abrüstung und Verteidigung in der letzten DDR-Regierung und Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur;

● Frau Dr. Anna Kaminsky, Geschäftsführerin der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur;

● Herr Dr. Ulrich Mählert, Experte für die Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit;

● Herr Dr. Pandeli Pani, Redakteur der Deutschen Welle und Dozent an der Universität Jena und Berlin, Experte für die Transformationsländer Südeuropas.

Drei albanische Fernsehstationen berichteten von dem Seminar.

Herr Eugen Wollfarth, der OSZE-Botschafter, und der Kulturattachee der Deutschen Botschaft, Herr Harald Schindler, begrüßten zusammen mit dem Auslandsmitarbeiter, die Gäste, die Referenten und die Teilnehmer aus Albanien und Deutschland. Alle betonten in ihren Eingangstatements die Wichtigkeit eines solchen Seminars für Albanien.

Herr Rainer Eppelmann betonte die Gemeinsamkeiten der kommunistischen Diktaturen, nämlich die Totalitariät und die Menschenverachtung und wies daraufhin, dass das Eintreten für Demokratie, Freiheit und Gerechtigkeit, auch heute noch dieselbe Bedeutung hat.

Frau Dr. Kaminsky sprach direkt über den Akt des Mauerbaues, den Abbruch der Mauer und darüber, dass überall in der Welt Interesse besteht, Teile der Mauer zu haben, um diese Teile auszustellen und somit das Gedenken an die Mauer und insbesondere an die Opfer des Mauerbaues und der gesamten Grenzanlagen hoch zu halten.

Herr Dr. Mählert sprach über den Bau der Mauer in Berlin und den Bau der innerdeutschen Befestigungsanlagen mit Minen und Schiessanlagen, um Bürger der DDR an der Flucht zu hindern. Die Befestigungsanlagen dienten auch der SED-Diktatur, um ihre Willkürherrschaft abzusichern.

In seinen Vortrag ging Herr Dr. Pani auf die Besonderheiten der kommunistischen Diktatur in Albanien ein. Massenmobilisierung und systematische Verletzungen der Menschenwürde standen im Zentrum seiner Ausführungen. Dr. Pani unterstrich, dass die kommunistische Diktatur in Albanien, die schlimmste in Europa war.

Kernpunkt des Vortrages vom Herrn Dr. Artan Puto, von der Universität „Marin Barleti“ in Tirana mit dem Titel: „Herausforderung Geschichte – Die Notwendigkeit der Aufarbeitung der Geschichte und die fehlende Erinnerungskultur in Albanien“ war die Bedeutung der Öffnung der Akten in Albanien und die ersten Ansätze der Lustration und Aufarbeitung der Vergangenheit in Albanien.

Frau Anna Kaminsky während des Seminars "Mauerbau und Unfreiheit", am 30. Sep. 2011, Tirana, Albanien Armand Plaka, KAS-Büro, Tirana