Schwering, Leo

Philologe, Bibliotheksdirektor, Dr. phil., * 16.03.1883 Coesfeld/Westfalen, † 07.05.1971 Köln, römisch-katholisch

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1903–1908 Studium der Klassischen Philologie, Geschichte und Erdkunde in Bonn, 1912 Studienrat am Gymnasium Kreuzgasse in Köln, 1921–1932 MdL Preußen (Zentrum), 1934 zwangspensioniert, 1944 Gestapo-Haft, 1945 Bibliotheksdirektor; 1946–1958 MdL (CDU) Nordrhein-Westfalen.

Politisch begann Schwering 1912 als Vorsitzender des Volksvereins für das katholische Deutschland, Sektion Köln. Als Abgeordneter im Preußischen Landtag widmete er sich der Kulturpolitik. Seit April 1945 initiierte er mit anderen eine christlich-demokratische Volkspartei (CDVP), um die parteipolitische Zersplitterung des christlichen Volksteils zu überwinden; im Juni 1945 arbeitete er in Walberberg mit am „Vorläufigen Entwurf zu einem Programm der christlichen Demokraten Deutschlands“ (Kölner Leitsätze): Ein Christlicher Sozialismus sollte die Arbeiterschaft gewinnen und eine Zusammenarbeit mit der SPD anbahnen. Schwering gründete am 17. Juni 1945 in Köln die Christlich-Demokratische Partei (CDP) und wurde am 19. August 1945 zu ihrem Vorsitzenden sowie am 2. September 1945 zum Vorsitzenden der rheinischen Sektion im rheinisch-westfälischen Landesverband der CDP gewählt, am 5. Februar 1946 aber von Konrad Adenauer abgelöst. Dieser verwarf den Christlichen Sozialismus und strebte eine bürgerliche Sammlungspartei an. Schwering bemühte sich als Abgeordneter im Landtag von Nordrhein-Westfalen um den Wiederaufbau der in den letzten Kriegsmonaten schwer mitgenommenen Kreise an der belgischen und holländischen Grenze.

Literatur

Frühgeschichte der christlich-demokratischen Union (1963). – M. Schwering, in: Leo Schwering. In den Klauen der Gestapo (1988). – Bestand: Historisches Archiv der Stadt Köln.

Hugo Stehkämper