Gespräch
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Und die Moral von der Geschicht‘

Märchen zwischen Sehnsuchtsorten und Sozialkritik

Fahrt mit der Lößnitzgrundbahn und Veranstaltung bei Schloss Moritzburg

Details

Schon seit Generationen fasziniert das Märchen vom Aschenbrödel und seinen drei Haselnüssen Familien zur Weihnachtszeit. Als von der bösen Stiefmutter verstoßene Außenseiterin übernimmt Aschenbrödel die Rolle der Heldin, die trotz aller Probleme über das vermeintlich Stärkere siegt. So transportiert das Märchen die „Moral von der Geschicht‘“, dass jeder Einzelne einen Wert hat  - unabhängig davon, ob er Demütigungen erleiden muss oder nur Lumpen am Leib trägt -- und dass, obwohl Lebenssituation oft ungerecht sind, es zu einem guten Ende kommt.

Märchen üben Sozialkritik, wie z.B. in den Soldatenmärchen, als die jungen Männer die heimatliche Region aufgrund veränderter Lehnverhältnisse verlassen mussten, aber doch nichts sehnlichster wünschten, als wieder nach Hause zurückzukehren. Wie bei „Hans im Glück“ birgt der Weg in die Fremde Verlust und Chance zugleich. Er verwirft letztendlich die Chance und landet genau dort, wo er einst gestartet war. Die menschliche Urangst vor dem Fremden wird im Märchen in Bezug zum Eigenen gesetzt: entweder wir ergreifen die Chance, werden kreativ und finden neue Heimat oder wir bleiben da wo wir sind. Dann dürfen wir uns aber auch nicht beschweren, dass wir nicht Teil von gesellschaftlichen Entwicklungen sind. Wie gehen wir heute mit Veränderungen um, und welche Rolle könnte dabei die Sehnsucht nach Märchen spielen?

Zuletzt sind Märchen zeitlose und sinnstiftende Erzählungen, die universale Werte und Regeln des gemeinschaftlichen Zusammenlebens vermitteln. Scheint nicht angesichts aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen wie Migration und Populismus die märchenhafte Aufforderung wieder angebracht, an das Gute zu glauben – und daran, dass Mut sich lohnt: Mut, aufeinander zuzugehen und Gräben zu überwinden?

Sie sind herzlich eingeladen, miteinander über diese Fragen zu diskutieren!

 


 

Eine Teilnahme ist aufgrund der beschränkten Kapazitäten nur nach Anmeldung möglich.

Programm

Fahrt mit der Lößnitzgrundbahn

  • 17.26 Uhr Abfahrt: Bahnhof Radebeul Ost
  • Während der Fahrt moderiertes Gespräch mit den Gästen:
    • Dr. Joachim Klose (Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. für den Freistaat Sachsen)
    • Dr. Sabine Wienker-Piepho (Märchenforscherin, Lehrstuhl für Empirische Volkskunde an der Friedrich-Schiller-Universität Jena)

Schloss Moritzburg

  • 17.54 Uhr Ankunft Bahnhof Moritzburg
  • 20 Minuten Fußweg zum Schloss Moritzburg
  • 18.30 Uhr „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ – Führung durch die Ausstellung
     

Adam's Gasthof

  • 19.30 Uhr Fußweg zu Adam’s Gasthof
  • 19.45 Uhr Kurzer Imbiss im Gasthof
  • 20 Uhr Impuls und Diskussion in Adam’s Gasthof, kurzer Imbiss
    • Dr. Joachim Klose (Leiter des Politischen Bildungsforum Sachsen der Konrad-Adenauer-Stiftung)
    • Dr. Sabine Wienker-Piepho (Märchenforscherin)
  • 21 Uhr Fußweg zum Bahnhof und Rückfahrt nach Radebeul (Sonderfahrt)
  • 21.15 Uhr Rückfahrt nach Radebeul Ost (Sonderfahrt)
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Veranstaltungsort

Fahrt mit der Lößnitzgrundbahn, Schloss Moritzburg

Referenten

  • Dr. Joachim Klose
    • (Landesbeauftragter der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. für den Freistaat Sachsen)
    • Dr. Sabine Wienker-Piepho
    • (Märchenforscherin
    • Lehrstuhl für Empirische Volkskunde an der Friedrich-Schiller-Universität Jena)
Kontakt

Dr. Joachim Klose

Dr

Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Sachsen

joachim.klose@kas.de +49 351 563446-0 +49 351 563446-10