Veranstaltungsberichte

Buchvorstellung “Vivir la Política”

Am Donnerstag, dem 12. März fand in Medellín die Präsentation der Publikation “Vivir la Política” statt. In dem Buch werden die Ergebnisse von 10 Veranstaltungen des gleichnamigen Projekts aus 2019 zusammengefasst, das vom Politischen Analyse- und Trainingszentrum CAEP in Medellín mit Unterstützung der KAS organisiert wurde.

Am folgenden Diskussionspanel nahmen der Direktor des CAEP, Carlos Andrés Pérez und der Repräsentant der KAS in Kolumbien, Stefan Reith teil; Moderator war Juan Carlos Vélez von der Universidad Cooperativa de Colombia.

Dabei hob Stefan Reith zunächst die Bedeutung der Publikation hervor, die zeigen soll dass die Politik nicht nur auf die Politiker und Wahlen beschränkt ist, sondern Einfluss auf unser tägliches Leben hat, zum Beispiel auf den Fussball, die Religion, die Gastronomie oder die Kunst eines Landes. Carlos Andrés Pérez bezog sich auf die Rolle der neuen digitalen Medien, sowohl für die Kommunkation von Polítikern mit den Bürgern als auch in der öffentlichen Meinungsbildung. Seiner Ansicht nach haben sich die sozialen Medien als unabdingbar erwiesen, vor allem im Wahlkampf. Man betonte weiterhin, dass wir Menschen alle politische Wesen sind. Stefan Reith meinte, dass sich die Jugendlichen heutezutage sehr wohl politisch engagierten, vor allem in aktuellen Themen wie dem Umweltschutz; dabei nannte er das Beispiel von Greta, die nicht nur junge Leute in vielen Ländern der Erde motiviert habe, sich für das Thema einzusetzen. Solche Bewegungen verpflichteten letztendlich auch die Politiker zum Handeln. Heutzutage gingen die Bürger nicht nur alle vier Jahre an die Urnen um ihre Meinung auszudrücken, sondern äusserten sich ständig in sozialen Medien, was die Politik partizipativer und direkter gemacht habe und sich letztendlich auch in der Wahlbeteiligung niederschlage.

Ausserdem seien nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens andere, mehr strukturelle Probleme des kolumbianischen Staates und der Gesellschaft deutlich geworden. Der tatsächliche Prozess hin zu einem dauerhaften Frieden werde jedoch wohl noch Jahrzehnte dauern. Die Jugendlichen wollten aber nicht nur zwischen Krieg und Frieden wählen; Reith bezog sich auf neue Perspektiven bei der Lebensplanung, so zeige eine Umfrage der Universität del Rosario, dass die Mehrheit momentan lieber ein Haustier haben möchte, als Kinder grosszuziehen.

Abschliessend kündigte Carlos Andrés Pérez an, dass das Projekt “Vivir la política” auch in diesem Jahr fortgesetzt werde, und zwar mit Schwerpunkt auf einer bisher eher vernachlässigten Minderheit, nämlich den Frauen in Kolumbien. So sollen Politikerinnen, Kandidatinnen und Expertinnen für verschiedene Themen den historischen Wandel der Rolle der Frauen analysieren und aus verschiedenen Blickwinkeln über eigene Erfahrungen in Beruf und Politik berichten.  

Stefan Reith forderte alle, aber besonders die Frauen dazu auf, den “Sprung ins kalte Wasser” zu wagen und sich in politischen und sozialen Fragen zu engagieren. Dabei wies er auch darauf hin, dass im Bundestag, der Frauenanteil generell die 30%-Marke nicht überschreite und drückte die Hoffnung aus, dass sich dies bald verbessere, weil jeder der eine Tochter habe sich sicherlich eine andere Zukunft für sie wünsche.         

Ansprechpartner

Sylvia Gontermann Hawil

Sylvia Gontermann Hawil bild

Projektassistentin

Sylvia.Gontermann@kas.de +57 1 74309 47-201

Über diese Reihe

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