Veranstaltungsberichte

„COVID-19: Die deutsche Erfahrung“

von Patricio Garza

Virtuelle Konferenz

„Die große Frage ist, wie sich ein Gleichgewicht zwischen der Neuöffnung und der Einschränkung von Freiheiten der Bevölkerungen finden lässt, um die Krise durch das Coronavirus zu bewältigen. Bis jetzt ist diese Frage noch offen.“, Frank Priess.

Am 28. April 2020 wurde die virtuelle Konferenz „COVID-19: Die deutsche Erfahrung“ durchgeführt, in welcher Frank Priess, Stellvertretender Leiter der Abteilung Europäische und Internationale Zusammenarbeit der KAS die wichtigsten Fakten und persönliche Eindrücke schilderte. Moderiert wurde die Veranstaltung von Hans Blomeier, dem Büroleiter der KAS Mexiko.

Im ersten Teil ging es um die aktuelle Lage in Deutschland angesichts der durch COVID-19 ausgelösten Krise und um mögliche Veränderungen im internationalen System nach der Pandemie, insbesondere innerhalb der Europäischen Union. In Bezug auf die Krise und die deutsche Antwort darauf, erklärte Priess: „Am Anfang hatten die Deutschen Schwierigkeiten damit, die Krise ernst zu nehmen, in der zweiten Phase verliefen die Maßnahmen zur Bewältigung der Krise aber sehr positiv, da das Gesundheitssystem in Deutschland stark ist und die Politiker auf die Experten hörten und schnelle Entscheidungen trafen.“

Zur politischen Landschaft in der Europäischen Union bemerkte Priess, dass „die europäischen Institutionen im Vergleich zu den Nationalstaaten im Umgang mit der Krise zunächst im Rückstand waren, aber auf dem letzten Gipfel der Staatschefs zum Thema Hilfsprogramme sehr erfreuliche Ergebnisse erzielt wurden".

Im zweiten Teil der Konferenz beantwortete Frank Priess Fragen aus dem Publikum. Eine der Sorgen der Zuhörer war der mögliche Zustimmungszuwachs für populistische Bewegungen in Europa als Folge der Wirtschaftskrise, die die COVID-19-Pandemie ausgelöst hat. Frank Priess sieht dieses Szenario nicht gegeben, sondern erläuterte viel mehr, dass „die Krise für die traditionellen Parteien eine Chance sein kann, das Vertrauen der Bürger zurückzugewinnen, was jedoch abhängig davon ist, wie und mit welcher Glaubwürdigkeit sie dieser Situation begegnen“.

Weitere Fragen betrafen den Umgang mit der Krise durch die kommunalen Regierungen in Deutschland und Mexiko. Zwischen den beiden Föderalstaaten bietet sich ein Vergleich an. „Eine Ähnlichkeit zwischen den beiden besteht darin, dass die Bundesländer und der Staat die Programme der Gemeinden unterstützen müssen, da diese über begrenztere Mittel verfügen“, erklärte Priess.

Der letzte Fragenblock bezog sich auf die neue Weltordnung, die sich nach der Pandemie etablieren wird. Bereits jetzt fallen insbesondere China und die USA durch sehr unterschiedliche Darstellungen auf. Dazu erklärte Priess: „Die Frage, wer die Krise besser bewältigt haben wird, wird sich stellen, wenn sie vorbei ist. In dieser Diskussion wird das Gleichgewicht zwischen Gesundheits- und Datenschutz eine grundlegende Bedeutung haben.“

Ansprechpartner

Patricio Garza

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Projektmanager

patricio.garza@kas.de +52 55 5566 4599
Einzeltitel
Imagen de Rebecca Holm en Pixabay
28. April 2020

Über diese Reihe

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