Veranstaltungsberichte

“HABLEMOS CON”: ÖFFENTLICHE MASSNAHMEN ZUR ERHALTUNG DER PSYCHISCHEN GESUNDHEIT WÄHREND DER COVID-19-KRISE

Am 16. April organisierte die Gruppe des Studentennetzwerks der Konrad-Adenauer-Stiftung Kolumbien (KAS) in Medellín die erste Veranstaltung im Rahmen ihres Projekts “Hablemos con“ (Wir sprechen mit…) im Jahr 2020.
Hablemos Con KAS Colombia
Hablemos Con

Es ging um die Maßnahmen von Lokalregierungen zur Erhaltung der psychischen Gesundheit während der Krise des COVID-19. Als Experten nahmen teil, die Psychologin María Ema Martínez und der Sprecher der Stadtverwaltung Medellín, William Vivas. Moderatorin der zweistündigen Diskussion auf der Internet-Plattform Zoom mit 37 Zuschauern war die Koordinatorin des Studentennetzwerks Tatiana Niño.

Zunächst erklärte William Vivas, dass die Stadt Medellín Telefonlinien eingerichtet habe, um psychologische Notfälle zu betreuen; diese seien jedoch wegen der großen Nachfrage und des fehlenden Personals häufig überlastet. Daher halte er die Maßnahmen der Stadt in dem Bereich für nicht ausreichend. Frau Martínez wies darauf hin, dass viele Psychologen sich zu einem freiwilligen Netzwerk zusammengeschlossen haben, um Menschen in der besonderen Situation der Quarantäne zu helfen.   

Im weiteren Verlauf wurde darüber diskutiert, wie von Seiten der Behörden auf akute Fälle von Depression oder Panikattacken zu reagieren sei. Nach Ansicht der Psychologin sei es schon von großem Nutzen, wenn die Betroffenen einen Ansprechpartner hätten, der ihnen zuhöre. Man müsse die Personen ernst nehmen und auf ihre Bedürfnisse eingehen. Ein weiteres Thema war die Zunahme von Fällen intrafamiliärer Gewalt. Beide Experten forderten die Betroffenen auf, sich umgehend an die Polizei und andere Institutionen zu wenden, die ihre Sicherheit garantieren können.

Anschließend empfahl Frau Martínez den Zuschauern ihre Emotionen und Gefühle nicht zu unterdrücken. Man müsse sich eingestehen, dass es schwierige Phasen im Leben gebe, solle jedoch versuchen trotzdem seine tägliche Routine weiterzuverfolgen, sonst neige man eher zu Depressionen. Der Sprecher der Stadtverwaltung betonte, dass die zuständigen Institutionen sich der Bedeutung dieser Problematik bewusst seien; daher müsse die Arbeit der “policy makers” mit der von Experten und Psychologen koordiniert werden um so die Menschenrechte für die gesamte Bevölkerung zu garantieren.  

Abschließend hoben die beiden Referenten nochmals hervor, wie wichtig eine professionelle Betreuung in der aktuellen Krise sei, gleichzeitig seien auch ein harmonisches Familienleben und eine verständnisvolle Kommunikation hilfreich um gemeinsam diese Ausnahmesituation zu bewältigen.  

Ansprechpartner

Angélica Torres

Angélica  Torres bild

Projektkoordinatorin

Angelica.Torres@kas.de +57 1 74309 47-208

Über diese Reihe

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