Veranstaltungsberichte

How Vital is Religion in the 2019 Elections in Nigeria?

Politischer Dialog für Medien und zivilgesellschaftliche Organisationen

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat am 6. September 2018 in Abuja ein Round-Table-Meeting mit Vertretern der Medien und der Zivilgesellschaft organisiert, bei dem die Rolle der Religionen bei den nigerianischen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Jahre 2019 diskutiert wurde.

Das Diskussionsforum wurde mit dem Ziel veranstaltet, Vertretern der Zivilgesellschaft und den Medien die Möglichkeit zu bieten, sich mit Parlamentariern und religiösen Vertretern darüber auszutauschen, wie Religion die letzten Wahlen beeinflusst hat, außerdem die Herausforderungen für die Wahlen im Jahre 2019 und Lösungen für die Probleme zu diskutieren, die in der Vergangenheit durch die Verquickung von Religion und Politik entstanden sind.

Die politischen Dialoge für Medien und Vertreter der Zivilgesellschaft werden von der Konrad-Adenauer-Stiftung regelmäßig organisiert, damit sich eingeladene Vertreter über gegenwärtige politische Entwicklungen in Nigeria informieren und die Probleme in einem kleinen Kreis offen ansprechen können. An dem Diskussionsforum, das am 6. September stattfand, haben unter anderem Vertreter des Nigerian National Assembly (NASS), der Caritas Nigeria, dem African Independent Television (AIT), dem Kapital FM Radio Nigeria, der Wazobia FM und der News Agency of Nigeria (NAN), der National Orientation Agency (NOA) und dem West Africa Network of Election Observers (WANEO) teilgenommen.

Zu Beginn der Veranstaltung hat der Religionswissenschaftler, Professor Jacob Kehinde Ayantayo, Universität Ibadan, in seinem Vortrag die eigenartige Verquickung von Politik, Wahlen und Religion in Nigeria erklärt. Er führte aus, dass die Religionszugehörigkeit bereits bei der Nominierung von Kandidaten in den Party Primaries eine wichtige Rolle spiele, aber später auch entscheidend auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene bei der Wahl von Repräsentanten und des Präsidenten sei. Ein ungeschriebenes Gesetz in Nigeria besagt, dass wenn der Präsident ein Muslim ist, sein Stellvertreter ein Christ sein muss, und umgekehrt. Wenn zudem ein Präsident zwei Legislaturperioden, also acht Jahre lang, regiert, dann muss sein Nachfolger aus einer Region stammen, die einen Präsidenten mit einer anderen Religionszugehörigkeit hervorbringt.

Professor Ayantayo zufolge sei Religion ein entscheidender Faktor im Leben von Afrikanern und könne sich deshalb nicht vom politischen Leben separieren. Unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit glauben viele Afrikaner, dass politische Herrschaft gottgegeben sei und dass politische Führer daher von Gott auserwählt seien. Dieser Glaube hat den politischen Einfluss von religiösen Führern gestärkt und ihre Möglichkeiten, Wahlen entscheidend zu beeinflussen, erweitert. Professor Ayantayo empfiehl daher, dass sich in einer Demokratie die Vertreter der Religionen bei der Nominierung und Wahl von Kandidaten zurückhalten sollten und stattdessen sich in der demokratieorientierten Bildung und Aufklärung von Wählern engagieren sollten. Politikern riet er, dass sie jene demokratische Kultur, Ethik und Werte zeigen sollen, wenn sie kandidieren und in Ämter gewählt werden, die sich aus ihrer Religionszugehörigkeit ableiten lassen.

In der sehr lebhaft geführten Diskussion mit den Teilnehmern empfahl Prof. Ayantayo, dass religiöse Führer gegen das weitverbreitete Mantra argumentieren sollten, dass Politik ein schmutziges Geschäft sei. Vielmehr sollten sie die Menschen ermutigen, sich an politischen Debatten zu beteiligen, sich um politische Ämter in freien und fairen Wahlen zu bemühen oder ihre bürgerliche Pflicht wahrzunehmen, zu wählen und sich nicht an Wahlbetrug oder an Gewalteskalation zu beteiligen.

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