Veranstaltungsberichte

Konferenz über die Glaubwürdigkeitskrise der Medien in Afrika und Europa

Das KAS Medienprogramm Sub-Sahara Afrika lud kürzlich mehr als 20 Journalisten, Publizisten, Medienforscher und andere Akteure aus der Branche zu einer Konferenz in Botswana.

Nach Skandalen in renommierten Medienhäusern in Afrika und Europa trafen sich Journalisten und andere Experten aus beiden Kontinenten in Gaborone, Botswana, um die Ursachen der Glaubwürdigkeitskrise zu diskutieren und Lösungen zu finden. Von neuen Geschäftsmodellen über Fact-Checking bis hin zur Pressefreiheit lieferten zahlreiche Präsentationen und Diskussionen ein detailliertes Bild vom Stand des Journalismus.
von Jonathan Fridman
Was bedeutet Glaubwürdigkeit für Journalisten? Wie kann das Vertrauen zwischen Publikum und Medien wiederhergestellt werden – nach Skandalen in renommierten Medienhäusern wie dem Spiegel in Deutschland oder der Sunday Times in Südafrika? Und wie funktioniert kritischer Journalismus in Ländern mit begrenzter Pressefreiheit?

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, lud das Medienprogramm Sub-Sahara Afrika der Konrad-Adenauer-Stiftung zu einer Konferenz in Gaborone, Botswana. Vom 26. bis zum 27. August diskutierten mehr als 20 Journalisten, Medienwissenschaftler und andere Akteure aus der Branche zum Thema „Regaining Trust – how media in Africa and Europe reclaims credibility“.

Die Teilnehmer kamen aus Äthiopien, Benin, Botswana, Kenia, Mauritius, Nigeria, Ruanda, Simbabwe und Südafrika, aber auch aus Deutschland und der Schweiz. Insgesamt waren elf Nationalitäten auf der Konferenz vertreten. Dieses breite Spektrum an Erfahrungen und Perspektiven sorgte für eine intellektuell bereichernde Atmosphäre.

Bei den Vorträgen wechselten sich Fallstudien, etwa aus Simbabwe und Deutschland, mit regionalen Überblicken ab. Roukaya Kasenally, Vorsitzende der African Media Initiative ging der Frage nach, ob Medien in Afrika wirklich die 4. Gewalt darstellen, während Markus Spillmann, Vorstandsvorsitzender des International Press Insitute, die Situation in Europa erklärte. Namhafte Medienpersönlichkeiten wie Charles Onyango-Obbo aus Uganda oder Dapo Olorunyomi aus Nigeria trugen wesentlich zu den Debatten bei. Christoph Plate, Direktor des KAS Medienprogramms Sub-Sahara Afrika, kommentierte: "Wir versuchen, wichtige Persönlichkeiten aus der Medienbranche zusammenzubringen und den Austausch zu fördern - denn es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen den Medien in Afrika und Europa."

Außerdem wurden Journalisten dazu eingeladen, sich mit der eigenen Verantwortung kritisch auseinanderzusetzen, ebenso wie mit den Kriterien bei der Vergabe von Journalismuspreisen. Letztere werden zuweilen dafür kritisiert, dass sie Stil über Inhalt stellen oder junge Reporter belohnen, die sich in gefährliche Situationen begeben. Besonders wurde auch der Kontakt mit den Lesern hochgehalten, um mehr Vertrauen zu schaffen.

Die Glaubwürdigkeit bleibt die wichtigste Währung des Journalismus. „Sagen, was ist“ war das Motto des SPIEGEL-Gründers Rudolf Augstein und mit dieser Devise titelte das Nachrichtenmagazin, nachdem der Relotius-Skandal aufgedeckt wurde. Auf unserer Konferenz in Botswana konnten sich Entscheider aus Afrika und Europa darüber austauschen, wie sie diesem Credo noch besser nachkommen können – und den Lesern vermitteln, dass ihr Vertrauen in die Medien begründet ist.
 
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Über diese Reihe

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