Veranstaltungsberichte

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

von Julia Rieger

Vortrag "Generation Zukunft !?"

Es ist nicht lange her, da wollten viele Unternehmen verstehen, wie sie die Generationen Y und Z an sich binden können. Immerhin ist die „Generation Zukunft“ dafür bekannt, Innovation zu bringen und wirtschaftliche und politische Probleme anzusprechen. Doch durch die Corona-Pandemie sind es oft Vertreterinnen und Vertreter der Generationen Y und Z, die entlassen werden. Welche Folgen hat das für Unternehmen – und für unsere Gesellschaft? Wie kann eine generationsübergreifende Zusammenarbeit auch über Corona hinaus aussehen?

Diese Fragen diskutierte Dr. Anabel Ternès, Expertin für Digitalisierung und Unternehmerin, in einer digitalen Veranstaltung mit den Zuschauerinnen und Zuschauern. Zunächst begrüßte Simone Habig, die Leiterin des Regionalbüros Rheinland der Konrad-Adenauer-Stiftung, die Zuschauerinnen und Zuschauer: „In den letzten Jahren kamen viele wichtige Impulse aus diesen Gruppen – nicht immer sind sie für die Gesellschaft bequem. Welche Kompetenzen genau besitzen die jungen Generationen?“

„Viele Unternehmen schalten auf Krisenmodus“

Durch die Corona-Pandemie müssten viele Unternehmen Sparmaßnahmen durchsetzen und die Arbeitslosigkeit sei gestiegen, erklärt Dr. Anabel Ternès zu Beginn des Vortrags. Aber: „Corona ist eine Art Brennglas, das vieles, was auch vorher nicht funktioniert hat, sichtbar gemacht hat.“ Viele neue Fragen seien auf die Menschen und Unternehmen eingeprasselt, und der „Ruf nach Generation Y und Z als Digital Reformer ebbt ab.“ Dabei spielt auch der Sozialplan in vielen Unternehmen eine Rolle, und oft sind es Angehörige der Generation Y und Z, die vielleicht keine Familie versorgen müssen und dadurch zuerst von Entlassungen betroffen seien.

Überblick: Wer ist die Generation Zukunft?

Die Generation Y beschreibt Menschen, die zwischen 1981 und 1996 geboren wurden, die Generation folgt darauf mit den Geburtsjahren ab 1997. Aber: nicht jeder aus der Alterskohorte gehört zu Generation Y oder Z. Es handelt sich eher um gut ausgebildete Menschen, die bestimmte Verhaltensweisen, Kompetenzen und Bedarfe hätten, erklärt Ternès. Die Generation Y wird oft als eher unpolitisch beschrieben, als „Egotaktiker“, die aber gut sondieren und mit Krisen umgehen können. Sicherheit und sinnerfüllende Arbeit sind dabei treibende Kräfte. Die Generation Z zeichnet sich durch klare Positionierungen und Statements aus: Sie setzen sich für Themen ein, die ihnen wichtig sind, vor allem für Klima- und Umweltschutz, Diversität und Bildung.

„Die Vehemenz, mit der Greta Thunberg spricht, ist für viele ungemütlich“

Ternès spricht auch bekannte Vertreterinnen und Vertreter der Generationen an, zum Beispiel die Fridays For Future Aktivistin Greta Thunberg. Eine Zuschauerin fragt, ob im Zuge der Pandemie Klimaschutz gerade unwichtiger werde. Ternès betont: „Es gibt kein entweder oder – Klimaschutz steht auf einem anderen Gleis, ist dadurch aber nicht weniger wichtig.“ Das betreffe übrigens nicht nur die jungen Generationen, sondern alle.

Diversität leben und respektvoll miteinander umgehen

Um junge Generationen auf allen gesellschaftlichen Ebenen mehr einzubinden, schlägt Ternès vor, Gremien diverser zu besetzen und jungen Menschen eine Plattform zu bieten. Außerdem müsse man sich auf Augenhöhe begegnen und einen Ausgleich verschiedener Erfahrungshintergründe schaffen: „Da brauchen wir eine stärkere Thematisierung in der Öffentlichkeit.“

Unternehmen mit authentischen Werten überzeugen die Generation Z

Wie müssen sich die Unternehmen verändern, um in der Zukunft als Arbeitsplatz in Frage zu kommen, fragt ein Zuschauer. „Die Generation Z sagt da sehr klar, was sie möchte“, antwortet Ternès: Ein authentisches Unternehmen, das kein Green-Washing betreibt, sondern sich für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Gesellschaft einsetzt und sensibel mit Themen umgeht. Außerdem ist der Generation die Trennung von Arbeit und Freizeit wichtig.

Generationen Zukunft: ! oder ?

Wenn die Generationen so unterschiedlich seien, wären dann Generationenkonflikte nicht vorprogrammiert, fragt ein Zuschauer. Natürlich könne es zu Interessenskonflikten zwischen den Generationen kommen – „ein beispielhaftes Gespräch können wir uns alle jetzt bildlich vorstellen“- aber am Ende zählt, dass sich alle auf Augenhöhe begegnen: „Das sind die Generationen, die jetzt loslegen und schauen, was sie aus dem machen können, was die anderen Generationen hinterlassen haben.“

 

Ansprechpartner

Simone Habig

Simone Habig bild

Leiterin Regionalbüro Rheinland, Politisches Bildungsforum NRW

Simone.Habig@kas.de +49 211 8368056-0 +49 211 8368056-9

Über diese Reihe

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