Veranstaltungsberichte

Orientierungsworkshop für traditionelle Führungskräfte zum neuen Bodenrecht in Zomba (Malawi)

Am 1. und 2. August 2018 fand ein weiterer Workshop für traditionelle Führungspersonen im Chikale Teachers Development Centre in der Senior Traditional Authority Chikowi, in Zomba, statt. Zwei Tage lang wurden 45 Teilnehmer in das neue Landgesetz in Malawi eingeführt. Der Workshop wurde von der KAS finanziert und in Zusammenarbeit mit den Organisationspartnern National Association for Smallholder Farmers in Malawi (NASFAM) und LandNet Malawi ausgeführt.

Ziele der Aktivitäten

Die Orientierungsworkshops für traditionelle Führungskräfte in Malawi zielen darauf ab, traditionelle Behörden zu schulen und über Entwicklungen des Bodenrechtsreformprozesses und spezifische Gesetze im neuen Bodenrecht aufmerksam zu machen, die die Position von Frauen in Fragen der Landnutzung und des Landbesitzes stärken. Der Workshop fokussierte dementsprechend die rechtlichen (gesetzlichen) Instrumente zur Unterstützung der Landbesitzrechte von Frauen.

Im Rahmen der üblichen Landnutzung, die etwa 75% des gesamten Ackerlandes in Malawi ausmacht und von den traditionellen Führungskräften verwaltet wird, dient der Orientierungsworkshop dazu, dass diese sich direkt mit Fragen der Landzuweisung auf Gemeindeebene befassen. Darüber hinaus sind traditionelle Führer ein strategisches Ziel als Machthaber und primäre Autorität bei der Lösung üblicher Landstreitigkeiten. Das beabsichtigte Ergebnis der Aktivität war, dass zukünftige Aktionen von ausgebildeten traditionellen Führungskräften innerhalb des kodifizierten Gesetzes als Beschützerinnen der Frauenrechte liegen werden.

Inhalte des Workshops

Der Workshop zählte 45 Teilnehmer, wobei 19 Frauen waren. Das Gemeinschaftsradio „Chanco“ nahm ebenfalls teil, um die Workshop-Protokolle aufzuzeichnen. Die Trainingsinhalte wurden hauptsächlich durch interaktive Plenumsdiskussionen vermittelt. Den Teilnehmern stand es frei, Fragen zu stellen und Kommentare abzugeben, während jedes Thema behandelt wurde. Der Workshop umfasste fünf Hauptthemen der Sitzung.

Wie bei ähnlichen Trainingsworkshops umfasste das Programm fünf Schwerpunkte: Der erste Vortrag befasste sich mit Malawis Landangelegenheiten im nationalen Kontext. Dieses Thema gab einen Überblick über den Flächendruck durch konkurrierende Landinteressen und befasste sich mit weiteren Herausforderungen der Landverwaltung sowie der zentralen Rolle der Besitzverhältnisse bei der Verwirklichung des Rechts auf angemessene Ernährung. Ein weiterer Vortrag beschäftigte sich mit dem historischen Hintergrund der Überprüfung und Entwicklungen des Bodenrechts und der gegenwärtigen Bodenpolitik. Zudem fasste ein Vortrag die wichtigsten Änderungen in den neuen landbezogenen Gesetzen zusammen. So sieht das neue Gesetz nicht nur Chancengleichheit vor, sondern enthält spezifische Bestimmungen zum Schutz von Frauen und Kindern vor Landenteignung. Ein weiterer Vortrag klärte über geschlechterbezogene Bestimmungen im neuen Bodenrecht und die Rechte der Frauen im Rahmen der Bodenverwaltung auf.

Fazit

Zu Beginn des Workshops erhielt der Moderator im Plenum die Erwartungen und Anliegen der Teilnehmer. Dass die Teilnehmer am Ende des Workshops Fragen beantworten konnten, die zuvor ihre eigenen waren, zeigte, dass ihre Anliegen innerhalb des Workshops behandelt wurden.  Der Workshop führte zur Erkenntnis, dass die Kodifizierung des Bodengewohnheitsrechts in Malawi einen großen Beitrag kann, die Gewohnheitsrechte und -praktiken, die weiterhin die Rechte von Frauen verletzen, zu transformieren. Die teilnehmenden Männer wurden zudem  dazu animiert, sich auf der Grundlage des neuen Gesetzes mit der geschlechtsspezifischen Diskriminierung in der Landverwaltung auseinanderzusetzen, während die Teilnehmerinnen des Workshops befähigt wurden, sich für die Verteidigung ihrer Landrechte einzusetzen und über Landrechte informiert wurden.

Der Workshop half, falsche Botschaften zu entmystifizieren, die die Gemeinschaft von schlecht gemeinten Quellen erhielt, und beruhigte ihre Ängste vor dem neuen Bodenrecht. Die Teilnehmer zeigten großes Interesse für weitere Treffen und Workshops.

Ansprechpartner

Dr. Samson Lembani

Workshop
20. Februar 2018
Msondole Teachers Development Centre, Traditional Authority Kuntu-manje, Zomba
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Bereitgestellt von

Auslandsbüro Südafrika

Über diese Reihe

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