KAS Colombia

Veranstaltungsberichte

Präsentation der Umfrageergebnisse zum Thema “Reaktivierung Kolumbiens - Eine Verpflichtung für alle”

Reaktivierung Kolumbiens

Am 13. August fand die Präsentation der Umfrageergebnisse zum Thema “Reaktivierung Kolumbiens - Eine Verpflichtung für alle” statt, die von der Konrad-Adenauer-Stiftung Kolumbien (KAS), der Universidad del Rosario, dem Meinungsforschungsinstitut “Cifras y Conceptos“ und der Tageszeitung „El Tiempo“ durchgeführt wurde.

Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen und sanitären Krise, präsentierten die KAS Kolumbien, die Universidad del Rosario, die Tageszeitung “El Tiempo” und das Meinungsforschungsinstitut “Cifras y Conceptos” die Ergebnisse einer Umfrage, die in den wichtigsten Städten des Landes durchgeführt wurde; befragt wurden insgesamt 2.574 Kolumbianer und 22 Führungspersönlichkeiten aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Gleichzeitig wurden einige Empfehlungen von fünf Fakultäten und anderen Experten vorgestellt, um die aktuellen Herausforderungen für Unternehmen, Wirtschaft, Umweltschutz zu bewältigen.

Eröffnet wurde die virtuelle Veranstaltung vom Repräsentanten der KAS in Kolumbien, Stefan Reith; dem Rektor der Universidad del Rosario, Alejandro Cheyne und dem Direktor des Verlagshauses El Tiempo, Roberto Pombo. Dabei ging man auf die zahlreichen Herausforderungen, aber auch auf die Chancen ein, die eine Neustrukturierung und Strategien zur wirtschaftlichen Reaktivierung des Landes mit sich bringen können. Die Erarbeitung einer möglichen Strategie zur Bewältigung der aktuellen Krise sei nur durch die koordinierte Zusammenarbeit von Akademikern und anderen Experten möglich gewesen.

Die Umfrageergebnisse präsentierte der Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstituts “Cifras y Conceptos”, Cesar Caballero; hervorzuheben seien dabei vor allem die allgemeine Sorge um die wirtschaftliche Zukunft des Landes, die großen sozialen Unterschiede auch was den Internetzugang anbetreffe und das unumstößliche Engagement der Unternehmer beim Wiederaufbau der Wirtschaft des Landes. Gleichzeitig wurden die Lebensverhältnisse der Bürger, der Status Quo des Produktivsektors und einige soziodemografische Variablen analysiert.

Einige bemerkenswerte Ergebnisse waren: 44% der Angestellten gaben an in Kleinstunternehmen zu arbeiten, 73% der Befragten haben seit Beginn der Quarantäne einen Einkommensverlust erlitten und 68% der Teilnehmer sind bereit, mehr nationale Produkte zu kaufen, um den internen Konsum wieder anzukurbeln.

Anschließend moderierte Alejandro Cheyne ein Panel, in dem Akademiker verschiedener Fakultäten der Universidad del Rosario ihre Empfehlungen vorstellten. Im wirtschaftlichen Bereich wurde unter anderem vorgeschlagen, die interne Nachfrage im Land und den Schutz der nationalen Produktion zu erhöhen und das Vertrauen der Bevölkerung in die Wirtschaft zu stärken; auch sollten mehr formelle Arbeitsplätze geschaffen werden. Weiterhin sollte die momentan verstärkte Nachfrage nach digitalen „Start Ups“ ausgenutzt werden.  Von Seiten der Juristen betonte man die Notwendigkeit einer Justizreform, die verstärkte Präsenz der Justiz in den Regionen sowie den Schutz der Grundrechte. Im sozialen Bereich sollte der Bildungssektor gefördert werden, vor allem auch durch eine bessere Internetversorgung, die sich in der aktuellen Krise vielerorts als unzureichend erwiesen hat; weiterhin wurde eine Verbesserung der psychosozialen Betreuung von Risikogruppen gefordert. Auch empfahl man, kulturelle Aktivitäten zu fördern sowie den Umweltschutz und saubere Energien gesetzlich zu regeln.

Ein zweites Panel wurde von Roberto Pombo moderiert; Teilnehmer waren die ehemalige Ministerin für Industrie, Handel und Tourismus, María Lorena Gutiérrez und der ehemalige Rektor der Universidad Nacional, Moisés Wasserman. Dabei betonte Wasserman die Notwendigkeit einer integralen Betreuung von Minderjährigen sowie der Zurverfügungstellung digitaler Medien für die frühkindliche Erziehung. Vor allem in ländlichen Regionen sei ein unzureichender Zugang zu Bildungsplattformen zu verzeichnen, außerdem sei für eine erfolgreiche Reaktivierung des Landes, ein Konsens der verschiedenen Gesellschaftsgruppen unabdingbar.

María Lorena Gutiérrez meinte, dass durch klar definierte Kommunikationskanäle Missverständnisse bei der Informationsübermittlung vermieden werden könnten; außerdem sollten die finanzielle Hilfen für den Produktivsektor verstärkt werden. Ein effizienter Schutz der Gesundheit der Bevölkerung während der Reaktivierung der Wirtschaft könne nur durch eine entsprechende Koordinierung zwischen nationalen und lokalen Behörden erreicht werden. Auch sollte eine Polarisierung der Meinungen über wirtschaftliche Themen vermieden werden, um die Strategien zur Stärkung des Produktivsektors zu unterstützen.

 

Ansprechpartner

María Paula León

María Paula  León bild

Projektkoordinatorin

Maria-Paula.Leon@kas.de +57 1 74309 47-204

Über diese Reihe

Die Konrad-Adenauer-Stiftung, ihre Bildungsforen und Auslandsbüros bieten jährlich mehrere tausend Veranstaltungen zu wechselnden Themen an. Über ausgewählte Konferenzen, Events, Symposien etc. berichten wir aktuell und exklusiv für Sie unter www.kas.de. Hier finden Sie neben einer inhaltlichen Zusammenfassung auch Zusatzmaterialien wie Bilder, Redemanuskripte, Videos oder Audiomitschnitte.