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Standards einhalten, Qualität sichern, Leben retten!

Landwirtschaftliche Produkte sind die am meisten standardisierten Güter der Welt. Obwohl 80% der ugandischen Exporte aus der Landwirtschaft stammen, kennen die meisten Ugander die gängigen landwirtschaftlichen Standards nicht.

"Es gibt mehr als 320 verschiedene Standards für landwirtschaftliche Produkte in Uganda. Trotzdem kennt aber die Mehrheit der ugandischen Agrarproduzenten nicht eine einzige Regelung,“ berichtete Moses Matovu vom Uganda National Bureau of Standards bei einer Diskussionsrunde über die Rolle von Standards für den Zugang zu lukrativen Märkten.

Aber was sind eigentlich landwirtschaftliche Standards? Standards sind anerkannte, im Konsens festgelegte Regeln, die als Wegweiser für den Umgang mit landwirtschaftlichen Gütern dienen sollen. Sie setzen die Mindeststandards für die Ernte, Verarbeitung und den Transport der Produkte fest, um die Qualität der Produkte zu gewährleisten. Gleichzeitig können durch die Einhaltung von Standards Menschen, Tiere und die Umwelt langfristig geschützt werden.

Weiterhin können auch internationale Standards den Produzenten dabei helfen, die Konkurrenzfähigkeit ihrer Produkte zu steigern: "Standards können uns dabei helfen zu verstehen, was andere Länder wollen und sicherzustellen, dass unsere Produkte ihre Anforderungen erfüllen. So nutzen andere Länder wie beispielsweise Ruanda und Kenia andere Erntemethoden als Uganda. Durch Ihre Methoden können Schmutzreste besser entfernt werden. Dadurch ist ihr Tee von besserer Qualität. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen wir unsere Produktion demnach an ihre Standards anpassen", betonte Handelsexperte John Bosco.

Um sicherzustellen, dass alle landwirtschaftlichen Produkte den Standards entsprechen, wurde dieses Jahr eine neue Richtlinie verabschiedet. Nach dieser Verordnung müssen sich alle Landwirte bis 2019 registrieren und ihre Produkte mit einem Gütezeichen versehen. Dieses Gütezeichen soll in einem Zertifizierungsprozess erlangt werden können, welcher sicher stellen soll, dass die Hersteller die erforderlichen Qualitätsstandards einhalten.

Das größte Hindernis auf dem Weg zu einer vollständig standardisierten ugandischen Landwirtschaft ist jedoch die Durchsetzung der Standards. "Wir müssen Anreize für die Selbstregulierung finden. Die Standards sind da, aber die Durchsetzung der Vorschriften ist problematisch", sagte Bosco. Aus diesem Grund müssen UNBS, das Landwirtschaftsministerium und die lokalen Regierungen zusammenarbeiten, um das Bewusstsein für alle Produzenten innerhalb und außerhalb von Kampala zu schärfen. Dadurch soll die Bedeutung von Standards für landwirtschaftliche Produkte mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Bereitgestellt von

Auslandsbüro Uganda

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