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Afghanistan nimmt mit den Parlamentswahlen die letzte Hürde und steht am Start einer neuen Etappe

Eine Wahlanalyse mit persönlichen Impressionen

Die Wahlen in Afghanistan begannen mit einem Paukenschlag. Rund eineinhalb Stunden nachdem die Wahllokale um 6 Uhr morgens ihre Pforten öffneten, schlugen zwei Raketen in den UN-Compound an der Dschalalabad Straße ein, auf dem sich das Pressezentrum in Kabulbefindet. Glücklicherweise verfehlten die sonst todbringenden Geschosse ihr Ziel und schlugen in einem Nachbargebäude ein. Ein afghanischer UN-Mitarbeiter wurde dabei verletzt, und es entstand ein nicht unerheblicher Sachschaden. Im östlichen Teil des Landes verlief der Wahltag ebenfalls nicht sonderlich friedliebend. Rund 20 km von Kunduz entfernt, wurde an einer Wahlstation von einem regionalen Warlord ein Feuergefecht angezettelt, als dieser den Polizisten angriff, der ihn daran hindern wollte, bewaffnet das Wahllokal zu betreten. In Ghazni warf man eine Handgranate in ein Wahllokal. In Kunar wurden zwei Wähler erschossen und drei schwer verletzt. In Khost feuerte irrtümlicherweise ein Hubschrauber der Coalition Force bei der Verfolgung von Rebellen auf ein Wohnhaus und verletzte sechs Personen, von denen eine später verstarb. Ferner wurden zwei afghanische Soldaten in dem Distrikt Kandesh getötet, als ihr Fahrzeug über eine Mine rollte. Einen Tag vor der Wahl versuchten oppositionelle Kräfte in der Provinz Hellmand den Kajaki-Staudamm zu sprengen. Eine Liste mit traurigen Ereignissen, die man beliebig erweitern könnte und die es vielleicht teilweise vermochten, die Wahlen am 18. September zu überschatten. Trotz der vielen Kandidatenwerbung in Rundfunk und Fernsehen sowie des unglaublichen Plakatwahlkampfes, geht man mittlerweile von einer eher überschaubaren Wahlbeteiligung aus. Sieben Kandidaten, sieben Mullahs und fünf Wahlhelfer wurden im Vorfeld der Wahlen ermordet. Zudem war der morgendliche Anschlag von der Uhrzeit her gut gewählt. In Verbindung mit einem Flugblatt, mit dessen Hilfe man der Bevölkerung angedroht hatte, dass diejenigen, die zu den"amerikanischen Wahlen" gehen, ihr Leben verwirkt hätten, verfehlte der Anschlag seine Wirkung in Kabul nicht. Viele Leute überlegten es sich lieber noch mal, ob sie zu den ersten Parlamentswahlen seit 36 Jahren gehen sollten, oder schlimmer, überdachten pragmatisch,wen sie sicherheitshalber wählen sollten. Bei den neu ausgestellten rund 1,7 Millionen Wahlregistrierungen gingen 44% der Neuwähler auf das Konto von Frauen und 56% auf das Konto von Männern. Insgesamt waren 12,4 Millionen Stimmberechtigte registriert. Dass die afghanischen Wahlen mit dem Urnengang am 18. September noch lange nicht die heiße Phase hinter sich gelassen haben, ist zu befürchten. Schon in den frühen Morgenstunden des 19. September musste erneut ein Kandidat um sein Leben zittern. In Badakshan wurde das Haus von Zulmai Mojadadi mit Panzerfaustschüssen und zahlreichen Gewehrsalven traktiert.

Wahlen in Afghanistan

Entscheidung zwischen Diktatur und Demokratie?

Wer vor jedem Schritt zu lange überlegt, verbringt sein Leben auf einem Bein", lautet eine orientalische Weisheit. Dies scheint auch für die Parlamentswahlen (Wolesi Jirga) in Afghanistan zu gelten.Wer vor jedem Schritt zu lange überlegt, verbringt sein Leben auf einem Bein", lautet eine orientalische Weisheit. Dies scheint auch für die Parlamentswahlen (Wolesi Jirga) in Afghanistan zu gelten. Demokratie braucht eben nicht nur eine Verfassung mitsamt eines Präsidenten, sondern auch Parlamentswahlen. Doch wie schon so oft in der Vergangenheit, gehen am Hindukusch bei diesem wichtigen Thema die Meinungen so weit auseinander, wie die Hügel des Gebirges unterschiedlich hoch in den Himmel ragen: Es wird Zeit, meinen die Apologeten, es ist zu früh, sagen die Antagonisten.

Wahlen in Afghanistan - 18. September

Entscheidung zwischen Diktatur und Demokratie?

Wer vor jedem Schritt zu lange überlegt, verbringt sein Leben auf einem Bein", lautet eine orientalische Weisheit. Dies scheint auch für die Parlamentswahlen (Wolesi Jirga) in Afghanistan zu gelten. Demokratie braucht eben nicht nur eine Verfassung mitsamt eines Präsidenten, sondern auch Parlamentswahlen. Doch wie schon so oft in der Vergangenheit, gehen am Hindukusch bei diesem wichtigen Thema die Meinungen so weit auseinander, wie die Hügel des Gebirges unterschiedlich hoch in den Himmel ragen: Es wird Zeit, meinen die Apologeten, es ist zu früh, sagen die Antagonisten.

Status and Prospects for Afghanistan's Industries

Sectoral Study on Handy-crafts with Emphasis on Carpet Weaving

This study suggests to promote carped weaving both as a cottage-based and commercial industry by adopting a dual strategy of encouraging and supporting the setting up of marketing service facilities either on a co-operative basis or as individual enterprises (wholesale/marketing units) in the main carpet weaving regions outside the capital city and by adjusting economic policy to fulfil a function of export promotion similar to that of the main competitors.

Praktikantenmerkblatt

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Demokratie und gesellschaftlicher Wandel in Afghanistan

Empirische Untersuchung zur Akzeptanz demokratischer Werte in einer islamisch geprägten Gesellschaft

Vom National Center for Policy Research der Universität Kabul wurde nach Inkrafttreten der neuen Verfassung im Januar 2004 eine von der Konrad-Adenauer-Stiftung finanzierte empirische Untersuchung zu Fragen der Akzeptanz und Entwicklung der Demokratie in Afghanistan durchgeführt. Das Ergebnis zeigt sowohl Aufgeschlossenheit der Befragten gegenüber den politischen Veränderungen, welche der Aufbau der Demokratie mit sich bringt, als auch den Wunsch, diese Veränderungen mit islamischen Prinzipien in Einklang zu bringen. Damit spiegelt die öffentliche Meinung das wider, was bereits ein Anliegen der Loya Jirga (Große Ratsversammlung) war, die über die Verfassung entschied, nämlich Werte des Islam mit Demokratie nach westlichem Vorbild zu verbinden und so einen demokratischen, islamischen Rechtsstaat zu schaffen.

Promoting Democracy in Post-Conflict Societies

Building democratic institutions in Afghanistan

Afghanistan's new constitution promulgated in January, 2004, lays the foundation for a state based on Islamic values and democratic principles. The country is now faced with the challenge of making the provisions of the constitution a reality and reconstruct political institutions after a period of 23 years of internal conflict.Afghanistan's answer to the challenge of institution-building in a post-conflict society is mainly based on past experiences, e.g. the constitution of 1964, and some new features are being added due to the developments since then. Out of the democratic principles, four are being looked at in this paper: Equality, division of power, power-sharing, and pluralism. They are considered crucial elements for institutions in post-conflict societies to gain popular support and legitimacy in order to overcome a climate of mutual distrust and suspicion that results from the period of conflict.