Veranstaltungsberichte

Afghanisch-Europäischer Sicherheitsdialog 2019

von Ellinor Zeino

Afghanische Delegation in Brüssel, Berlin und Hamburg

Vom 11. bis. 16. November 2019 nahm eine hochrangige afghanische Delegation am KAS Afghanisch-Europäischen Sicherheitsdialog in Brüssel, Berlin und Hamburg teil.

Vom 11. bis 16. November 2019 besuchte eine 12köpfige, hochrangige afghanische Delegation im Rahmen des KAS Afghanisch-Europäischen Sicherheitsdialogs 2019 Brüssel, Berlin und Hamburg. Die Delegation, darunter Mitglieder aus Regierung, dem Nationalen Sicherheitsrat, Parlament, Zivilgesellschaft, Think Tanks und Medien, besuchte u.a. das NATO-Hauptquartier und den European External Action Service in Brüssel, das Bundeskanzleramt, die Berghof Foundation und den Bundestag in Berlin, sowie die Bundeswehr-Führungsakademie und die Redaktion des Spiegels in Hamburg.

 

Ziele des Dialogs

Aktuelles Lagebild

Die Teilnehmer gaben deutschen und europäischen Entscheidungsträgern, Medien und Politikberatern ein aktuelles Lagebild zu Afghanistan sowie zum aktuellen Stand des intra-afghanischen Dialogs und nationaler Diskurse.

Handlungsempfehlungen

Die afghanischen Delegationsmitglieder eruierten mit ihren deutschen u. europäischen Kollegen die Schnittmengen und Divergenzen in den afghanischen und europäischen außen- und sicherheitspolitischen Diskursen und gaben Einschätzungen und Handlungsempfehlungen zur Sicherheitslage, zum Friedensprozess sowie zum internationalen Engagement in Afghanistan ab.

Vernetzung

Die afghanischen Teilnehmer konnten sich mit deutschen und europäischen außen- und sicherheitspolitischer Entscheidungsträgern, Experten und Medieneinrichtungen vernetzen.

Medien-Interviews

Ausgewählte Delegationsmitglieder standen deutschen Medien für individuelle Interviews und Hintergrundgespräche zur Verfügung.

 

Themen und Fragestellungen des Dialogs

Afghanistans zukünftige politische Ordnung u. staatliche Verfasstheit
  • Was sind die „roten Linien“ in den politischen Verhandlungen mit den Taliban?
  • Welche innenpolitischen Szenarien ergeben sich angesichts von Friedensgesprächen, Regierungsneubildung und einem möglichen US-Truppenrückzug?
  • Wie kann die Sicherheit nach einer US-Truppenreduzierung aufrechterhalten werden?
Regionale Sicherheit u. Auswirkungen auf Europa
  • Welche Auswirkungen haben die Entwicklungen und insbesondere ein US-Truppenrückzug auf die regionale Sicherheit und auf Europa?
  • Unter welchen Umständen können weitere Migrationswellen in die Nachbarländer und nach Europa erwartet werden?
  • Welche Rollen spielen die Nachbar- und Regionalstaaten im Friedensprozess (u.a. Pakistan, Indien, Iran, Russland, China)?
Rolle und Strategien von Deutschland und EU in Afghanistan?
  • Welche Rolle und Verantwortung können oder sollten die EU und Deutschland im Friedensprozess übernehmen?
  • Welche Auswirkungen haben die Entwicklungen auf das deutsche und europäische zivil-militärische Engagement im Land?
  • Wo stimmen die sicherheitspolitischen Diskurse und Interessen afghanischer und deutscher / europäischer Akteure überein, wo gehen sie auseinander?

 

Hintergrund des Dialogprogramms

Aktuelle politische Entwicklungen

Mit den 2019 erstmals offiziellen Friedensgesprächen zwischen USA und Taliban und den von Präsident Trump angekündigten möglichen US-Truppenrückzug aus Afghanistan könnte die fast zwanzigjährige NATO-Mission in Afghanistan zu Ende gehen. Seit 2001 ist man einer politischen Lösung nie so nah gekommen. Ein Friedensabkommen mit den Taliban würde nicht nur Afghanistans politische Ordnung, sondern auch das internationale Engagement, die regionale Sicherheitsarchitektur und Afghanistans Verortung als westlicher Bündnispartner neu zur Verhandlung stellen. Das Land steht daher erneut an einem Schlüsselmoment, als auch im Fadenkreuz regionaler und internationaler Interessen. Welche Auswirkungen werden die aktuellen Entwicklungen auf die afghanische Ordnung sowie auf die regionale und europäische Sicherheit haben?

Bezug zum KAS-Länderprojekt Afghanistan

Das KAS-Projekt in Afghanistan unterstützt seit 2019 verstärkt den regionalen außen- und sicherheitspolitischen Dialog im afghanischen Friedensprozess. Es ermöglicht Dialoge zwischen afghanischen Akteuren aus Regierung, Opposition, Think Tanks und Medien sowie diplomatischen Vertretern der Regionalstaaten (u.a. Indien, Pakistan, Iran, Russland, China). Für 2020 soll ein Trilateraler Dialog (Afghanistan, Pakistan, Indien) aufgenommen werden. Die Delegationsteilnehmer werden auf den inner-afghanischen Dialog und mögliche Friedensverhandlungen im kommenden Jahr vorbereitet.

Ansprechpartner

Dr. Ellinor Zeino

Leiterin des Auslandsbüros Afghanistan

ellinor.zeino@kas.de
KAS Afghan-European Security Dialogue 2019 KAS
KAS Afghan-European Security Dialogue 2019 KAS
KAS Afghan-European Security Dialogue 2019
2019-11-11 AFG-European Security Dialogue in Brussel, Berlin & Hamburg