Veranstaltungsberichte

Aktueller Zustand der Medien und der offiziellen Werbung in Argentinien

Am 26. Juni organisierten die Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. in Argentinien und die „Centro para la Información Ciudadana” (CIC) eine Veranstaltung, um den aktuellen Zustand der Medien und der offiziellen Werbung in Argentinien zu besprechen.

Am 26. Juni organisierten das Zentrum für Öffentliche Information (CIC) und die Konrad-Adenauer-Stiftung einen Workshop, um den Einfluss des Staates auf die Medien in Argentinien zu diskutieren. Der Vortrag wurde von Frau Dr. Adriana Amado Suarez, Präsidentin des CIC, und Frau Dr. Belén Amado, Professorin für Öffentliche Meinung an der Universität von Buenos Aires (UBA) und Unternehmenskommunikation im Ortega und Gasset Institut gehalten.

Es diskutierten Journalisten sowie Professoren des Journalismus von verschiedenen Institutionen wie der Nationalen Universität von Quilmes, Financial Field, der Tageszeitung Buenos Aires Herald, der Vereinigung für Bürgerrechte, und Chequeado.com.

In einer lebhaften Diskussion sprach man über das Gewicht der offiziellen Werbung in den argentinischen Medien. Deren explosives Wachstum in den vergangenen zehn Jahren wurde hervorgehoben und man analysierte die Auswirkungen auf Pressefreiheit und Wahlergebnisse. Auch sprach man über das neue ,,Medienrecht“, über die Rolle der Bundesbehörde für audiovisuelle Kommunikationsdienste (AFSCA) in der Förderung der Regierungsziele, darüber, wie stark Subventionen die Presse beeinflussen und in welchem Umfang das Geld an die Medien und die Politik geht. Darüber hinaus diskutierte man über die Unterschiede zwischen den Medien in den einzelnen Provinzen mit denen der Hauptstadt Buenos Aires. Die Medien der Provinzen weisen dabei nach vielfacher Auffassung eine größere Abhängigkeit von der Regierung auf als jene in der Hauptstadt Buenos Aires.

Frau Dr. Amado glaubt letzten Endes, dass die offizielle Werbung nicht funktioniert, während Santiago Olivera einen deutlichen Unterschied zwischen offizieller Werbung und Agitation festlegt, wobei letzteres seiner Meinung nach durchaus funktioniere. Die Meinung, dass die offizielle Werbung speziell bei politischen Wahlen nur bei einer hart umkämpften Konkurrenz herangezogen wird, vertraten soweit alle Teilnehmer. Sie analysierten zudem, ob es eine legitime Rolle der offiziellen Werbung bei der Verbreitung von wichtigen Informationen gibt.

Aufgrund der Meinungsunterschiede erklärte Dr. Amado die Notwendigkeit tiefergehender Diskussionen zu diesem Thema vor. Wie das Wachstum der offiziellen Werbung der letzten Jahre die Beziehung zwischen den Medien und der argentinischen Regierung beeinflusste und veränderte, muss gemäß der Teilnehmer durch weitere Studien mit mehr fundierten Daten untersucht werden. Grundsätzlich hat dieser Workshop gezeigt, wie umstritten die die Einflussnahme des Staates auf die Medien ist.