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Benoit Tessier, Reuters

„Aus dem Sahel ein Schlaraffenland zu machen ist eine geopolitische Dringlichkeit“

Lehren aus Afghanistan für die deutsche Politik im Sahel

Wird Mali das neue Afghanistan? Wenn es nach Iyad Ag Ghali, dem Führer der al-Qaida-Gruppe im Sahel, geht, dann wäre genau das zu erwarten. Noch bevor Kabul endgültig von den Taliban eingenommen war, hat er seinen afghanischen Waffenbrüdern zum Sieg gratuliert und in Aussicht gestellt: „Wir sind dabei zu gewinnen, unsere Stunde ist gekommen.“ Aber auch im politischen Berlin stellt man sich derzeit oft die Frage, was der überstürzte Abzug des Westens aus Kabul für das eigene Engagement im Sahel bedeutet. Der Hintergrund für diese Frage: Nach dem Ende des Afghanistaneinsatzes stellt das Engagement in Mali mit Abstand den größten Auslands­einsatz der Bundeswehr dar. Aber inwieweit sind beide Einsätze überhaupt vergleichbar? Und gibt es – trotz gravier­ender Unterschiede zwischen beiden Einsätzen – Lehren, die aus Afghanistan für Mali und den Sahel gezogen werden können? Für den Einsatz der Bundeswehr und nicht zuletzt für die Ausrichtung der deutschen (Entwicklungs-)Politik? Ein zentraler Unterschied zwischen Afghanistan und dem Sahel liegt dabei offen zu Tage: Ein Scheitern des Westens im Sahel hätte – im Vergleich zu Afghanistan – deutlich unmittelbarere Auswirkungen auf Deutschland und Europa.

Fabrizio Bensch, Reuters

„Ich vermisse politische Führung“

Afghanistan und die sicherheitspolitischen Herausforderungen der Zukunft

Der Politikwissenschaftler Carlo Masala spricht im Interview mit den Auslandsinformationen über die Lehren aus Afghanistan, das Hegemoniestreben Chinas und ein neues Verständnis von Verteidigung – und er erläutert, warum sich die deutsche Politik weniger von Stimmungs­bildern leiten lassen sollte.

US Army, Reuters

Editorial

„Debakel“, „Tragödie“, „politische Zäsur“, „Epochenwechsel“ – dies sind nur einige der Aussagen hochrangiger Politiker nach dem Abzug der NATO-Truppen aus Af­ghanistan im Sommer 2021. Sie illustrieren einerseits das Entsetzen über die Entwicklungen am Ende des 20-jährigen Engagements am Hindukusch, andererseits verweisen sie auf die daraus resultierenden tiefgreifenden Konsequenzen für die westliche Außenpolitik insgesamt. In diesem Sinne ist Afghanistan weit mehr als „nur“ ein Einsatz mit katastrophalem Ende. Die Ereignisse werfen vielmehr grundlegende Fragen auf zum außenpolitischen Selbstverständnis und zur künftigen strategischen Ausrichtung der Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Das betrifft auch die Debatte über Für und Wider von Auslandseinsätzen und internationalen Interventionen – und mit den Antworten darauf werden konkrete Schritte und Veränderungen einhergehen müssen.

Yazan Homsy, Reuters

Intervention ist nicht immer die Lösung, Nicht-Intervention aber auch nicht

Die Beispiele Irak und Syrien

Zurückhaltung als oberstes Gebot? Viel wird derzeit über die Frage nach der zukünftigen Schwerpunktsetzung westlicher Außenpolitik und die Zukunft militärischer Interventionen diskutiert. Einfache Antworten sind dabei fehl am Platz. Das zeigen nicht zuletzt die Beispiele Irak und Syrien.

Ahmed Jadallah, Reuters

Intervention ohne Ziel

Der Fall Libyen und seine Folgen

Der Beginn des „Arabischen Frühlings“ riss die ­MENA-Region fast über Nacht aus einem kollektiven Tiefschlaf. In Libyen entwickelte sich der Traum von Freiheit in einen Albtraum, der sowohl das Land als auch seine Nachbarn in Europa, im Sahel und in Nordafrika schockierte. Nach zwei Bürgerkriegen, einem Stellvertreterkrieg, aber auch ermutigenden Entwicklungen in jüngerer Zeit ist zu fragen: Was lief in den vergangenen zehn Jahren falsch? Was richtig? Und welche Lehren sind daraus zu ziehen?

Reuters

Krieg mit Ansage

Zu Genese und Entwicklung des Konflikts um Bergkarabach

Wer sich als „neutraler“ Ausländer mit den postsowjetischen Konflikten zwischen ehemaligen Sowjetrepubliken befasst, kann sicher sein: Im besten Fall wird er jeweils nur von einer Seite der betreffenden Staaten akzeptiert werden. Es ist schier unmöglich, als argumentatives „Neutrum“ wahrgenommen zu werden. Das erschwert den Anspruch, einen politischen Dialog über das Problem zu organisieren. Mit Blick auf Bergkarabach ist indes klar: Kenntnisse der Genesis der historischen und völkerrechtlichen Entwicklungen des Konflikts sind unabdingbar – und auch für die Frage nach den Handlungsmöglichkeiten internationaler Akteure relevant.

Hauke-Christian Dittrich, Reuters

Vom Hindukusch zurück in die nordeuropäische Tiefebene

Deutsche Sicherheits- und Verteidigungspolitik nach Afghanistan

Nach dem katastrophalen Schlusskapitel des deutschen Engagements am Hindukusch im Sommer 2021 sollte sich endlich auf das konzentriert werden, was als primäre Bedrohung für die Interessen Deutschlands erkannt wurde und zudem von den Verbündeten erwartet und eingefordert wird. Nur die Bundesrepublik kann die Hauptlast der konventionellen Verteidigung in Mittelost- und Nordeuropa tragen und als Rückgrat der (nichtnuklearen) ­NATO-Abschreckung gegenüber Russland fungieren. Hierzu muss die Bundeswehr – innerhalb weniger Jahre – die verlorengegangene Fähigkeit zur umfassenden Landes- und Bündnisverteidigung wiederherstellen.

Paul Carsten, Reuters

Alte Herrscher, junges Volk

Nigerias Jugend wird von politischer Teilhabe ausgeschlossen

Nigerias Gesellschaft ist tief gespalten. Einer großen Mehrheit junger Menschen steht eine alte Politelite gegenüber, die an der Macht festhält. Die Gerontokratie ist nicht nur kulturell bedingt, sondern auch gesetzlich abgesichert. Die Macht zu teilen, ist keine Option für die etablierte Herrschaftselite.

Sergio Moraes, Reuters

Die „Generation Weder-Noch“ in der Sackgasse?

Auswirkungen von sozialer Ungleichheit und der Coronapandemie auf die brasilianische Jugend

In Brasilien hat die Pandemie alle Bereiche der Gesellschaft hart getroffen. Die gestiegene Arbeitslosigkeit, das wachsende Bildungsgefälle und das Fehlen adäquater staatlicher Maßnahmen haben das Land in eine heikle Situation gebracht, die das strukturelle Problem der Ungleichheit offenbart und insbesondere bei der jungen Generation für Frust und Zukunftsangst sorgt.

Nureldin Abdallah, Reuters

Die Youth, Peace and Security Agenda im Kontext der Vereinten Nationen

Eine Stärkung der positiven Rolle der Jugend in Friedensprozessen

Weltweit ist seit 2010 ein Anstieg an gewaltsamen Konflikten und eine Zunahme an zivilen Opfern zu verzeichnen. Die Mehrzahl der Konflikte betrifft Länder niedriger Einkommen. Gemäß VN-Schätzungen lebten 2020 von den weltweit 1,85 Milliarden Jugendlichen zwischen 10 und 24 Jahren 90 Prozent in Entwicklungsländern. Vor dem Hintergrund der Zunahme an bewaffneten Konflikten in den vergangenen zehn Jahren ist mittlerweile davon auszugehen, dass mehr als 25 Prozent der Jugendlichen Gewalt und Konflikt ausgesetzt sind.

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Über diese Reihe

Die Auslandsinformationen (Ai) sind die Zeitschrift der Konrad-Adenauer-Stiftung für Internationale Politik. Sie bieten politische Analysen unserer Expertinnen und Experten in Berlin und aus mehr als 100 Auslandsbüros in allen Weltregionen. Gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder.

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