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Länderberichte

Politische Kurzberichte der KAS-Auslandsbüros

Publikationen

IMAGO / Xinhua

Rechtspopulismus gewinnt Wahlen in Costa Rica

Kontinuität des „Chavismo“ als epochale Zäsur

Laura Fernández von der Partei Pueblo Soberano („Souveränes Volk“) gewinnt die Präsidentschaftswahl in der ersten Wahlrunde mit 48,33% der Stimmen (bei bisher 93,79% Stimmauszählung) und schafft es mit ihrer Partei auf eine Mehrheit der Sitze im Parlament. Der Kandidat der traditionsreichen Partido Liberación Nacional (PLN) erzielte zwar ein historisch gutes Ergebnis, aber war dennoch der Erstplatzierten deutlich unterlegen. Die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen vom 1. Februar 2026 markieren somit einen historischen Wendepunkt in der politischen Geschichte Costa Ricas. Das Land, das über Jahrzehnte als demokratische Ausnahmeerscheinung in Mittelamerika galt, hat eine Wahl erlebt, die weit über die Entscheidung über Personen und Parteifarben hinausgeht. Es ging um die grundlegende Frage, wie Costa Rica künftig regiert werden soll: durch institutionellen Dialog, Gewaltenteilung und Konsens – oder durch eine machtkonzentrierte Politik, die auf Konfrontation und strukturellen Systemumbau setzt. 

IMAGO / Xinhua

Der 14. Parteikongress der Kommunistischen Partei Vietnams

Neues Mandat, neue Maßstäbe - Generalsekretär To Lam und seine epochale Reformagenda

Der 14. Nationale Parteikongress der Kommunistischen Partei Vietnams fand vom 19. bis 23. Januar 2026 in Hanoi statt. Beim wichtigsten politischen Großereignis des Landes wählen über 1500 Delegierte für die nächsten fünf Jahre ein neues Zentralkomitee mit 200 Mitgliedern, aus dessen Reihen die Mitglieder des Politbüros hervorgehen. Der diesjährige Parteikongress war für die Entwicklungsstrategie Vietnams richtungsweisend, denn zur Probe standen die umfassendsten Reformen seit Vietnams wirtschaftlicher Öffnung im Jahr 1986.

IMAGO / Avalon.red

US-Meinungen nach dem ersten Jahr in Trumps zweiter Amtszeit

“Move Fast and Break Things”

Stärke zeigen, Traditionen in Frage stellen, die Interessen Amerikas – und die eigenen – in den Mittelpunkt stellen: Das erste Jahr der zweiten Amtszeit von Präsident Trump war ein Wirbelwind an nationalen und internationalen Veränderungen. Besonders außenpolitisch hat er die Rolle der USA tiefgreifend verändert – und die bestehende Ordnung in Frage gestellt.

Michael Rimmel

Israels Narben nach dem 7. Oktober: Die Rückkehr der Geiseln und das nationale Trauma

Wie der Angriff der Hamas gesellschaftliche Bruchlinien offenlegt und alte Prinzipien infrage stellt

Am 26. Januar 2026 kamen die sterblichen Überreste von Ran Gvili, der letzten israelischen Geisel in den Händen der palästinensischen Terroristen, zurück nach Israel. Der Polizeioffizier einer Eliteeinheit hatte am 7. Oktober 2023 gegen die Hamas gekämpft, wurde dabei von Terroristen getötet und in den Gazastreifen verschleppt.  Mit der Rückgabe seines Leichnams ist nun seit 2014 erstmals keine israelische Geisel in den Händen der Hamas. Nun kann seine Familie und die gesamte Gesellschaft Abschied nehmen. Ran Gvili steht symbolisch für die zwei Traumata, die Israel seit dem 7. Oktober 2023 erlitten hat. Dem ersten Trauma, der Angriff am 7. Oktober mit über 1.200 Toten, folgte das zweite, eine Geiselnahme von 251 Geiseln, zum Teil zwei Jahre gefangen in den Händen der Hamas.  Es wird deutlich, dass der 7. Oktober nicht der Beginn, sondern eine dramatische Zuspitzung eines bereits bekannten Musters ist.

IMAGO / Xinhua

EU-Jordanien-Gipfeltreffen

Symbolischer Schritt für eine strategische Partnerschaft

Mit dem ersten bilateralen Gipfeltreffen zwischen der Europäischen Union (EU) und Jordanien setzten beide Akteure ein Signal für die Vertiefung ihrer Partnerschaft in Zeiten regionaler Instabilität im Nahen Osten. Mit ihrer Unterstützung für Jordanien möchte die EU das Partnerland in seiner wichtigen stabilisierenden Rolle in der Region stärken und entsprechend zur internen Stabilität des Landes beitragen, insbesondere durch die Ankurbelung der Wirtschaft. Für die EU bietet die vertiefte Partnerschaft außerdem eine Gelegenheit, sich im Kontext der zunehmend unberechenbaren US-Außenpolitik als verlässlicher Partner und Akteur im Nahen Osten zu profilieren. 

IMAGO / ABACAPRESS

Frankreich 2026

Ein herausforderndes Jahr im Schatten der Präsidentschaftswahlen

Frankreich blickt auf ein Jahr 2025 zurück, das von politischer Instabilität mit einem Regierungswechsel, zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung sowie wachsender Unzufriedenheit in der Bevölkerung geprägt war. Auch das Jahr 2026 verspricht kaum stabiler zu werden. Neben der schwierigen Haushaltslage stehen Kommunal- und Senatswahlen an, und die Präsidentschaftswahl 2027 wirft bereits ihre Schatten voraus. In diesem Umfeld muss es der aktuellen Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu gelingen, klug zu navigieren, ein drohendes Misstrauensvotum zu vermeiden und entscheidende Reformen für das Land auf den Weg zu bringen. Diese innenpolitische Instabilität steht im Kontrast zum Bild, das Präsident Macron auf internationaler Ebene von Frankreich vermitteln möchte: ein starkes Frankreich, das sich für Europa engagiert und seine Rolle in der Welt stärken will. Wo steht Frankreich also zu Beginn des Jahres 2026 wirklich und können die Verantwortlichen das Land wieder in ruhigere Fahrwasser lenken?

IMAGO / Xinhua

Zurück zur verfassungsmäßigen Ordnung? Präsidentschaftswahl in Guinea

General Mamady Doumbouya bleibt an der Macht

Die Präsidentschaftswahl am 28. Dezember 2025 markiert institutionell einen entscheidenden Wendepunkt in der jüngeren politischen Geschichte Guineas. Vier Jahre nach dem Militärputsch im September 2021, mit dem General Mamady Doumbouya den gewählten Präsidenten Alpha Condé stürzte, sollte der Urnengang offiziell den Übergang zurück zur verfassungsmäßigen Ordnung vollenden. In der Praxis werfen Ablauf, Kandidatenfeld und institutioneller Rahmen der Wahl jedoch Zweifel an ihrem demokratischen Charakter auf. Die Wahl erscheint weniger als Wettbewerb politischer Alternativen, sondern vielmehr als Instrument zur Legitimation einer bereits etablierten militärischen Machtstruktur.

IMAGO / Matrix Images

Parlamentswahl in der Côte d’Ivoire

Machtkonsolidierung von Allasane Ouattara

Die Parlamentswahl in Côte d‘Ivoire fand am 27. Dezember 2025 kurz nach der Präsidentschaftswahl statt und war stark von dieser Dynamik geprägt. Sie folgte nur wenige Wochen nach der Wiederwahl von Präsident Alassane Ouattara (RHDP), der die Wahl am 25. Oktober 2025 unter Ausschluss der aussichtsreichsten Oppositionskandidaten mit 89,77% der Stimmen im ersten Wahlgang gewonnen hatte und nun für eine vierte Amtszeit in Folge das Land regiert. Knapp 8,7 Millionen Wähler waren aufgerufen, die 255 Abgeordneten der Nationalversammlung zu wählen. Die Wahlen fanden zudem in einer Situation statt, in der zentrale Oppositionskräfte fragmentiert sind. Kurz nach der Präsidentschaftswahl hatte die Oppositionspartei PPA-CI unter Laurent Gbagbo zum Boykott der Parlamentswahl aufgerufen.

IMAGO / Anadolu Agency

Fußball als Instrument marokkanischer Politik

Zwischen Spielfeld und Weltbühne

Wenn Millionen Augen auf ein Spielfeld gerichtet sind, verwandelt sich eine sportliche Veranstaltung in eine globale Präsentationsfläche. Bereits Ende 2025 wird Marokko mit der Ausrichtung des Fußball-Afrikacups zum Zentrum kontinentaler Aufmerksamkeit. Es ist ein bedeutender Wegbereiter für die noch größere Bühne der Fußball-Weltmeisterschaft 2030. Beide Turniere bieten dem Königreich die Möglichkeit, sich nicht nur als Gastgeber, sondern sich auch als wirtschaftlich dynamischer Staat zu präsentieren. Bereits jetzt sorgen die beiden Großereignisse als Katalysatoren für Milliardeninvestitionen in Verkehrsinfrastruktur, Tourismus und Digitalisierung. Dennoch bringt die politische Instrumentalisierung sportlicher Ereignisse auch Herausforderungen mit sich. Entscheidend wird sein, ob Marokko die politischen Resultate des Afrikacups und der Weltmeisterschaft langfristig nutzen kann, um das Vertrauen in seine wirtschaftlichen Potentiale nachhaltig zu festigen und soziale Spannungen zu lösen.

IMAGO / ZUMA Press Wire

Die neue US-Sicherheitsstrategie und ihre Folgen für Lateinamerika und Europa

„Amerika den Amerikanern“?

Mit der Nationalen Sicherheitsstrategie (NSS) vom November 2025 vollzieht die US-Regierung einen weitreichenden Kurswechsel und beansprucht die westliche Hemisphäre, die den amerikanischen Doppelkontinent umfasst, erneut als exklusiven Einflussraum. Dabei knüpft sie an die Monroe-Doktrin von 1823 an, welche keine außeramerikanische Einmischung in die Angelegenheiten des gesamten Kontinents duldete. Die Botschaft ist unmissverständlich: „nichthemisphärische“ Mächte – primär China und Russland – sollen weder strategische Installationen besitzen noch militärische oder technologische Kapazitäten in der Region verankern können. Gleichzeitig soll die Hemisphäre so stabil und gut regiert sein, dass Massenmigration in die USA ausbleibt, die Bekämpfung von Drogenhandel und transnationaler Kriminalität gelingt und die Region Washington politisch gewogen ist. Diese Ziele sind im Originaltext der NSS ausführlich niedergelegt und werden dort als „Trump Corollary“ zur Monroe-Doktrin bezeichnet, ergänzt um das operative Leitmotiv „Enlist and Expand“: bewährte Partner einbinden und neue Kooperationen ausbauen, wirtschaftlich wie sicherheitspolitisch. Mit der militärischen Intervention am 3. Januar 2026 in Venezuela zeigt die Trump-Regierung der Welt, wie ernst sie es mit ihren Zielen in der westlichen Hemisphäre meint.

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Die Konrad-Adenauer-Stiftung ist in rund 110 Ländern auf fünf Kontinenten mit einem eigenen Büro vertreten. Die Auslandsmitarbeiter vor Ort können aus erster Hand über aktuelle Ereignisse und langfristige Entwicklungen in ihrem Einsatzland berichten. In den "Länderberichten" bieten sie den Nutzern der Webseite der Konrad-Adenauer-Stiftung exklusiv Analysen, Hintergrundinformationen und Einschätzungen.

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