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Länderberichte

Politische Kurzberichte der KAS-Auslandsbüros

Publikationen

IMAGO / Vlad Bereholschi

Präsidentenwahl in Rumänien: Ein Kopf-an-Kopf-Rennen

Am 18. Mai 2025 wird in Rumänien eine entscheidende Weiche gestellt

In der Stichwahl der rumänischen Präsidentenwahl am 18. Mai 2025, treten mit George Simion (AUR) und Nicușor Dan (parteilos) zwei Kandidaten an, die sich ganz explizit gegen das von Klientelismus, Korruption und Impunität geprägten „System“ positionieren. Der rechtspopulistische George Simion ist ein bekennender Fan des MAGA-Politikkonzepts und von Donald Trump, setzt im Wahlkampf auf Isolationismus, Nationalismus und Gebietsrevanchismus. Der liberale Nicușor Dan vertritt das pro-europäische, moderate, wirtschafts- und reformorientierte Gegenbild eines weltoffenen Rumäniens. Die Wähler entscheiden am Sonntag darüber, wer von beiden ihr nächster Präsident wird.

IMAGO / Light Studio Agency

Parlamentswahlen in Albanien

Ein vorhersehbarer Sieg und offene Fragen

Am 11. Mai 2025 fanden in Albanien Parlamentswahlen statt. Die regierende Sozialistische Partei (SP) unter Premierminister Edi Rama ging mit 52 Prozent der Stimmen erneut als stärkste Kraft hervor und gewann damit zum vierten Mal in Folge die Wahlen. Eine absolute Mehrheit konnte sie – wie bereits 2021 – erneut erreichen. Im Parlament wird sie nun 83 der 140 Sitze stellen. Die konservative Demokratische Partei (DP) unter Sali Berisha vereinte im Rahmen der „Allianz für ein großartiges Albanien“ 34 Prozent der Stimmen auf sich und erlangte damit 50 der Mandate. Ferner schafften vier kleinere Parteien den Einzug ins Parlament. Erstmals konnten auch Albaner, die im Ausland leben, an der Parlamentswahl teilnehmen. Oppositionsführer Berisha will das Wahlergebnis nicht akzeptieren. Er beschuldigte die Regierungspartei des Stimmenkaufs und der Nutzung staatlicher Ressourcen und ruft seine Anhänger zu Protesten auf.

IMAGO / SNA

Formal noch unabhängig aber kaum mehr souverän

Belarus im Sog Russlands

Russland treibt den seit langem auf kleiner Flamme köchelnden Prozess hin zu einem Unionsstaat mit Belarus jetzt auf allen Ebenen und in hohem Tempo voran. Zuletzt fand Ende April im russischen Wolgograd das pompöse Forum “Großes Vermächtnis – gemeinsame Zukunft” am Rande der Gedenkfeier zum 80. Jahrestag des Sieges der Roten Armee in Stalingrad statt. Was von unabhängigen Beobachtern als Moskauer “Siegeshysterie” rund um die Militärparade am 9. Mai bezeichnet wird, gilt nicht weniger für das offizielle Belarus. Das russische Narrativ über die Auslegung der Geschichte des 2. Weltkrieges dient auch dort als Legitimation für die Aggression gegenüber der Ukraine und das Auftreten gegenüber Europa. Lukaschenko hat sich durch die umfänglichen Zugeständnisse an Russland zwar seinen Machterhalt erkauft, nimmt damit aber in Kauf, dass Belarus seine Souveränität immer weiter verliert. Sicherheitspolitisch ist das „Abkommen über Sicherheitsgarantien im Unionsstaat“, ratifiziert Anfang des Jahres in Moskau, eine weitere Eskalationsstufe. Es ermöglicht unter anderem militärische Stützpunkte für russische Atomraketen, welche in zwei Minuten Vilnius erreichen können. Russland braucht das Regime im Nachbarland als engen militärischen Verbündeten, sein Staatsgebiet für die Verlegung von Raketen und als Aufmarschplatz für Truppen an der Grenze zu Litauen, Polen und der Ukraine. Die für September gemeinsam geplanten Manöver „Zapad 2025“ wecken böse Erinnerungen an die auf „Übungsmanöver“ folgende russische Großinvasion der Ukraine im Februar 2022.

Bundesregierung/Steffen Kugler

New Faces and New Focus

Bundeskanzler Friedrich Merz und die neue deutsche Bundesregierung

Deutschland hat eine neue Regierung: Friedrich Merz von der CDU wurde vom Bundestag zum Bundeskanzler gewählt. Sein Kabinett besteht aus 17 Ministern aus den Koalitionsparteien CDU, CSU und SPD. Sie wollen den Reformstau in Deutschland abbauen und neue Prioritäten in der Außenpolitik setzen.

IMAGO / Martin Bertrand

100 Tage Kabinett Scheljaskow

Eine positive Zwischenbilanz

Am 16. Januar 2025 hatte das bulgarische Parlament (Volksversammlung) eine Koalitionsregierung aus dem Bündnis „Bürger für eine europäische Entwicklung Bulgariens-Union Demokratischer Kräfte“ (GERB-SDS, beide EVP), der „Bulgarischen Sozialistischen Partei-Vereinte Linke“ (BSP-OL), der Partei „Es gibt so ein Volk“ (ITN) und der „Allianz für Rechte und Freiheiten“ (APS), gewählt. Das Kabinett ist inzwischen 100 Tage im Amt und man kann als Fazit festhalten, dass es ihm gelungen ist, die politische Stabilität im Land wieder herzustellen und wichtige Weichenstellungen vorzunehmen. Bulgarien bleibt darüber hinaus weiterhin ein verlässlicher und wichtiger Partner Deutschlands.

IMAGO / Avalon.red

Papst Leo XIV

Ein „Latino im Herzen“

Papst Leo XIV ist nicht nur der erste US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri, sondern auch der erste Peruaner. Die Wahl von Robert Prevost, dem 2015 die peruanische Staatsbürgerschaft verliehen wurde, stürzte ein ganzes Land in einen Freudentaumel. Der neue Papst ist fest in Lateinamerika verwurzelt, wo er über zwei Jahrzehnte als Priester und Bischof wirkte. Wie schon sein Vorgänger Franziskus dürfte Leo XIV den internationalen Blick auf soziale Fragen und auf Lateinamerika richten. Gleichzeitig ist sein Auftreten jenseits von politischen Grabenkämpfen auf Versöhnung und Ausgleich ausgerichtet.  

IMAGO / NurPhoto

Kanada hat gewählt

Die Weichen werden neu gestellt

Inmitten einer schweren Krise mit den USA wird Kanada erneut von einer Minderheitsregierung der Liberalen nach vorgezogenen Neuwahlen regiert. Die Konservativen verpassen den sicher geglaubten Wahlsieg trotz guten Ergebnisses. Kanada scheint auf dem Weg in ein Zwei-Parteien-System.

IMAGO / ABACAPRESS

Warten auf den Weißen Rauch

Konklave in Rom

Ab Mittwoch richtet sich die Aufmerksamkeit der internationalen Medien auf wohl den berühmtesten Schornstein der Welt. Wer wird nach dem „Habemus Papam“ auf die Loggia des Petersdoms treten und den ersten „Urbi et Orbi“-Segen spenden? Der enorme Medienrummel in der Ewigen Stadt zeigt, dass die katholische Kirche und das Papstamt weiterhin weltweite Bedeutung besitzen. Für die wahlberechtigten Kardinäle jedoch gilt es, Programm und Person in Einklang zu bringen. Doch vieles läuft im Konklave anders, als Außenstehende es sich vorstellen mögen. Diese Analyse skizziert die zentralen Themen des kommenden Pontifikats und reflektiert, welche Persönlichkeiten sie verkörpern könnten.

Marokko durch die ersten 100 Tage von Donald Trump im Weißen Haus

Die zweite Amtszeit der Trump-Regierung meistern

Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus für eine zweite Amtszeit hat weltweit starke Reaktionen ausgelöst. Einige verehren ihn als Helden, der dazu bestimmt ist, die Welt neu zu gestalten, während andere befürchten, dass er sie ins Verderben führen wird. Unabhängig davon, auf welcher Seite man steht, eines ist sicher: Trump ist eine polarisierende Figur, die stets Erwartungen widerspricht. Vom Überleben eines Mordanschlags bis hin zu den Vorhersagen seiner Inhaftierung und der Rückgewinnung der Präsidentschaft nach einer gescheiterten Wiederwahl – seine erste Amtszeit war ein Wirbelwind voller Überraschungen. Während er nun seine zweite Amtszeit beginnt, beobachtet die Welt gespannt, besonders Marokko, das vor der Herausforderung steht, den unberechenbaren Kurs zu navigieren, den Trumps Regierung einschlagen könnte, insbesondere mit seiner „America First“-Doktrin, die die internationalen Beziehungen und Außenpolitik prägt.

IMAGO / AAP

Historische Wahl in Australien

Labors Erdrutschsieg und Chaos bei den Konservativen

In derselben Woche, in der Kanada wieder überraschend nach links schwenkte, erlebt Australien ein noch eindeutigeres Wahlergebnis. Nur zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale – um 20:25 Uhr am 3. Mai – erklärte ABC News offiziell den Wahlsieg der Australian Labor Party (ALP) und die zweite Amtszeit von Premierminister Anthony Albanese. Eine rote Welle fegte über das Land und bescherte der Liberal-Nationalen Koalition ihre schlimmste Niederlage in ihrer Geschichte. Der Verlust war sowohl in seinem Ausmaß als auch mit Blick auf die Symbolik bedeutsam: Oppositionsführer Peter Dutton verlor seinen eigenen Sitz im Parlament, den er 24 Jahre lang gehalten hatte.

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