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KI M365 Copilot

Globale Ordnungspolitik in der Krise

Spielt die G20 noch eine Rolle in Zeiten geopolitischer Fragmentierung?

Die G20 leidet seit vielen Jahren unter thematischer Überfrachtung, institutionellen Schwächen und wachsenden geopolitischen Spannungen. Dabei ist sie ein unverzichtbares Format für die globale Ordnungspolitik und muss daher ihre Legitimität und Wirksamkeit zurückgewinnen. Dies kann nur gelingen, wenn die G20 sich auf ihr Kernmandat konzentriert, die Troika zu einer mehrjährigen Planungsinstanz weiterentwickelt, die OECD als Quasi-Sekretariat institutionell stärkt und ihre Arbeitsweise stärker auf umsetzbare Ergebnisse ausrichtet.

KAS Ecuador

Keine neue Verfassung für Ecuador

Niederlage im Verfassungsreferendum zwingt Staatspräsident Noboa zur Reflexion

Überraschend klar hat die Bevölkerung Ecuadors in einem Referendum den Vorschlag von Präsident Daniel Noboa abgelehnt, eine verfassungsgebende Versammlung einzuberufen. Auch drei weitere vom Staatschef vorgeschlagene Verfassungsänderungen wurden abgelehnt. Das Ergebnis bedeutet einen herben Schlag für Noboa, aber auch eine Chance, den oftmals als intransparent wahrgenommenen Regierungsstil zu ändern.

IMAGO / ZUMA Press Wire

Nachkriegsordnung für Gaza: Ein Neustart unter Aufsicht?

Was die Resolution 2803 für die Zukunft des Gazastreifens bedeutet

Der UN-Sicherheitsrat hat für eine von den USA ausgearbeitete Resolution gestimmt, die den 20-Punkte-Plan von US-Präsident Donald Trump für die Zukunft des Gazastreifens international untermauert. Der Plan sieht unter anderem die Einrichtung einer internationalen Stabilisierungstruppe (ISF) vor, zu der sich laut Angaben der USA mehrere nicht namentlich genannte Länder bereit erklärt haben. Die Resolution 2803 wurde von 13 Ländern – darunter den USA, Frankreich und Großbritannien – unterstützt. Die beiden Veto-Mächte Russland und China enthielten sich der Stimme. 

IMAGO / ZUMA Press Wire

Das Ende der politischen Mitte?

Zum Ergebnis der Präsidentschafts- und Parlamentswahl in Chile

Bei der Präsidentschafts- und Parlamentswahl am 16. November haben sich die Mehrheit der Chilenen für extreme Positionen entschieden. Jeannette Jara, Kandidatin des Linksbündnisses Unidad por Chile und seit ihrem 14. Lebensjahr aktives Mitglied der kommunistischen Partei, wird bei der Stichwahl am 14. Dezember gegen den ultrakonservativen rechts-außen Kandidaten der Partei Partido Republicano, José Antonio Kast, antreten. Eindeutiger Verlierer der Wahl ist das gemäßigte mitte-rechts Bündnis Chile Grande y Unido der Kandidatin Evelyn Matthei.

Smarterpix / ArchManStocker

Bürokratie pragmatisch reduzieren – Baukosten senken

Impulse vom Wohnkongress der Konrad-Adenauer-Stiftung „Stadt. Land. Wohnraum?“ – am 16. Oktober 2025

Der deutsche Wohnungsmarkt steckt in einer tiefgreifenden strukturellen Krise. Eine nachhaltige Entspannung ist nur durch mehr Wohnungsbau möglich – doch hohe Baukosten und komplexe regulatorische Vorgaben bremsen die Bautätigkeit erheblich. Zur Lösung des Problems bedarf es einer dringenden Reduktion regulatorischer Komplexität.

IMAGO / ZUMA Press Wire

Rückkehr zu Stabilität und Pragmatismus

Lee beweist diplomatische Kompetenz

Vom 31. Oktober bis 01. November richtete Südkorea in seiner ehemaligen Haupstadt der Silla-Dynastie, Gyeongju, den diesjährigen Gipfel der Asia Pacific Economic Cooperation (APEC) aus. Dies war Koreas erste Bühne internationalen und multipolaren Formats unter der neuen Präsidentschaft von Lee Jae-myung und somit die erste Chance, Koreas Image aufzupolieren, nachdem dieses mit der Verhängung des Kriegsrechts durch Yoon Suk-yeol Ende letzten Jahres und seinem langwierigen Amtsenthebungsverfahrens bis April 2025 mächtig Schaden genommen hatte. Unsicherheiten und Sorge umrankten die Vorbereitungen der Veranstaltung im Land - nicht zuletzt, weil das eigentliche Rampenlicht auf die bilateralen Treffen am Bühnenrand der APEC gerichtet war. Doch die Vermeidung etwaiger großer Divergenzen mit den USA oder mit China und zwischen den USA und China sind Lee Jae-myungs leiser Erfolg: ein Zeichen für ein stabileres, pragmatischeres Korea.

IMAGO / Mike Schmidt

Keine Alternative: Die AfD und Israel

Ausprägungen, Funktionen und Wahrnehmungen der „Israel-Solidarität“ der AfD

Vertreter jüdischer Organisationen bezeichnen die Alternative für Deutschland (AfD) als „Partei für Antisemiten“. Trotzdem gelingt es der AfD vor allem international, sich als Vorkämpferin israelischer Interessen und als Beschützerin jüdischen Lebens in Deutschland zu positionieren. Diese Positionierung widerspricht einer Reihe anderer in der Partei vertretener Positionen und erfüllt mehrere politische Funktionen. Hierzu zählen vor allem die Legitimierung von Muslimfeindlichkeit, der Angriff auf politische Gegner und die Ablenkung von Extremismus und Antisemitismus in den eigenen Reihen.

IMAGO / Xinhua

Angola im Wandel?

Zwischen Öffnung und Kontrolle

50 Jahre nach der Unabhängigkeit und 23 Jahre nach dem Ende eines langjährigen Bürgerkriegs steht Angola heute gleich doppelt auf dem Prüfstand. Eine rapide wachsende junge Bevölkerung fordert immer lauter substanzielle Reformen, die politische und wirtschaftliche Teilhabe ermöglichen. Gleichzeitig ist das Land ein zentraler Schauplatz im globalen Systemwettbewerb um Rohstoffe, Handelsrouten und politische Partnerschaften.

IMAGO / YAY Images

UN-Resolution 2797

Ein historischer Schritt im Sahara-Konflikt

Am 31. Oktober 2025 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat die Resolution 2797 zum Westsahara-Konflikt. In Marokko feierten daraufhin tausende Menschen auf den Straßen, denn die Resolution stellt einen historischen Kurswechsel dar. Erstmals wird Marokkos Autonomieplan explizit als grundlegende Lösung für den Konflikt unterstützt. Die bisherige Neutralität der Vereinten Nationen verschiebt sich damit zugunsten der marokkanischen Position. In Marokko wurde dieser Schritt als diplomatischer Erfolg gefeiert; König Mohammed VI. sprach von einem „neuen und siegreichen Kapitel“ auf dem Weg zu einer endgültigen Lösung der Sahara-Frage. Die Polisario lehnt die Resolution jedoch bislang ab.

SmarterPix / siraanamwong

Industriepolitik klare Grenzen setzen

Wohlstand entsteht im Wettbewerb

In der aktuellen Debatte um die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands rückt Industriepolitik zunehmend in den Fokus. Die Analyse der Konrad-Adenauer-Stiftung warnt jedoch vor überzogenen Erwartungen: Staatliche Eingriffe zur gezielten Förderung einzelner Branchen oder Unternehmen führen oft zu Wohlstandsverlusten, hemmen Innovationen und schaffen Abhängigkeiten. Industriepolitik sollte daher nur in klar begründeten Ausnahmefällen eingesetzt und stets marktwirtschaftlich ausgestaltet sein. Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand entstehen durch offene Märkte, nicht durch dauerhafte Subventionen.