Kollegiatinnen und Kollegiaten

Internationales Promotionskolleg „Sicherheit und Entwicklung im 21. Jahrhundert“

Eva Ziegler

Politikwisschenschaften, Ludwig Maximilians-Universität München

Dissertation:

»Transnationale Transfers konventioneller Gebrauchtwaffen«

Abstract:

Bisher ist die implizite Annahme in der Forschungsliteratur zum Thema transnationaler Waffenhandel, dass die Motive, wie z.B. Wirtschaft und Sicherheit, für den Transfer von neu produzierten und gebrauchten Waffen identisch sind. Bestehende Forschung zu Großwaffen-Transfers untersucht, wie diese Motive den Waffentransfer im Allgemeinen prägen, unterscheiden jedoch nicht zwischen dem Transfer von neuen und bereits gebrauchten Waffen. Theoretisch ist es jedoch sinnvoll anzunehmen, dass die Motive von Ex- und Importeuren von Gebrauchtwaffen sich von denen, die neue Waffen ex- und importieren unterscheiden. Für den Bereich des Gebrauchtwaffentransfers gilt es daher diese Lücke in der Forschung über den transnationalen Waffentransfer zu schließen. Um das vorliegende Puzzle zu lösen, strebe ich einen Forschungsansatz basierend auf Mixed-Methods an, um die Kausalmechanismen aufzudecken. Sind die unterschiedlichen Marktmuster der Gebrauchtwaffentransfers bekannt, können gezielte Maßnahmen gegen den Einsatz dieser Art von Waffen ergriffen werden.

 


 

Jakob Landwehr

Politikwissenschaft, Technische Universität Chemnitz

Dissertation:

»Success of Third-Party Humanitarian Military Interventions«

Abstract:

Unter welchen Umständen sind manche Drittparteien erfolgreicher, wenn sie humanitär-militärisch in einem Konflikt intervenieren? Diese Frage ist der zentrale Ansatzpunkt der Doktorarbeit. Die Interventionen sind besonders zu berücksichtigen, da vor allem Massaker an Zivilisten, Genozide und Kriege immer zu Debatten über den Nutzen solcher Interventionen geführt haben. Während weitestgehend die Meinung vorherrscht, dass diese Interventionen einen Effekt auf die Konfliktentwicklung haben, fehlt es an fundiertem Wissen, was den Erfolg oder Misserfolg vom Eingriffen Dritter begünstigt und an Verständnis für die Umstände, die die Wirksamkeit dieser Interventionen beeinflussen. Zusätzlich sollen weitere Schwerpunkte der Arbeit in der näheren Auseinandersetzung mit dem Begriff des „Erfolges“ und dem Zusammenspiel von „humanitärem“ und „militärischem“ Erfolg liegen. Mit einem Explanatory Sequential Mixed Method Design werden zunächst Interventionen seit 1945 betrachtet. Drei Fallstudien dienen im Anschluss zur Vertiefung und eingehenderen Analyse.

 


 

Jon Dannemann

Internationale Beziehungen, University of Sheffield

Dissertation:

»Similarities and differences in the authoritarian naval modernisation and expansion of China, Japan and Germany«

Abstract (en):

The puzzle at the heart of this project consists in authoritarian governments' repeated fascination with the politically and fiscally costly (and usually stagnant or ill-fated) policy of seapower, and its lure of political, diplomatic, economic and cultural prestige.  As a result, this research project aims to supplement overly parsimonious explanations in IR theory to locate China’s naval modernization within a global comparative and historical context. Existing theoretical approaches to China’s pursuit of seapower are surveyed, deriving from neorealism in International Relations theory are examined, from the idealtypes presented by the geopolitical writings of Alfred Thayer Mahan to the fiscal-naval state paradigm explaining Pax Britannica and to Chinese military strategy suffer either from a lack of direct relevance to China or a lack of theoretical operationalization. To bridge the cleavages among these disparate fields in the social sciences resulting from a lack of cross-fertilization, a framework derived from recent reiterations of global historical sociology is employed to investigate the pertinence of state-society relations in rising authoritarian powers alongside their civil-military relations and their fiscal sociology. In a second step, a historical comparison of three relevant cases is conducted, comprising Imperial Germany, Imperial Japan and contemporary China until 2018.

 


 

Matthias Distelkamp

Militär- und Gesellschaftsgeschichte, Humboldt-Universität zu Berlin

Dissertation:

»Die Transition und ihre Gefahren. Die Haltung des spanischen Militärs zur Demokratie am Beispiel von Andrés Cassinello Pérez«

Abstract:

Das spanische Militär war eine große Gefahr für die Demokratisierung nach der Diktatur Francos. Die bisherige Forschung über den Einfluss der Streitkräfte auf die spanische Transition ist aber aufgrund der schwierigen Quellenlage gering und vernachlässigt die ambivalente Haltung der Militärs zur Demokratie. In der Arbeit wird diese Ambivalenz durch einen biographischen Ansatz analysiert mit Schwerpunkt auf den Jahren 1970-1986. Der ausgewählte Militär, Andrés Cassinello Pérez, repräsentierte eine Strömung in den Streitkräften, die einerseits die Transition unterstützte, aber andererseits auch Misstrauen gegenüber der neuen Demokratie hegte. Cassinello war während der Transition Chef mehrerer Geheimdienste. Obwohl er sich aktiv für die Demokratisierung einsetzte, geriet er in schwere Konflikte mit demokratischen Praktiken bei der Bekämpfung der baskischen Terrororganisation ETA. Ziel der Arbeit ist es, beispielhaft zu zeigen, wann Militärs eine Gefahr für Demokratisierungsprozesse werden, obwohl sie die Demokratie an sich befürworten.

 


 

Philipp R. L. Gerhard

Geschichtswissenschaften, Universität Tübingen

Dissertation:

»Die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Brasilien, 1969-1989«

Abstract:

Brasilien unterlief in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen rasanten Entwicklungsverlauf. Durch staatliche Planung wurde der als rückständig erachtete Agrarstaat zu einem newly industrialized country, dessen Mission es war, die Kluft zu den Industrieländern weiter zu schließen, um so Prestige zu gewinnen. Die Bundesrepublik war in den krisengeprüften „langen 70er Jahren“ zeitweise der wichtigste Partner der brasilianischen Militärregierung und mit transnationalen Konzernen bei der Durchführung von Entwicklungsprojekten beteiligt. Neben der staatlichen Seite werden mit Bosch und Siemens auch Akteure der Privatwirtschaft untersucht, deren Aktivitäten in Entwicklungsländern von der einschlägigen Forschung bislang nur einseitig dargestellt wurden. Anhand ausgewählter Fallstudien der deutsch-brasilianischen Entwicklungszusammenarbeit wird gezeigt, welchen Beitrag der Verbund aus öffentlichen und privaten Akteuren zur Industrialisierung Brasiliens leistete und wie vielschichtig Erwartungen und Kalküle der Involvierten dabei waren.

 


 

Nina Mruk

Rechtswissenschaft, Universität Münster

Dissertation:

»Rüstungskontrolle - Eine Maßstabsbildung zwischen Politik und Recht«

Abstract:

Das Dissertationsprojekt untersucht zunächst die rechtlichen Maßgaben, denen Rüstungsexporte unterworfen sind. Rüstungsexporte werden dabei in ihren völker- und europarechtlichen Kontext eingeordnet. Ein besonderes Augenmerk wird dabei darauf gerichtet, ob und welche Vorgaben menschenrechtliche Verpflichtungen der Bundesrepublik Deutschland in diesem Bereich zeitigen. Es soll jedoch keine Beschränkung auf völkerrechtliche Normen erfolgen. Die Untersuchung stellt auch die Frage nach der Reichweite und dem Umfang der extraterritorialen Wirkung deutscher Grundrechte. Aber auch abseits möglicher grundrechtlicher Implikationen sieht das Grundgesetz verfassungsrechtliche Vorgaben für Rüstungsexporte vor. Schon Art. 26 Abs. 2 GG wirft dabei die Frage nach dem Verhältnis von Parlament und Regierung im Bereich der Rüstungsexportkontrolle auf. Vor dem Hintergrund der aktuellen rechtlichen und politischen Maßgaben soll über die Zukunftsfähigkeit des einfachgesetzlich ausgestalteten deutschen Rüstungsexportkontrollregimes nachgedacht. De lege ferenda muss dabei die Frage nach einer Europäisierung der Regelungen gestellt sowie Vorschläge nach stärkerer Verrechtlichung und gerichtlicher Durchsetzung durch Instrumente wie Verbandsklagen diskutiert werden.

 


 

Mario Schäfer

Internationale Politik, Universität Passau

Dissertation:

»Europäische Erweiterungspolitik - Lernen vom Konfliktmanagement? Vom Beitritt Zyperns zum Beitritt Kroatiens zur EU«

Abstract:

Ungelöste Grenz- und Souveränitätsstreitigkeiten von Mitgliedstaaten können langanhaltende Auswirkungen auf die Politikgestaltung der Europäischen Union haben. Deshalb müssen politische Entscheidungsträger und mit ihnen die EU über den Umgang mit diesen Streitigkeiten reflektieren. In meiner Dissertation werden die Strategien der EU analysiert, mit nationalen Grenz- und Souveränitätsstreitigkeiten umzugehen, die im EU-Erweiterungsprozess im Zeitraum vom Beitritt Zyperns (2004) bis zum Beitritt Kroatiens (2013) zur EU aufgetreten sind. Ich eruiere, inwiefern sich die veränderte Herangehensweise der EU mit den Grenzstreitigkeiten umzugehen durch International oder Organizational Learning erklären lässt. Diese Dissertation verdichtet die Ansätze der Lerntheorie, um einen generalisierbaren Ansatz zu implementieren. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf den Motivationen und handlungsleitenden Überlegungen der politischen Entscheidungsträger der EU, die durch einen qualitativ-holistischen Ansatz im Rahmen einer Prozessanalyse offengelegt werden.

 


 

Niklas Mayer

Internationale Beziehungen, Universität Maastricht

Dissertation:

»Development Cooperation, Climate Change and Migration in East Africa: Can Resilience-Building Alleviate Climate Change-Related Migration?«

Abstract:

Climate change has important implications for migration: Drought and floods caused by decimated ecosystems can significantly degrade livelihoods and seriously weaken people’s ability to cope with poverty and conflict, contributing to displacement and migration of human populations. This PhD project aims to explore the conceptual and empirical linkages between migration, climate change and development, in order to examine how international actors address climate change-induced migration, and in what ways their interventions affect vulnerable populations hit hardest by climate change and threatened by displacement. The resilience-building approach of the European Union in the Horn of Africa serves as the case study of this research. Since the “Refugee crisis” 2015 there is a shift in EU development cooperation towards applying drought resilience-building with the academically unfounded assumption that this would reduce migration aspirations in affected areas. Against this background, the question “how do drought-resilience projects influence the migration aspirations and the mobility decision of individuals in affected areas?” is the central research question that motivates this dissertation.

 


 

Stiven Tremaria

Politikwissenschaften, Universität Osnabrück

Dissertation:

»Regime Transformation and Police Reform in Ukraine, Bosnia and Herzegovina, and Venezuela from a Comparative Perspective«

Abstract:

This dissertation aims to analyze police reforms in the context of regime change in the interplay between democratization and autocratization from a cross-regional comparative analysis between Eastern Europe and Latin America, based on the examination of three case studies: Ukraine, Bosnia and Herzegovina, and Venezuela. In consequence, police reforms are analyzed as a mirror of regime transformation dynamics. Departing from the central questions of why and how police reforms have failed, the research delves into the causal chain relationship leading to counter-reform of the police. For this purpose, a macro-level actor-based approach grounded on the role of ruling political elites as actors who spoil police reforms is selected as the analytical framework, drawing on theoretical contributions from the role of political agency. The research is methodologically carried out through a theory-building process tracing and comparative case study analysis (most different system design) and founded on the critical review of primary sources and expert interviews through field research.

 


 

Leontine von Felbert

Internationale Beziehungen, London

Dissertation:

»Non-Arab actors´involvement in the Syrian Conflict and Their Use of Surrogate Warfare«

Abstract:

In today’s multipolar and interconnected world, where the US is no longer the undisputed hegemon and Russia has returned to the world stage, conventional war has become increasingly rare and conflicts are often fought through other means. The conflict in Syria can be seen as a typical modern 21st century war which is not only emblematic of these developments regarding the changing nature of war, but also of the geopolitical changes and conflicts that are occurring. The Syrian civil war arguably serves as a battlefield for both the US-Russian rivalry for global hegemony and the competition for regional dominance in the Middle East. It has been characterised by the involvement of many outside actors – regional and international – trying to not only influence its outcome, but primarily advance their own interests and increase their influence in the region. For the majority of them, surrogate warfare is the strategy of choice as, by externalising the burden of warfare, it is seen to provide a degree of deniability, legitimacy and a reduction of political and financial cost in contrast to getting involved in the conflict conventionally. My proposed PhD research will focus on non-Arab actors’ involvement in the Syrian conflict and their use of surrogate warfare. While numerous actors have used human surrogates to further their own interests in the Syrian conflict, many have done so primarily in the form of ‘donated assistance’, by way of supplying cash and weapons rather than by cultivating a patron-agent-relationship with a human surrogate force that they have some degree of control over. I therefore choose the United States, Russia, Iran and Turkey as case studies instead.

 


 

David Bitterling

Politikwissenschaften, Goethe-Universität Frankfurt am Main

Dissertation:

»Sanitized Humanity: Justification Narratives for the Civilian Cost of Air Power«

Abstract:

Despite promises of safe, surgical precision, air power can – and often will – cause civilian casualties. While some interpretations of the laws of armed conflict allow for a degree of collateral damage, killing civilians still poses inter alia legal, operational, organizational, ontological, and strategic challenges. The present dissertation examines how air force organizations narrate the civilian cost of their operations, examining their justifications through an inductive, theory-generating approach that finds its roots within linguistic philosophy and narrative theory. Drawing on a pragmatist understanding of language and practice, it seeks to break open the language of air power to gather insight into how its practitioners describe and justify their tools, their practice, and ultimately themselves.

 


 

Hans-Georg Riepken

Zeitgeschichte, Universität Mannheim

Dissertation:

»NATO-Osterweiterung in den 1990er Jahren – Eine qualitative und datenbasierte Analyse der öffentlichen Debatte in Deutschland, den USA, Polen und Russland«

Abstract:

In der Promotion werden Veränderungen der öffentlichen wie auch internen Debatten über die NATOOsterweiterung in den USA, Russland, Deutschland und Polen von 1990 bis 1999 untersucht. Damit sollen Entwicklungen und Einflüsse analysiert werden, die zur ersten NATO-Osterweiterung im Jahr 1999 geführt haben. Für diese Untersuchung kommen neben klassischer Archivforschung auch Methoden der Data-Science, insbesondere die Sentiment Analyses von öffentlichen Bekanntmachungen, Pressemitteilungen und Leitmedien zum Einsatz. Mittels dieses multimethodischen Ansatzes sollen erstmalig wesentliche Einflusslinien der unmittelbaren Ära nach dem Kalten Krieg über einen längeren Zeitraum freigelegt und beschrieben werden. Ihre Analyse soll dazu dienen, den Transformationsprozess in einer zentralen Entscheidungsphase für Struktur und Aufbau des geeinten Europas und der neuen Sicherheitsarchitektur des Westens fundiert zu erklären und nachvollziehbar zu machen. Das Forschungsprojekt soll somit dazu beitragen, die divergierenden Narrative über den Prozess der NATO-Osterweiterung zu relativieren, und seriöse Bezugspunkte für die wissenschaftliche und gesellschaftliche Diskussion bereitzustellen.

 


 

 

 

 

Kontakt

David Khunchukashvili

David Khunchukashvili Photogenika

Referent Promotionsförderung - Referat 02 | Geschäftsführer Promotionskolleg "Sicherheit und Entwicklung im 21. Jahrhundert“ und "Demokratien in Europa. Transformationen nach 1990"

david.khunchukashvili@kas.de +49 (0)30-26996-3369
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Vanessa Bilgen

Sachbearbeiterin Bewerbung und Auswahl

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