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„Wir müssen reden!“ – Politische Diskussionen im Wahlkampf

Repräsentative Umfrage zu politischer Kommunikation im persönlichen Umfeld und in sozialen Medien

In unserer neuen Studie haben wir eine repräsentative Umfrage zu politischer Kommunikation im persönlichen Umfeld und in sozialen Medien ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, wie sehr sich die Menschen mit Politik beschäftigen und über welche Kanäle sie politische Botschaften erreichen.
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Experteninterview mit Dominik Hirndorf

Politik ist in Alltagsgesprächen und im digitalen Raum allgegenwärtig. In der Zeit des Bundestagswahlkampfes wächst die Bedeutung dieser Gespräche und digitalen Berührungspunkte. Denn die Art und Weise, in der Menschen über politische Themen sprechen, beeinflusst ihre politischen Präferenzen. 

Diese repräsentative Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung geht daher den Fragen nach, ob Menschen im Wahlkampf tatsächlich häufiger über Politik sprechen und wie sich Diskussionshäufigkeit, Meinungsvielfalt und vermutete Wahlpräferenzen zwischen Partnerschaft und Bekanntenkreis unterscheiden. Daneben widmet sich die Studie dem politischen Nutzungsverhalten der Wahlberechtigten im Internet, insbesondere in den sozialen Netzwerken.

Die Datenerhebung zur Studie erfolgte durch Infratest dimap. Zwischen dem 30. September und 20. November 2021 wurden insgesamt 4.000 Personen telefonisch befragt. Die Daten der Umfrage sind nach sozialstrukturellen Merkmalen gewichtet, somit ist die Umfrage repräsentativ für die wahlberechtigte deutschsprachige Wohnbevölkerung ab 18 Jahren.

Einige Hauptergebnisse unserer Studie sind:

  • Im Vorfeld der Bundestagswahl wurde sowohl in der Partnerschaft als auch im Freundes- und Bekanntenkreis mehrheitlich viel und häufiger als im Herbst 2019 über Politik gesprochen. Die Meinungsunterschiede in politischen Gesprächen haben dagegen weder zu- noch abgenommen.
  • Paare waren sich in politischen Gesprächen meist einig und wählten mehrheitlich vermutlich dieselbe Partei. In Gesprächen außerhalb der Partnerschaft gab es etwas häufiger Meinungsverschiedenheiten und die beteiligten Personen trafen überwiegend vermutlich nicht dieselbe Wahlentscheidung.
  • Über drei Viertel der Wahlberechtigten lesen politische Inhalte im Internet. 2019 war es nur jede zweite Person. FDP-, AfD-, Grünen- und Linken-Wählerschaft nutzen das Internet überdurchschnittlich häufig zum Lesen politischer Inhalte. Der Anteil hat jedoch insgesamt in allen Parteianhängerschaften deutlich zugenommen.
  • Ca. 12 Millionen Wahlberechtigte setzen sich in den sozialen Medien aktiv mit politischen Inhalten auseinander, d.h. sie liken, teilen, kommentieren oder erstellen eigene Inhalte. Aus dieser Gruppe hat fast jede zweite Person im Wahlkampf Wahlwerbung von Grünen, Union und SPD in den sozialen Netzwerken wahrgenommen.
  • Die beiden sozialen Medien, die am häufigsten für Politik genutzt werden, sind Facebook und Instagram. Danach folgen WhatsApp, Twitter und YouTube. Die Parteianhängerschaften unterscheiden sich nicht nur bei der Wahl sozialer Netzwerke, sondern auch insgesamt bei deren Nutzung. Unions- und SPD-Wählerschaft benutzen soziale Netzwerke besonders selten. AfD- und Linken-Wählerschaft nutzen überdurchschnittlich häufig interaktive Funktionen auf Social-Media-Plattformen.

 

Lesen Sie hier die Studie „‚Wir müssen reden!‘ – Politische Diskussionen im Wahlkampf“ als PDF.

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unsplash / Timon Studler / CC BY-SA 4.0
31. Oktober 2020
Zur ersten Studie zum Thema
Monitor Wahl- und Sozialforschung
reuters / Fabian Bimmer
15. August 2022
Ich sehe was, was du nicht siehst: Wahlwerbung