Lesung
Ausgebucht

Literaturvormittag im Haus Kreienhoop des Schriftstellers Walter Kempowski

Die Konrad-Adenauer-Stiftung Bremen lädt zwei Bremer Schulklassen am 5. März 2012 zu einem Literaturvormittag in das Haus Kreienhoop des Schriftstellers Walter Kempowski ein. Die Veranstaltung ist bereits ausgebucht.

Details

Das Bildungswerk Bremen der Konrad-Adenauer-Stiftung ermöglicht es jeweils einer Schulklasse der Freien Evangelischen Bekenntnisschule und des Ökumenischen Gymnasiums am Vormittag des 5. März 2012 das Haus Kreienhoop, das Wohn- und Arbeitshaus des Schriftstellers Walter Kempowski, zu besichtigen. Die Abfahrt ist um 08:30 Uhr vom Hugo-Schauinsland-Platz, (vor dem Kino Cinemaxx) in direkter Nähe des Bremer Hauptbahnhofs. Die Rückkunft wird gegen 13:00 Uhr wieder am gleichen Ort wie die Abfahrt sein.

Die Schüler erhalten im Haus Kreienhoop die Gelegenheit, sich mit Walter Kempowski über den regulären Schulunterricht hinaus, intensiv zu beschäftigen. Dr. Ralf Altenhof, der Leiter des Bildungswerks Bremen der Konrad-Adenauer-Stiftung, wird die Schüler begrüßen und die Arbeit der Stiftung kurz vorstellen. Hildegard Kempowski, die Frau des 2007 verstorbenen Autors, wird die Jugendlichen anschließend willkommen heißen und aus dem Roman „Ein Kapitel für sich“ ihres Mannes lesen. Nach der Lesung erhalten die Schüler die Gelegenheit, Fragen an Hildegard Kempowski zu stellen. Zum Abschluss findet eine Führung durch das Haus statt, die den Jugendlichen direkte Einblicke in den „Lebensraum“ eines der bekanntesten deutschen Nachkriegsautoren gewährt.

Ziel der Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung ist es, die Schüler zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Walter Kempowski und seinem literarischen Werk zu motivieren. Der Autor, der die Besatzung der Stadt Rostock nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Sowjets und die Aufbauphase der DDR erlebte, steht mit seinem Lebensschicksal exemplarisch für die Menschen im Ostteil Deutschlands, die nach den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs und des Dritten Reichs in einer weiteren Diktatur leben mussten.

Walter Kempowski, der als Reedersohn Frachtbriefe an die Amerikaner weitergegeben hat, um auf die prekären Verhältnisse in der östlichen Besatzungszone hinzuweisen, wurde 1948 von einem sowjetischen Militärtribunal zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Er verbrachte acht Jahre seines Lebens in Bautzen und wurde 1956 vorzeitig aus der Haft entlassen.

In seinem literarischen Schaffen hat er seine Erfahrungen mit einer Diktatur auf meisterhafte Art und Weise verarbeitet. Er zählt zu den bedeutendsten deutschen Nachkriegsautoren und ist eine mahnende Stimme gegen das Vergessen. In seinen Büchern setzt er sich für Demokratie und Freiheit ein.

Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Tadellöser & Wolff“ sowie das „Echolot. Ein kollektives Tagebuch“. Der Autor wurde bereits zu Lebzeiten unter anderem mit dem Großen Bundesverdienstkreuz, dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Uwe-Johnson-Preis ausgezeichnet.

Zur Veranschaulichung der Erfahrungen, die Walter Kempowski während seiner Zeit in sowjetischer Haft gemacht hat, folgen zwei ausgewählte Textpassagen aus dem Roman „Ein Kapitel für sich“:

„In Bautzen wurde ich leider von Walter getrennt. Dieses höhnische Getue der Kalfaktoren: ,Gebt euch noch einmal die Hand! Ihr seht euch nie wieder!´ Die machten sich noch´n Jux draus.“

Robert Kempowski berichtet über seine Haft

...“,Los, rein da.´ Ich quetschte mein Riesenbündel durch die Tür und prallte zurück. Das war ein Schlag, der ging durch alle Glieder. Ein Mann hockte da in seinem Gestank: Mensch, Maschine, Puppe oder Automat, als Elendssilhouette gegen die Sonne, zerlumpt, mit grinsendem KZ-Gesicht, 22 Jahre alt, ein Greis.“

Walter Kempowski schildert seine Erlebnisse in der Haft

Zum Kalender hinzufügen

Veranstaltungsort

Haus Kreienhoop in Nartum

Referenten

  • Hildegard Kempowski

    Publikation

    Deutschunterricht mal anders: Konrad-Adenauer-Stiftung ermöglicht Schulklassen Besuch im Kempowski-Haus
    Jetzt lesen
    Kontakt

    Dr. Ralf Altenhof

    Dr

    Landesbeauftragter und Leiter Politisches Bildungsforum Bremen

    ralf.altenhof@kas.de +49 421 163009-0 +49 421 163009-9