Veranstaltungsberichte

Die Lehren aus der Finanz- und Wirtschaftskrise

von David Jonathan Grunwald

Wirtschaftspolitisches Seminar mit Expertengesprächen vor Ort

Die größte Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik erfordert die gründliche Auseinandersetzung mit den aus der Krise zu ziehenden Lehren und Konsequenzen. In diesem Zusammenhang bietet die Konrad-Adenauer-Stiftung mit einer Vielfalt an Veranstaltungen die entsprechende Plattform, um den Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern mit Experten aus der Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zu fördern. Neben Vortragsreihen, Podiumsdiskussionen und Kongressen schaffen die zum Teil mehrtägigen Seminare den notwendigen Raum für den direkten und unmittelbaren Austausch.

Im Rahmen eines dreitägigen Seminars diskutierten rund 30 Teilnehmer nach einer ausführlichen Ursachenanalyse mit unterschiedlichen Experten über die Lehren aus der Krise sowie über mögliche Instrumente zur Vermeidung zukünftiger Spekulationsblasen.

In den Hörsälen von Schloss Eichholz, aber auch "vor Ort" im Bankenzentrum Frankfurt, wurde ein breites Spektrum an Themen angesprochen, das sich von der Geldmarktpolitik der Fed unter Greenspan über die Organisationsstrukturen der Investmentbanken und deren Finanztechnologien bis hin zu der Rolle der Ratingagenturen, der Aufsichtsbehörden und dem Kaufverhalten der Anleger erstreckte. Konsens fanden die Teilnehmer dahingehend, die Eigenkapitalvorschriften der Banken zu verstärken, die Vergütungssysteme von Managern zu ändern und die Haftung für Vorstände konsequent anzuwenden. Beim abendlichen Kamingespräch wies Professor Max Otte, Autor des Buches "Der Crash kommt", auf die zwingende Notwendigkeit hin, Hedgefonds und Private Equity stärker zu regulieren und undurchschaubare Finanzprodukte, wie Derivate und die Verbriefung von Hypotheken und Konsumentenschulden, für Privatanleger zu verbieten bzw. stark einzuschränken.