Veranstaltungsberichte

Überleben in der Diktatur

von Kristina Hucko

1.300 Gäste bei Lesung mit Herta Müller im Wasserwerk

So voll erlebt man den ehemaligen Plenarsaal des Deutschen Bundestages in Bonn selten: 1.300 Besucher waren auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung gekommen, um die Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller einmal live zu erleben.

Bevor Müller in der Reihe „Wasserwerk-Gespräche“ aus ihrem Roman „Atemschaukel“ vortrug, betonte der Ehrenvorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung, Prof. Dr. Bernhard Vogel, die politische Bedeutung ihrer Arbeit. Müllers Werk sei insbesondere für Menschen, die in Diktaturen leben würden, aber auch für die, die das „Privileg der Freiheit“ genießen dürften, von herausragender Stellung.

Müller hatte eine Passage aus der „Atemschaukel“ gewählt, die vom Alltag in einem ukrainischen Arbeitslager erzählt. Ihre eindrucksvollen und eindringlichen Worte erzeugten von Beginn an Betroffenheit und in gewisser Weise auch Sprachlosigkeit. So beschränkte sich Melanie Piepenschneider, die Leiterin der Politischen Bildung der Konrad-Adenauer-Stiftung, in ihrem Schlusswort darauf, denjenigen zu danken, die diesen Abend ermöglicht haben, darunter Prof. Birgit Lermen, Vorsitzende der Jury für den KAS-Literaturpreis. Diese Auszeichnung hatte Müller lange vor dem Nobelpreis erhalten: im Jahre 2004.