Veranstaltungsberichte

Würde, Heilen und der Schutz des menschlichen Lebens

von Johannes Christian Koecke
Die politische Debatte neigt dazu, schwierige Fragen zu portionieren, um sie leichter bearbeiten zu können. Diese „Wie-isst-man-einen-Elefanten“-Taktik ist effizient, aber kann dazu verleiten, einmal getroffene Entscheidungen intuitiv weiterzuverfolgen und das Ganze nicht mehr in den Blick zu nehmen. Dies gilt insbesondere für politische Fragen von großer ethischer Relevanz wie die medizin- und bioethischen Fragen.

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Teilnehmer der "Akademie Bioethik"

Die Politische Bildung der Konrad-Adenauer-Stiftung veranstaltet deswegen jährlich eine „Akademie Bioethik“ mit jungen ethikaffinen und orientierungssuchenden Menschen, um sich in einer Veranstaltung einen grundsätzlichen Überblick zu verschaffen. Bei der Veranstaltung, die vom 31.10. bis 02. 11. auf Schloss Eichholz stattfand, waren die „Jungen Christdemokraten für das Leben“ und die „Jugend für das Leben“ mit an Bord, beides Jugendorganisationen mit christlichem und wertorientiertem Hintergrund.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten vor allem über das ethische Dilemma, das sich am Würdebegriff festmacht: Unsere Gesellschaft ist zunehmend bereit, die Würde des ungeborenenen Lebens der Würde und körperlichen oder seelischen Heilung des geborenen Lebens unterzuordnen. Dies vor allem behandelten der junge Philosoph Markus Rothhaar (Eichstätt), der renommierte Christliche Sozialwissenschaftler Manfred Spieker (Osnabrück) und der Jurist Rainer Beckmann (Würzburg). Aber auch das Ende des Lebens wurde in den Blick genommen. Besonders Rainer Beckmann beschäftigte sich mit der ethisch schwierigen Frage der Organtransplantation und des Hirntodkriteriums als deren Voraussetzung. Zunehmend kritisch wird bei Lebensschützern der große „Bedarf“ an Spenderorganen gesehen, der die Bereitschaft zur Erklärung des Hirntods wachsen lässt. Den Abschluss bildete eine Diskussion mit dem medizinischen Leiter der Klinik Prien am Chiemsee, Christoph von Ritter, der ein Plädoyer für Menschlichkeit und ganzheitliche Betrachtung in der Medizin und der Patientenbehandlung abgab und das an exemplarischen Fällen demonstrierte.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren vor allem von der offenen Diskussionsatmosphäre und der „Willkommenskultur“ auf Schloss Eichholz begeistert.

Ansprechpartner

Dr. Johannes Christian Koecke

Dr

Referent Politische Grundsatzfragen und Internationale Politik, Büro Bundesstadt Bonn

Christian.Koecke@kas.de +49 2241 246 4400 +49 2241 246 54400