Fachkonferenz

Internationale Sicherheitsarchitektur

Europäische und Chinesische Perspektiven

Die transnationale Sicherheitsarchitektur unterliegt einem wechselnden Anpassungsprozess – neue aufstrebende Mächte fordern das unipolare System - mit den Vereinigten Staaten als richtungweisendem Player - zunehmend und vielfältig heraus.

Details

Wie gestaltet sich die Außen- und Sicherheitspolitik der Zukunft? Welche Themen beschäftigen Strategen und Policy Maker in China und Deutschland in diesem Bereich und welche Rolle nehmen Europäische Union, NATO und einzelne Staaten hierbei ein?

Im Rahmen des Themenschwerpunktes internationale Sicherheitsarchitektur führte das Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Peking eine Fachkonferenz zur Erörterung ebendieser Fragen durch. Die Komplexität der Außen- und Sicherheitspolitik, als eine sich im dauernden Wandel befindliche Thematik, zeigte sich insbesondere durch die Vielschichtigkeit der Vorträge der hochkarätigen deutschen und chinesischen Dozenten. Im Zuge von vier Gesprächsrunden wurde die Zukunft der NATO und ihr Platz in der internationalen Sicherheitsarchitektur ebenso analysiert, wie die europäischen Bemühungen im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, die asiatische, sicherheitspolitische Lage, die chinesische Perspektive der internationalen Sicherheitsarchitektur, die umfassende und vernetzte Sicherheit Europas, die chinesische Sicherheitspolitik im Energiesektor und die globalen Konsequenzen der europäischen Energierevolution.

General Xiong Guangkai, ehem. stv. Leiter des Mitarbeiterstabs der PLA; Ehrenvorsitzender, Chinese Foundation for International and Strategic Studies, und Prof. Zhou Hong, Direktorin des Instituts für Europastudien, CASS, eröffneten die Fachtagung. General Xiong Guangkai betonte die Notwendigkeit gegenseitigen Vertrauens, Kooperation und Gleichberechtigung im internationalen Sicherheitsdialog.

Den Themenbereich der Nordatlantischen Allianz erörterten Generalleutnant a.D. Dr. Klaus Olshausen, Präsident der Clausewitz-Gesellschaft e.V., im Rahmen seiner Präsentation des strategischen Konzepts der NATO 2010, sowie Prof. Tang Yongsheng, stellvertretender Direktor des Instituts für Strategische Studien der Nationalen Verteidigungsuniversität der PLA, im Bezug auf die Rolle der NATO im internationalen Sicherheitsgefüge. Besonders hervorgehoben wurden neue Gefahren für die globale Sicherheitsarchitektur, wie etwa die zunehmende Bedeutung von Cyberattacken. Einen Einblick in chinesische Perspektiven der internationalen Sicherheit gab General Pan Zhenqiang, ehemaliger Direktor des Instituts für Strategische Studien der Nationalen Verteidigungsuniversität der PLA.

Im Zuge des zweiten Panels wurden die Anstrengungen der europäischen Union bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus im Anschluss an einen Vortrag von Dr. Peter Roell, Präsident des Instituts für Strategie- Politik- Sicherheits- und Wirtschaftsberatung, intensiv diskutiert. Hierbei wurde unter anderem der Frage nachgegangen, ob das gemeinsame Engagement im Kampf gegen den Terrorismus zu einem engeren Zusammenrücken der Staaten der Europäischen Union führen könnte oder, ob Tendenzen zu einem noch stärker geeinten Europa eher durch die gemeinsame Bewältigung der Finanzkrise zu erwarten sind.

Das dritte Panel der Konferenz widmete sich der europäischen und asiatischen Sicherheitslage. Oberst i.G. Ralph Thiele, Vorsitzender der Politisch-Militärischen Gesellschaft e.V., referierte zum Thema umfassende und vernetzte Sicherheit Europas. Unter dem Motto „Europa ist wichtig für die Welt, aber die Welt ist wichtig für Europa“, wurde die europäische Haltung vorgestellt. Prof. Li Xiaoning, Zentrum für Strategische Studien in Peking, gab Einblicke in die asiatische Sicherheitslage. Einen prominenten Diskussionspunkt stellten hierbei Nordkorea und die Fortschritte der Sechs-Parteien-Gespräche dar.

Als letzter Themenblock des Tages wurden das Zusammenspiel und die Interdependenz energiepolitischer Entscheidungen und der internationalen Sicherheitsarchitektur erörtert. Oberst i.G. Ralph Thiele, Generalleutnant a.D. Dr. Klaus Olshausen, sowie Zhao Hongtu, Vize Direktor des Weltwirtschafts Forschungszentrum des Institute of Contemporary International Relations, analysierten die europäische bzw. chinesische Perspektive hierzu. Die Rolle der NATO im Bereich Energiesicherheit wurde genauso diskutiert wie der geplante Atomausstieg Deutschlands und dessen Auswirkungen auf die Sicherheitslage.

Die vielseitigen, von den hochrangingen Vortragenden dargestellten und mit dem Fachpublikum diskutierten Themen, spiegeln das weite Spektrum der modernen Außen- und Sicherheitspolitik wider. Der enge Zusammenhang innenpolitischer Entscheidungen mit Geschehnissen auf der globalen Ebene wurde im Rahmen der Konferenz ebenso hervorgehoben, wie die Wichtigkeit des richtigen Umgangs mit neuen Herausforderungen an die internationale Gemeinschaft; sei es im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, bei der Prävention von Cyberattacken oder im Bezug auf die Sicherstellung der Energieversorgung.

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Veranstaltungsort

Peking

Kontakt

Thomas Awe

Int.Sicherheitskonferenz Sept.2011 KAS/Peking
Int.Sicherheitskonferenz Sept.2011/2 KAS/Peking
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