Diskussion

Ökologische Herausforderungen in urbanen Regionen am Beispiel des Ballungsraumes Shanghai

Am 13.4.2010 führte die KAS/Shanghai ein Seminar zum Thema „Ökologische Herausforderungen in urbanen Regionen am Beispiel des Ballungsraumes Shanghai“ durch.

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Seit 5 Jahren ist eine Megalopolisierung in drei großen Ballungsgebieten Chinas festzustellen: im Mittelosten des Landes (Yangzi-Delta mit Shanghai, Nanjing und Hangzhou) findet man 30 Millionen Menschen.

Die rasanten Urbanisierungsprozesse stellen politische Entscheidungsträger u.a. auch vor ökologische Herausforderungen.

Der Jurist Dr. Simon Marr, Referat Grundsatzangelegenheiten Umwelt und Energie/ Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, demonstrierte dem chinesischen Fachpublikum mit seinem Vortrag „Klima- und Energiepolitik in Deutschland – Energieeffizienz unter dem IEKP“, dass politische Maßnahmen für Energieeffizienz und erneuerbare Energien nicht nur der Bekämpfung des Klimawandels dienen, sondern auch wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen.

Die heterogene Zusammensetzung der Teilnehmer (u.a. Repräsentanten der „Shanghai Energy Research Society“, „Shanghai Akademie für Sozialwissenschaften SASS“, „Shanghai Energy Conservation Service Center“ und „Shanghai Baosteel Group Co.“) ermöglichte einerseits die Erarbeitung theoretischer Lösungsmodelle für energieeffizientes Haushalten in Ballungszentren und gestattete andererseits die Prüfung der Umsetzung klimapolitischer Bestimmungen – unter Beachtung rechtlicher Rahmenbedingungen in Deutschland und China – in der Praxis.

Der Dozent Dr. Marr fokussierte in seinem Beitrag die Kernsäulen der ambitionierten Klimapolitik in Deutschland. Ein positiver Nebeneffekt der geplanten Verdopplung des Einsatzes erneuerbarer Energien sei die Schaffung neuer Arbeitsplätze in diesem „Leitmarkt der Zukunft“. Außerdem stellte der Referent anhand einiger Beispiele die 29 Maßnahmen des IEKP (Integriertes Energie- und Klimaprogramm) dar (u.a. ein Projekt auf dem Feld der Kraftwärmekopplung, das von den Unternehmen „Lichtblick“ und „VW“ umgesetzt wurde: Kleine Kraftwerke erzeugen für private Siedlungen Strom für den Eigenbedarf, der intelligent eingesetzt in das Hauptnetz eingespeist werden kann). Dieses Projekt repräsentiere den Wandel der Energieinfrastruktur-Strategie, die zunehmend für flexible Energiebereitstellung – dezentrales und flexibles Management anstatt zentrale Steuerung – stehe.

Der Experte ging besonders auf das Einsparpotential im Gebäudebereich ein, dessen Stellenwert er für ein Ballungszentrum wie Shanghai sehr hoch einschätze; ein rechtsverbindlicher Rahmen sei die Voraussetzung für das Erreichen der Klimaziele.

Besonders hervorzuheben ist die Stellungnahme eines Repräsentanten der „Shanghai Energy Research Society“, der die gewonnenen Informationen als sehr wichtig für den Ballungsraum Shanghai einschätzt: Da Shanghai mehrheitlich durch fossile Energieträger versorgt werde, stellen die von dem deutschen Experten diskutierten Maßnahmen "interessante Alternativlösungen" dar.

Das große Interesse des chinesischen Fachpublikums an der deutschen Klimapolitik, die zahlreichen Rückfragen und das Bedürfnis des vertiefenden Austauschs über die Thematik mit dem Dozenten und den Stiftungsvertretern in Shanghai, demonstrieren den Erfolg der Begegnung.

Die KAS/Shanghai konnte mit diesem Seminar einen wichtigen Impuls für Debatten sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit im deutsch-chinesischen Dialog geben.

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Veranstaltungsort

Shanghai

Referenten

  • Dr. Simon Marr
    • Bundesministerium für Umwelt
      • Naturschutz und ReaktorensicherheitThomas Awe
        • Leiter
          • Auslandsbüro / Shanghai der Konrad-Adenauer-Stiftung
            Kontakt

            Thomas Awe

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