Ausgaben

2002

Toleranz in Zeiten der Globalisierung

Die Oktoberausgabe der Politischen Meinung setzt sich mit der gesellschaftlichen, ethischen und rechtlichen Bedeutung von Toleranz auseinander. Vor allem die besonderen Erfordernisse der Globalisierung bewirken im Hinblick auf eine dichter werdende Vernetzung der Kulturen die erhöhte Relevanz dieser Haltung. Fraglich sind dabei Gründe und Grenzen der Toleranz, deren Ausformung von einer „globalen Kultur“ oder einem „Weltethos“ unterschieden wird.An diese Grundsatzdiskussion schließen sich Essays zu Zukunftsfragen an: Wie können Ökologie und Marktwirtschaft auf das Prinzip der Nachhaltigkeit verpflichtet werden? Und: Wie kann eine Reform der Bundeswehr zugleich die europäische Handlungsfähigkeit stärken?Historische Beiträge analysieren die behauptete, auf die Weimarer Republik zurückgehende „Erbschuld“ der bürgerlichen Parteien sowie die kulturellen Aspekte der deutschen Geschichte im östlichen Europa.Die Rubrik „Philosophie / Literatur“ ist im Oktober dem jungen Dichter Durs Grünbein und dem Philosophen Wolfgang Kluxen gewidmet, der in diesem Monat seinen 80. Geburtstag feiert.Der Ausgang der Bundestagswahl findet eine erste Kommentierung im Editorial; weitere Analysen erfolgen in der Novemberausgabe der Politischen Meinung.

2002

Megathema Familie

Die Septemberausgabe der Politischen Meinung geht dem „Megathema Familie“ nach, das sich als eines der grundlegenden Zukunftsthemen der Bundesrepublik erweist. Über die Fragen einer angemessenen Anerkennung der Familienarbeit und einer verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf hinaus, geht es dabei wesentlich auch um den Kontext der Volkswirtschaft des gesamten Sozialsystems und der Verfassung. Die Fragen einer Konterkarierung der Familienpolitik durch Zuwanderung sowie diejenigen eines ursächlichen Wertewandels ergänzen die Analysen ebenso wie eine Darstellung der familienpolitischen Positionen und Aktionen der USA. Grundsatzartikel zu den Säulen der europäischen Zukunft wie zur Inneren Sicherheit umreißen die Perspektiven deutscher Innen- und Außenpolitik. Eine Untersuchung der dynamischen Wertevermittlung der Gegenwart macht deutlich, dass Inhalte durch erhöhte Kontingenzbedingungen nicht in Frage gestellt werden müssen. Eine eigene Rubrik ist dem 11. September gewidmet. Sie thematisiert die veränderte Weltlage im Blick auf das europäisch-amerikanische Verhältnis sowie auf die Westpolitik Russlands.An den jüngst verstorbenen Literaturkritiker und Schriftsteller Werner Ross erinnert ein Nachruf, der auch seine langjährige und wichtige Rolle für die Politische Meinung würdigt.

2002

Arbeit für alle

In ihren Beiträgen zum Schwerpunkt „Arbeit für alle“ versammelt die Politische Meinung im August eine Fülle von konkreten Anstößen zur Reformierung des Standortes Deutschland und zur Revitalisierung der Sozialen Marktwirtschaft. Dabei kommen die Vorschläge der Hartz-Kommission ebenso in den Blick wie die Anregung einer Lohnversicherung zur Verkürzung der Arbeitslosigkeit. Zudem enthüllt eine Analyse der neuen Machtstrukturen im DGB dessen nur sehr begrenzten Reformwillen im Blick auf die Arbeitsmarkt- und Wirtschaftspolitik. Grundsatzbeiträge setzen sich zum Einen mit dem Zusammenhang von innerer Sicherheit und individueller Freiheit unter den gewandelten Bedingungen nach dem 11. September auseinander; zum Anderen wird der Begriff des Antifaschismus in seinem üblichen Gebrauch als eine politische Allzweckwaffe entlarvt, deren undifferenzierter Einsatz auch vor dem Verfassungsauftrag nicht Halt macht. Weitere Beiträge zur Situation der bürgerlichen Rechten in Frankreich nach der Wahl, zu den Konsequenzen aus PISA und zur medienpolitischen Dimension des Falles Leo Kirch greifen in ihren Analysen Aspekte aktueller Entwicklungen auf. Das Editorial wirft ein erstes Schlaglicht auf Problematik und Chancen des Arbeitsmarktes, deren grundsätzliche Dimension von der Bundesregierung verkannt wird.

2002

Neue Chancen der jungen Länder

Im Juli befasst sich die Politische Meinung mit den neuen Bundesländern – ihren wirtschaftlichen Chancen, ihrer Stimmungslage, den Abwanderungstendenzen, der Rolle der PDS und dem Umgang mit der DDR-Vergangenheit. Besprechungen von Büchern zur Integration Ostdeutschlands aus politischer und kultureller, auch kabarettistischer Sicht ergänzen die Essays. Die Rubrik „Im Rückblick“ lotet aus, was das Andenken an Auschwitz heute noch für das deutsch-israelische Verhältnis bedeutet. Anlässlich des Jahrestages des Attentates auf Hitler erinnert ein Zeitzeuge an das Spektrum der deutschen Widerstandsbewegungen. Diese Beiträge machen auch deutlich, dass es nicht angeht, mit historisch sensiblen Themen wahltaktische Manöver zu bestreiten. Das Editorial weist darauf hin, dass solche Taktiken mit dem Risiko erheblicher Verluste behaftet sind. Unter den weiteren Themen finden sich aktuelle Analysen des Antiamerikanismus, der beim Besuch des US-Präsidenten zum Ausdruck kam und der Herausforderungen, denen sich der europäische Verfassungskonvent gegenübersieht. Grundsätzliche Erwägungen zu der Frage, welche Rolle das persönliche Gewissen der Amtsträger in der Politik spielen kann und sollte, ergänzen diese Beiträge.Auch im Juli kommen die literarisch interessierten Leser wieder auf ihre Kosten: Das dichterische Werk, bzw. die Persönlichkeit von Christa Wolf, Hartmut Lange und Hilde Domin treten ins Blickfeld und geben eine eigene Sichtweise auf die deutsche Vergangenheit und Gegenwart.

2002

Medien ohne Maßstab?

Die Juniausgabe der Politischen Meinung stellt die Frage nach den Wertmaßstäben bei der Produktion von Medieninhalten, ihrer Nutzung und Verbreitung in den Mittelpunkt des Interesses.Dabei erhält das Problem eines Zusammenhanges von Medien und Gewalt nach den tragischen Ereignissen von Erfurt eine besondere Aufmerksamkeit. Neben den hierauf bezogenen Beiträgen zum Schwerpunkthema bietet die Politische Meinung Analysen der Notwendigkeit einer stärker entwickelten journalistischen Ethik, der schwierigen Balance zwischen Öffentlichkeit und Vertraulichkeit in der Demokratie, sowie der finanziellen Beteiligung politischer Parteien am privaten Rundfunk. Die neuen Medien werden insbesondere auf ihre Auswirkungen auf den Bedeutungswandel von Rationalität und Humanität thematisiert.Die Rubrik "Wahlen" geht sowohl auf das Wahlverhalten der Deutschen in der Vergangenheit bis zu den jüngsten Wahlen in Sachsen-Anhalt ein, wie auf die brisanten Ereignisse in Frankreich im Vorfeld der Wiederwahl Chiracs.Weitere Themen sind der Zustand der Inneren Sicherheit in Deutschland und ihre Darstellung aus rot-grüner Regierungsperspektive und die Entwicklung der von Hobbes ausgehenden Entwicklung der wissenschaftlichen Regierungslehre.Unter der Rubrik "Literatur" stellt die Politische Meinung im Juni einen Essay zum Wertebezug und zur Orientierungskraft der Literatur vor, sowie einen preisgekrönten und ungewöhnlichen Wettbewerbsbeitrag der in Form eines philosophischen Chats das Verhältnis von Subjekt und Medium ironisch diskutiert.

2002

Neue Koordinaten der Außen- und Sicherheitspolitik

Die Maiausgabe der Politischen Meinung fragt nach den neuen Koordinaten der Außen- und Sicherheitspolitik, die sich nach dem 11. September deutlich verschoben haben. Die Beiträge widmen sich den Umrissen einer neuen Weltordnung, der Wirkmacht von Abschreckung und dem historischen Vergleich mit der weltpolitischen Situation 1931. Analysiert werden auch die aktuellen europapolitischen Versäumnisse insbesondere in Frankreich und Deutschland, und der Islamismus als politische Bedrohung sowie die Möglichkeit eines Einsatzes der Bundeswehr bei der Terrorismusbekämpfung.Darüber hinaus wird die innenpolitisch hochumstrittene Frage nach Ansätzen einer sinnvollen Beschäftigungspolitik behandelt und ebenso die nach den Unterscheidungsmerkmalen zwischen Kanzler Schröder und seinem Herausforderer Edmund Stoiber.Die Politische Meinung erinnert im Mai an die Gründung des Senders arte vor 10 Jahren nicht ohne seine aktuellen Perspektiven auszuloten. Unter der Rubrik "Literatur" wird die vieldiskutierte Novelle "Im Krebsgang" von Günter Grass einer näheren Betrachtung unterzogen. Gabriele Wohmann wird anlässlich ihres siebzigsten Geburtstages gewürdigt. Der Leser erhält dabei zugleich einen Überblick über ihr beachtliches und scharfsichtiges Gesamtwerk.Die Politische Meinung ehrt in einem Nachruf den verstorbenen Begründer der Hermeneutik Hans-Georg Gadamer.Das Editorial der Maiausgabe resümiert die Wahl in Sachsen-Anhalt vom 21. April und deren Bedeutung für die bevorstehende Bundestagswahl.

2002

Bildungskrise – Ursachen und Konsequenzen

Eine Regierung kann Wahlen nicht mehr gewinnen, wenn die Wähler die Zeit für einen Wechsel gekommen sehen oder wenn sie der Meinung sind, die an der Macht Befindlichen seien nicht mehr in der Lage, anstehende Probleme zu lösen. Es seilange genug – diese Parole muss die rot-grüne Bundesregierung wahrlich nicht fürchten. Sie läuft aber immer mehr Gefahr, unter das Verdikt zu fallen, sie könne nicht regieren. Den Ausgang der Bundestagswahl am 22. September dieses Jahres bestimmt aber auch, dass der Anteil wechselbereiter Wähler noch größer geworden ist. Ablauf und Inszenierung des Wahljahres beeinflussen noch stärker als in der Vergangenheit die Wahlentscheidung.

2002

Erwacht Europa?

Unter dem Schwerpunkt "Erwacht Europa?" setzt sich die Politische Meinung im März erneut mit der weltpolitischen Verantwortung des Kontinentes und der Problematik seiner Selbstbestimmung auseinander. Dabei stehen die spezifisch europäischen Antworten auf die kulturellen und ökonomischen Implikationen der Globalisierung im Zentrum.Eine Analyse des für die europäische Integration höchst relevanten Zypernkonfliktes, einige Bemerkungen zur Einführung des Euro, sowie die Vorstellungen der neuesten Publikationen zum kulturhistorischen und ethnischen Profil Europas ergänzen den Diskurs um die globalen Aufgaben, und die europäische Identität.Einen zweiten Themenschwerpunkt bildet die PDS, ihre Programmatik, ihre Wahrnehmung im Westen, sowie die Konsequenzen ihrer Regierungsbeteiligung in Berlin.Zu dem wird der Person und der Lebensleistung Gerhard Stoltenbergs gedacht, an den die Konrad-Adenauer-Stiftung im nächsten Monat mit einer Gedenkveranstaltung erinnern wird. Der 80. Geburtstag des großen Politikwissenschaftlers und Historikers Karl Dietrich Bracher ist der freudige Anlass der Würdigung seines brillanten und prägenden Oeuvres.Die Rubrik "Literatur" nimmt Andreas Maier in Form einer Miniatur und Ingo Schulze mit einer ausführlichen Analyse der Hauptmotive des Gesamtwerkes in den Blick.

2002

Wirtschaftskrise in Deutschland

Die Politische Meinung geht im Februar auf die aktuelle Wirtschaftskrise in der Bundesrepublik Deutschland ein. Dabei nehmen die Autoren aus Politik, Wirtschaft und Publizistik die sozial- und wirtschaftspolitischen, gesellschaftlichen und rechtlichen Ursachen in den Blick und zeigen mögliche Wege aus dem Dilemma auf.Der Entwicklung des Arbeitsmarktes kommt hier besondere Bedeutung zu.Unter der Rubrik "kontrovers" bilanziert ein Beitrag die Debatte um den Begriff der "Leitkultur" und öffnet die innenpolitische Perspektive hin auf eine europäische Identität. Er leitet zur Rubrik "Europa" über, die in vierEssays das Gewicht der gemeinsamen Währung, die notwendige Neustrukturierung der EU und ihre rechtlichen Grundlagen thematisiert.Weitere Themen sind im Februar die russische Außenpolitik unter Vladimir Putin, die innenpolitische Lage der Slowakei sowie die vergessene Bedeutung Alfred Webers.

2002

Sonderausgabe aus Anlass des 60. Geburtstags von Prof. Dr. Wolfgang Bergsdorf

Wolfgang Bergsdorf zum 60. Geburtstag / Amerika und Deutschland: Ein Vergleich / Meinungsbildungsprozesse und Medienmacht in Deutschland / Intellektuelle in Deutschland und Frankreich / Intellektuelle und Europa / Zur kulturwissenschaftlichen Fundierung der Analyse außenpolitischen Entscheidungsverhaltens