Ausgaben

2000

Sozialpolitik am Scheideweg

Die Maiausgabe der Politischen Meinung setzt sich im ersten Teil mit den brennenden sozialpolitischen Fragestellungen der Gegenwart in globaler und nationaler Perspektive auseinander. Dabei spiegeln die Beiträge das breite Spektrum der Diskussion, in der sich Argumente für eine verstärkte Deregulierung und Begründungen eines staatlich gelenkten Ausgleiches gegenüberstehen und in der das Subsidiaritätsprinzip besondere Beachtung findet.Über diesen Themenschwerpunkt hinaus wird die jüngste Debatte um das Werk Hans Haackes für den Deutschen Bundestags im Kontext des künstlerischen Gesamtkonzeptes zur Gestaltung des Reichstagsgebäudes exponiert. Die Konsequenzen der spanischen Parlamentswahlen für Europa sind ebenso Gegenstand einer ausführlichen Analyse wie der höchst bedrohliche Konflikt zwischen Pakistan und Indien.Ein historischer Überblick auf den Untergang des Römischen Reiches führt diesen untersten Aspekt eines gescheiterte Staatssozialismus vor.Der abschließende Kommentar zur Finanzkrise der Union macht – ebenso wie der Leitartikel zum Bundesparteitag – deutlich, wie weit die Christdemokraten von konzeptionellen Auflösungserscheinungen entfernt sind.

2000

Wohin steuert die CDU?

Die Aprilausgabe der Politischen Meinung setzt sich insbesondere mit der Frage nach der Richtungsbestimmung der Christlich Demokratischen Union Deutschland auseinander. Die Finanzaffären der vergangenen Wochen stellen dabei zugleich den Auslöser einer breiten Reformdebatte über Rolle und Macht der Parteien dar, in die sowohl vertiefende Einblicke als auch ein strukturierender Überblick gegeben wird. Der zentralen Aufgabe einer bildungspolitischen Neuorientierung durch die Union schenkt die vorliegende Ausgabe ebenso besonderes Augenmerk wie der Abgrenzung gegenüber der PDS und der Instrumentalisierung des Grundgesetzes für die Zwecke einer bloß symbolisch agierenden Politik.Eine Darstellung der Trübung des deutsch-italienischen Verhältnisses durch fragwürdige Äußerungen Gerhard Schröders reflektiert die sich andeutenden außenpolitischen Verschiebungen, während der 20. Todestag Jean Paul Sartres Anlass ist für eine rückblickende Einsicht in die Ambivalenz des revolutionären Intellektuellen.

2000

Identität und Erinnerung

Der Herausgeber der Politischen Meinung, Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel, zieht in seinem Editorial Schlussfolgerungen aus der Diskussion über die Finanzierung der CDU und entwickelt eine Batterie von Fragen, denen sich die CDU noch in den nächsten Wochen stellen muss.Weiter widmet sich die Märzausgabe der Politischen Meinung dem Thema Identität und Erinnerung unter vielfältigen Aspekten: Die deutsch-jüdische Problematik und die Traumatisierung durch Auschwitz findet dabei besondere Beachtung neben den Auswirkungen der Deutschen Einheit vor allem auf die Christlich Demokratische Union im Osten. Eine Kontrastierung von Selbst- und Fremdwahrnehmung der Deutschen nach 50 Jahren Bundesrepublik sowie eine Analyse der Instrumentalisierung von Historie durch die Medien geben neue Impulse für einen abgeklärten Umgang mit der Vergangenheit.Die im Diskurs um deutsche Identität und Erinnerung virulenten ethischen Fragestellungen spiegeln sich auch in den außen- und europapolitischen Beiträgen: Wie stark unterliegen wertepolitische Ansprüche in der Außenpolitik internationalen Konstellationen und ihren machtpolitischen Implikationen? Wie entwickelte sich in der europäischen Union der Primat der Menschenrechte vor dem Diktat der Nichteinmischung? Welche Motive stehen hinter den hysterischen Reaktionen auf die Regierungsbildung in Österreich?

2000

Brennpunkt Bildung

Die Februarausgabe der Politischen Meinung nimmt die seit einigen Monaten sich zuspitzende Debatte über Bildung zum Anlass für eine ausführliche Diskussion der zentralen bildungspolitischen Aufgaben. Autorinnen und Autoren aus kulturpolitischer, schulischer und wissenschaftlicher Praxis nehmen Stellung. Unter der neuen Rubrik "kontrovers" wird eine Analyse des partiell blockierten Geisteslebens in Deutschland zur Disposition gestellt. Den Bildungs-Diskurs rahmen Essays von vornehmlich internationaler und explizit parteipolitischer Relevanz ein:Einer prominenten Darstellung weltweiter, außen- und sicherheitspolitischer Herausforderungen der Zukunft folgt eine Skizzierung der innerparteilichen Aufgaben der Christdemokraten auf inhaltlich-konzeptioneller Ebene; Wahlkampfstrategien auf Kosten der orthodoxen Christen im Kontext der russischen Duma-Wahl werden ebenso betrachtet wie die Lage in der Ukraine und in Südafrika zehn Jahre nach der Freilassung Nelson Mandelas.

2000

Die Politische Meinung, (1/2000) 362

Mit einem Rückblick auf die im Mittelalter beginnende Geschichte des "Heiligen Jahres" würdigt die Januarausgabe der Politischen Meinung den Beginn des Heiligen Jahres 2000. Sie wendet sich den aktuellen Themen der langfristigen Stabilisierung der Rente und der weltweiten Vernetzung der Waren- und Kapitalmärkte ebenso zu wie den Grenzen und Möglichkeiten einer Westintegration Russlands.Eine Vielzahl von Beiträgen macht auf die strukturellen und inhaltlichen Konsequenzen der Medienexpansion aufmerksam. Das mit ihr wachsende normative Vakuum wird hier als zentrale Herausforderung der Gegenwart deutlich.Auf Folie der Literaturentwicklung des 20. Jahrhunderts, und insbesondere der Analyse der Lyrik Paul Celans, zeigen sich schließlich die humanen und mentalen Desaster der Moderne.Warum die Einbindung menschlicher Geschehnisse in einen richtungsgebenden Kontext unverzichtbare Aufgabe der autonomen Künste, der Geisteswissenschaften und ihrer Institutionen sein muß, begründet das philosphische Schlußplädoyer.Mit den geistigen Koordinaten für die nächsten Jahrzehnte wird sich die Februarausgabe unter dem Aspekt "Bildungspolitik" beschäftigen.Plädoyers für eine Flexibilisierung der Altersgrenze aufgrund tiefgreifender demographischer Umwälzungen und für eine Entstaatlichung der Gesellschaft greifen konkret in die Zukunft aus.