Veranstaltungsberichte

Auswirkungen des Klimawandels auf die costa-ricanische Wirtschaft

von Graciela Incer Brenes, Lina Müllejans
Die Zentralamerikanische Akademie (Academia de Centroaméricas) und die Konrad-Adenauer-Stiftung hielten am 22. August eine Konferenz für Vertreter aus Wirtschaft und Politik über die Folgen des Klimawandels ab.

Der Club Unión bot für die Konferenz mit dem Titel „Klimaanpassung: Herausfordeurngen für die Entwicklung Costa Ricas“ Raum für 130 Teilnehmer.

Die Konferenz bestand aus vier thematischen Blöcken unterschiedlicher Zielsetzungen. Im Anschluss an die einzelnen Blöcke wurde dem Publikum jeweils Raum für Kommentare und den Austausch mit den Dozenten geboten. Als Dozenten für ein fachkundiges Publikum aus Repräsentanten politischer Parteien und Parlamentsvertreter zentralamerikanischer Staaten konnten internationale Experten gewonnen werden.

Während des ersten Blocks wurden die physischen Folgen des Klimawandels beschrieben. Vertreter des Nationalen Meteorogolischen Instituts, des Landwirtschaftsministeriums und des Umwelt- und Energieministeriums stellten Daten und Messungen über die aktuelle Umwelt- und Klimasituation vor. Es folgten Prognosen über den Einfluss der klimatologischen Entwicklungen auf Infrastruktur, Wasserreserven, Lebensverhältnisse und die Bereiche Energie und Landwirtschaft in Costa Rica. Den vorgestellten Inhalten zufolge erzeugt der Klimawandel aktuell und auch zukünftig bedeutsame klimatologische Veränderungen, die in ihrer Form und Stärke regional bedingt sind. Beispiele für die Klimaveränderungen in Costa Rica sind Temperaturerhöhungen in bergigen Gegenden, exzessive Regenfälle an der Atlantikküste, Trockenheit am Pazifik und im Landesinneren sowie Veränderungen in der Energie-Matrix des Landes.

Der zweite Block konzentrierte sich auf die wirtschaftlichen Maßnahmen, die im Produktions- und Finanzsektor, den kleinen Landwirtschaftsbetrieben des Agrarsektors, den Bananen- und Kaffeeproduktionen sowie dem Bankensektor angesichts des Klimawandels ergriffen werden. Durch die Vorträge von Vertretern der jeweiligen Wirtschaftszweige wurden neben generellen Antworten zur Klimaproblematik auch konkrete Anpassungsmaßnahmen und zukünftige Projekte vorgestellt. Die Leiter der Institutionen CATIE (Tropisches Landwirtschaftszentrum für Forschung und Lehre), Fundecooperación, Corbana und Icafé sowie die Leiterin der Umweltabteilung der Banco Nacional waren mit der Repräsentation ihrer jeweiligen Sektoren betraut worden.

Die Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel und die entsprechenden Herausforderungen wurden während des dritten Blocks vorgestellt. In diesem Rahmen referierten der Direktor für Klimawandel des Umwelt- und Energieministeriums, die Landwirtschaft-Vizeministerin, der Direktor des Nationalen Fonds für Forstangelegenheiten sowie der Planungsleiter der Nationalen Notfallkommission über die staatlichen Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel.

Den Abschluss der Konferenz bildete ein Diskussionspanel, in dem das Thema der Klimaanpassung aus verschiedenen Perspektiven betrachtet wurde. Es nahmen Vertreter aus dem privaten und öffentlichen Sektor, dem Bankensektor, der Wissenschaft und Forschung sowie der internationalen Zusammenarbeit teil, von deren Diskurs man sich strategische Ansätze für eine nationale Klimapolitik erhoffte. Von den behandelten Themen sind die Folgenden hervorzuheben: Die Aufnahme des Klimawandels in die Entwicklungspolitik Costa Ricas, die für eine Klimaanpassung notwendigen Voraussetzungen, die Rolle des Privatsektors, die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen und mögliche Zukunftsszenarien. Die Panelteilnehmer waren Álvaro Umaña, Franz Tattenbach, Roberto Jiménez, Édgar Ayales (Finanzminister) und Silvia Charpentier. Kommentare und Nachfragen aus den Publikum trugen zur Belebung der Diskussion bei.