Veranstaltungsberichte

Workshop über öffentliche Gesundheit und Klimawandel

von Giovanni Burga

Bericht

Der Workshop fand am 16. und 17. Mai statt und ermöglichte den Anwesenden die Vertiefung ihres Fachwissens. Insbesondere wurde der Dialog zwischen den verschiedenen Teilnehmern gefördert, den Spezialisten aus FAO, AIDA, Weltbank, UNAM sowie Consultants und Politiker aus Honduras, Costa Rica, Panama, Guatemala und Mexiko. An diesen zwei Tagen wurde zugehört, gelernt, unterhalten und diskutiert. Es ging um die Bedeutung des Klimawandels für die öffentliche Gesundheit in Lateinamerika wie auch die Verknüpfungen, die Schwierigkeiten und die möglichen Lösungen.

Wir können aus diesen intensiven Arbeitstagen zusammenfassen:

Die Theorie des „schwarzen Schwans” wurde mit der Finanzkrise von 2008 sehr bekannt: Sie beschreibt die unvorhersehbaren Auswirkungen eines unerwarteten Ereignisses, welches in manchen Fällen bei genügend Aufmerksamkeit hätte verhindert werden können. Derzeit spricht man auch vom „grünen Schwan“. Dieser Begriff wird im Zusammenhang mit dem Klimawandel und dessen Auswirkungen benutzt, die wir bereits jetzt erleben. Diese haben sich durch die Covid-19-Pandemie und dem Konflikt zwischen Russland und Ukraine noch weiter zugespitzt. Es besteht die Gefahr, dass dies zu einem „perfect storm“ führt, der über unseren Planeten hinwegfegt, mit Auswirkungen, die bis jetzt noch unabsehbar sind und die Gesundheit der Menschen und der Ökosysteme bedrohen. Eine der wichtigsten Lehren aus der Covid-19-Pandemie war, dass die Gesundheit und der Umweltschutz unmittelbar miteinander verbunden sind. Wenn wir über Gesundheit sprechen, dann sollten wir eine Analyse unserer Ernährung durchführen, als eine ethische und politische Handlung, die vom Produzenten auf dem Feld bis hin zum Endverbraucher reicht. Es sollte auch die nachhaltige Nutzung der Ökosysteme betrachtet werden, die einerseits als Schutzwall und andererseits als Vorratskammer für unser Wohlbefinden dienen. Wir müssen über das Recht sprechen, in sauberen, grünen und bürgerfreundlichen Städten zu leben, in denen die Familien die Möglichkeit erhalten, ihr volles Potential als Motoren der Gesellschaft zu entfalten.

Wir stehen vor einem düsteren Szenario, allerdings eröffnen sich uns gleichzeitig Möglichkeiten, um uns an die unausweichlichen Auswirkungen anzupassen und die Intensität des Klimawandels zu mildern. Dafür ist unabdingbar, dass in der Politik ein Bewusstsein für die Risiken und die Folgen einer fehlenden Anpassung entsteht. Es ist notwendig, dass in den politischen Parteien der Klimawandel als übergreifendes Thema aller politischen Vorschläge aufgenommen wird. Diese werden sowohl den Bürgern als auch den eigenen Mitgliedern vorgestellt, so dass mit Hilfe eines demokratischen Prozesses der notwendige Sprung in der öffentlichen Politik erfolgen kann. Auf diese Weise kann die Wissenschaft mit ihren verschieden Lösungsansätzen als Leitfaden genutzt werden, um das menschliche, tierische und pflanzliche Leben zu schützen.

Kontakt

Johanna Pastor

Portrait

Koordinatorin für soziale Netzwerke und Kommunikation

johanna.pastor@kas.de +51 1 320 2870