Bund Katholischer Unternehmer (BKU)

Der BKU ist ein Zusammenschluss katholischer Christen, die sich in Kirche sowie in Wirtschaft und Gesellschaft engagieren wollen. Als katholischer Sozialverband will er ökonomischen Sachverstand und unternehmerische Erfahrung in die innerkirchliche Diskussion einbringen. Als Unternehmervereinigung verpflichtet er seine Mitglieder, Verantwortung im Geiste der katholischen Soziallehre wahrzunehmen und Beiträge zur Gesellschaftspolitik zu leisten. Die Gründung des BKU 1949 fällt in die Zeit des Wiederaufbaus der Bundesrepublik Deutschland. Ein Beispiel für die Mitwirkung des BKU an der Ausgestaltung der Sozialen Marktwirtschaft ist die Rentenreform von 1957, an deren wissenschaftlicher Grundlegung er durch seinen Geschäftsführer Wilfrid Schreiber maßgeblich beteiligt war, zusammen mit Joseph Höffner, dem ersten geistlichen und – als Volkswirt – auch wissenschaftlichen Berater des BKU. Wesentliche Impulse setzte der BKU auch auf den Gebieten der Vermögensbildung, des Familienlastenausgleichs und der betrieblichen Sozialpolitik. Auch die große Aufklärungskampagne für die Soziale Marktwirtschaft „Die Waage“ ging auf eine Initiative des BKU zurück. Heute steht die Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft, u.a. durch eine Reform der sozialen Sicherungssysteme und des Systems Arbeit im Vordergrund. Mit ca. 1.200 Mitgliedern ist der BKU in allen deutschen Diözesen als Gesprächspartner der Bischöfe und der an deren Sozialverbände vertreten. Zusammen mit dem Kolpingwerk fördert der BKU mit einem Kleinkreditprogramm die Gründung selbständiger Existenzen in Afrika. Mit seiner Tochtergesellschaft „Ordo Socialis“ verbreitet der BKU seit 1985 deutsche Texte zur katholischen Soziallehre in Übersetzungen.

Literatur

K. D. Schmit: Soziale Gerechtigkeit durch unternehmerische Initiative. Der BKU 1949-1990 (1994); In christlicher Verantwortung. 50 Jahre BKU (1999).

Johannes Stemmler